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Drittes Buch: Römische Geschichte.
8 ikS.
Zweites Kapitel.
Roms Anfänge (bis 366).
Die Urgeschichte des römischen Staats (bis 5sO).
SwdtaniAs 8 163. Die vier erste« Könige der Sage. Die Gründung Roms, nachVarros (Z 240) Angabe gewöhnlich in das Jahr 753 v. Chr. gesetzt, verliertsich in graue Urzeit. Dies geht schon aus der Naturwüchsigkeit der ganzenStadtanlage hervor, die nicht in etruskischer Weise nach den vier Himmels-richtungen orientiert ist. Die Stadt lag an der Grenze des latinischenBodens am linken User des Tiber, der bis zur Stadtgrenze herauf schiffbarwar. Dort erheben sich mehrere Hügel (gewöhnlich werden sieben genannt:die moutes Aventinus, Palatinus, Capitolinus, Esquilinus und Caeliusund eoUas Quirinalis und Viminalis). Gegenüber lagen die steilen Bergedes Janiculum und des Vaticanus. Die älteste Stadt erhob sich auf demsteilsten und geräumigsten dieser Hügel, dem Palatinus, und war durchden Tiberlauf und vorgelagerte Sümpfe sehr fest. Spuren der ersten An-lage, die man von ihrer Gestalt Uoina gunärata genannt hat, finden sichnoch heute. Jedoch genügte diese älteste Anlage der Bedeutung des Ortesnicht lange, und es zogen sich die Ansiedlungen der Menschen bis aufdas spätere Forum hinab und den doppelgipfligen Capitolinushügel hin-auf. Daß dies sehr früh geschah, geht daraus hervor, daß die ältestennnd wichtigsten Heiligtümer auf dem letzteren liegen, und daß die Besetzungdes Kapitals schon früh einen Bestandteil der Gründungssage ausmachte.Über die älteste römische Geschichte kennen wir nur Sagen, aus denen eskaum möglich erscheint, einen historischen Kern herauszuschälen.
Gründungs- Die Sage berichtet, König Numttor von Albalonga, ein Nachkomme des Tro-janers Aeneas (K 158), sei von seinem Bruder Amnlius des Thrones beraubt und seineTochter Rea Silvia zur Priesterin der Vesta (Z 160) geweiht worden, um als Jungfrau,wie es der Wille der Göttin verlangte, das heilige Feuer zu nähren und den Opserdienstzu verrichten. Als sie aber dem Kriegsgott Mars die Zwillinge Ro mulus und Remusgeboren hatte, habe der harte Oheim Befehl gegeben, die Kinder in den Tiberstrom zu werfen,der gerade hoch angeschwollen gewesen sei. Nachdem die Fluten sich verlaufen habe, sei indesdie Mulde an einem Feigenbäume hängen geblieben, worauf die Knaben von einer Wölfingesäugt und von Hirten erzogen worden seien. Durch einen Zufall von ihrer Herkunftund ihres Großvaters Geschick unterrichtet, hätten sie den Amulius beseitigt, dem Numttorden Thron von Albalonga zurückgegeben und alsdann an der Stelle, wo sie so wunderbargerettet worden waren, die Stadt Rom' angelegt, deren neugegründcte Mauern jedoch mitRomains dem Blute des Remus, den sein Bruder Romulus im Streit erschlagen, befleckt wordenseien. Als die kleine Stadt gegründet und der Umkreis durch eine Furche, deren Vertiefungden Graben, deren Erhöhung den Wall bildete, abgegrenzt worden war, erklärte sie Romuluszu einem Asyl für Landesflüchtige und lockte dadurch Bewohner an- Da diese aber keineFrauen hatten und die benachbarten Völker Bedenken trugen, ihre Töchter mit ihnen zuvermählen, so ordnete er Fcstspiele an, um sich durch den Raub der als Zuschauer an-wesenden Sabineriünen mit Gewalt zu verschaffen, was ihm in Gute versagt wordenwar. Dadurch geriet die neue Kolonie mit den Sabinern in einen Krieg, der jedoch durchÄulammsn-Dazwischenkunft der geraubten Frauen beendet wurde. Ein Vertrag, infolge dessen die aufBewohner dem Kapitolinischen Hügel wohnenden Sabiner mit den Latinern auf dem Palati-des Palatt-Ilu s sich zu einer Gemeinde vereinigten und die Bestimmung getroffen ward, daß der satanischeroUnus und König Titus Tatius, der in Cures gewohnt hatte, gemeinschaftlich mit Romulus dieCoeiius Regierung führen und dann abwechselnd ein Latiner und ein Sabiner von dem aus denangesehensten Geschlechtshäuptern bestehenden Senat zum König gewählt werden sollte,sicherte die Existenz des neuen Staates, dessen Gründer nach seinem wunderbaren Hingang,