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Drittes Buch: Römische Geschichte.
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824 Wo ihnen erst der entscheidende Sieg des Aristodemos bei Kyme (8 159) Haltgebot. Es liegt auf der Hand, daß eine Jahrzehnte lange Besetzung Kampa-niens ohne eine vorhergegangene dauernde Unterwerfung Latiums sich nichtdenken läßt. Nur ein Haib verwehter Klang dieser zwar nur erschlossenen,aber darum Wohl als gesichert anzusehenden Thatsache tönt uns in dem zweitenTeile der römischen Königssage wieder, die uns von friedlicher Einwanderungund Unterordnung etruskischer Elemente unter dem altansässigen Latinerstammzu berichten weiß.
Die Tar- Die drei letzten römischen Könige, T arquinius der Alte (Priscus), Servius
qu n ersagsTarquinius der Stolze (Superbus), gehörten, wie auch die Sage
meldet dem etruskischen Stamm an. Ihre Familie war in Rom, wie es heißt, ein-gewandert, hatte nach und nach an Ansehen gewonnen und schließlich den Königsthronerlangt. Unter ihnen wurde Rom zur Hauptstadt einer blühenden Landschaft erhoben.Ein ewiger Landfrieden und ein Bündnis für Angriff wie für Verteidigung nebst gegenseitigerRechtsgleichheit in Handel und Wandel verflocht von nun an die schon durch gleiche Spracheund Sitte verbundenen latinischen Gemeinden noch durch die tausendfachen Beziehungen desGeschäftsverkehrs. Der Oberbefehl im Bundesheer wechselte anfangs zwischen Rom und Latium.Tarquinius Nachdem Tarquinius der Alte auf Anstiften der Söhne seines Vorgängers Ancusvon zwei gedungenen Mördern getötet worden war, bewirkte die Königin Tanaquil, daß ihrTullius Schwiegersohn Servius Tullius zur Regierung kam. Jedoch zog sich dieser durchNeuerungen, die eine allmähliche Verschmelzung der erstarkenden und aufstrebenden Plebejer-schaft mit Patriziergeschlechtern herbeiführen und dem Königtum eine breitere Grundlage imVolk verschaffen (Z 167) sollte, den Haß der Adelsgemeinde zu; daher wurde er mit deren^^uinmsBehülfe von seinem Eidam Lucius Tarquinius Superbus ermordet. Die Sage^ hat den Übergang der Gewalt von Servius Tullius auf Tarquinius Superbus tragisch dar-gestellt. Die beiden Söhne Tarquins des Alten, waren mit den beiden Töchtern des KönigsServius vermählt. Der schroffe Lucius war mit der älteren Tullia, einer sanften undfrommen Frau, verbunden; Aruns, redlich und treu, mit der jüngeren Tullia, einem Weibevon wildem, ruchlosem Gemüt. Die letztere, ergrimmt über das lange Leben ihres altenVaters und über die Gleichgültigkeit ihres Mannes, der seinem herrschsüchtigen Bruder der-einst den erledigten Thron zu überlassen bereit schien, schwur beiden Verderben. Sie kam mitLucius überein, daß er seine Gattin und sie ihren Gatten ermordeten und dann beideein Ehebündnis schloffen. Hierauf bildete Lucius eine Verschwörung zum Sturz des KönigsServius. Zur Erntezeit erschien er, mit den königlichen Jusignien geschmückt und umgebenvon einem bewaffneten Anhang, im Senat. Auf das Gerücht davon eilte der Königdes^-röius E^fchrocken in die Kurie und schalt den Tarquinius einen Empörer; dieser aber ergriff ihn und° Tullius stürzte ihn die steinernen Stufen hinab. Blutend und gelähmt ward Servius weggeführt,aber ehe er in seine Wohnung gelangte, mordeten ihn die Diener des Tyrannen und ließendie Leiche liegen. Inzwischen hatte Tullia die Botschaft nicht erwarten können. Sie fuhrmitten durch den Tumult und begrüßte ihren Gemahl als König. Diesem aber war ihrFrohlocken gräßlich; er hieß sie umkehren. In einer Gasse, die von der Zeit an denNamen der verruchten (vicns sesleratus) trug, lag die Leiche ihres Vaters. Die Maul-tiere wichen zurück, der Knecht hielt die Zügel an; sie gebot aber, das Gespann über denToten hinzutreiben. Von wenigen Getreuen begleitet, wurde die Leiche bei Nacht aus derStadt geführt, weil Tarquinius es nicht wagte, der hergebrachten Sitte gemäß, den Leichen-zug über das Forum ziehen zu lassen. Obgleich Tarquinius die durch die Verfassung desServius den Plebejern gewährten Rechte wieder verkürzte, durch glückliche Kriege mit denLatinern und Volskern die Grenzen des Staats erweiterte und durch Bauten (Capi-tals um) und nützliche Anlagen die Stadt verschönerte, so wurde er doch bald den Patri-ziern verhaßt, als sein Streben dahin ging, die königliche Macht in eine unbeschränkteErbmonarchie zu verwandeln. Seine Gewaltthätigkeiten verbunden mit den drückendenSteuern und Frondiensten, womit er die Plebejer heimsuchte, erzeugten Unzufriedenheit,die schließlich zur Vertreibung des auswärtigen Königsgeschlechts führte. Tarquiniuswurde nach der Sage von bösen Träumen und Unheil verkündenden Wahrzeichengeschreckt. Da schickte er zwei seiner Söhne, Titus und Aruns nach Delphi, umden pythischen Gott zu befragen. Zur Kurzweil gab er ihnen einen Vetter, JuniuSBrutus Brutus, der für blödsinnig galt, weil er sich, um dem Argwohn des Tyrannen zuentgehen, stumpfsinnig und tölpelhaft gestellt hatte, zum Begleiter mit. Nachdem sie dieAntwort des Orakels erhalten hatten, befragten die Königssöhne den Gott auch um ihrSchicksal; dieser weissagte die Herrschaft über Rom demjenigen, der nach der Heimkehr