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Drittes Buch: Römische Geschichte.
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MEr- amten gewählt werden durften. Danach behielten die Patrizier das höchsteAmt immer dann, wenn Konsuln gewählt wurden; aber auch wenn Konsular-tribunen ernannt wurden, hatten die Plebejer nur die Möglichkeit, das Amtzu erlangen. Thatsächlich ist bis zum Jahre 400 kaum einmal ein Plebejerzum Konsulartribunen gewählt. Die Patrizier, die sich durch Einführung desKonubiums aus den besten Plebejerfamilien heraus ergänzt und gekräftigt hatten,waren fast stets im Vorteil und wußten durch allerlei Ränke, namentlichdurch das Vorgeben ungünstiger Auspizien, die Wahl plebejischer Magistratezu hintertreiben. Dieses Übergewicht des Adels wird auch dadurch bestätigt,daß oft die Reihenfolge der Kriegstribunen mehrere Jahre lang durch Konsulnunterbrochen ward. Als Ersatz für ihren angeblichen Verlust errichteten dieCensur 435 Patrizier das nur ihnen zuständige Amt der Censoren, dessen Befugnisse sievon denen des Konsulats abzweigten. Diese (zwei an Zahl, für die Dauereines Lustrums, fünf Jahre gewählt), hatten die Führung der Verzeichnisse,in denen alle Patrizier und Plebejer nach Vermögen und Stand eingetragenwaren, stellten die Listen der Senatoren und Ritter aus, erhoben die fürdie Benutzung des Gemeindelandes an die Staatskasse zu entrichtenden Ab-gaben, leiteten den Bau der Tempel, Straßen und Brücken und führten einesittenrichterliche Aufsicht, wobei sie moralische Dergehungen und Hand-lungen „Wider Ziemlichkeit und öffentliches Wohl" mit Entziehung der staats-bürgerlichen Standesrechte bestraften. Es ist möglich. Wäre aber für die Moral,namentlich Wohl der jungen Adligen, kein günstiges Zeichen, wenn die Patrizierdiese Befugnisse, die tief in das Privatleben hineinleuchteten, vom höchstenStaatsamt, als dies von Plebejern besetzt werden konnte, deshalb abzweigten,um hierbei unter sich zu sein; auch das wäre dann hierfür charakteristisch, daßschon 434 die Amtszeit der Censoren auf 18 Monate herabgesetzt wurde: manwäre also immer dreieinhalb Jahre diese lästige Aussicht los gewesen. Trotz-dem blieb die Censur ein sehr wichtiges Amt, und im Jahre 265 ward be-stimmt, daß es niemand zum zweiten Male bekleiden dürfe.
Sp-MMius Bei dem fortdauernden Kampf um das höchste Staatsamt griffen diePatrizier sogar zu schnöder Gewalt, um unbequeme Bewerber zu beseitigen.So geschah es in dem Falle des reichen plebejischen Ritters Sp. Mälius,der als Opfer eines politischen Totschlags fiel. Die aristokratische Geschicht-schreibung freilich hat diese That als eine Großthat zur Rettung der Republikhingestellt. Als Sp. Mälius durch den billigen Verkauf oder durch unent-geltliche Verteilung von Getreide unter das Volk einen so großen Anhanggewann, daß daraus der Herrschaft der Patrizier Nachteile erwachsen konnten,beschuldigten ihn diese des Strebens nach Alleinherrschaft, woraufder zum Diktator ernannte achtzigjährige Einet nnatus durch seinenReiterobersten Cn. Servilius Ahäla ihn in den Straßen Roms nieder-hauen ließ. Sein Haus ward eingelassen, das Getreide aus seinen Speicherndem Volke umsonst verteilt, und die seinen Tod zu rächen drohten, heimlichauf die Seite gebracht. Dieser Justizmord ging ungestraft hin; doch erlangtendie Plebejer um einige Zeit später den Zugang zu dem Amte der Quästoren,die mit den Censoren vereint die Aussicht über die Staatskasse führten und dieJahresrechnung aufstellten, und damit zum Senat.
ß 174. Die Eroberung des südlichen Etruriens. Während dieserWin°r° innern Kämpfe gingen die Kriege mit den Grenznachbarn fort. Dabeigewannen die Römer nicht bloß Siege, sondern trugen auch bedeutendeGebietserweiterungen davon. Der Grund lag darin, daß die ihnen bisdahin kräftig entgegentretenden Aequer und Volsker von den Samnitenbekämpft wurden, die von den Kelten gedrängt, nach Süden und zumMeere strebten. Die schon vorher schwer geschädigten latinischen Bundes-genossen der Römer mußten deshalb wieder schwere Kriege tragen und wurden