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Zweites Kapitel: Roms Anfänge.
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gewürfelten Mantel von sich. Gewöhnlich stritten sie zu Fuß, einzelne Schwärme auch zuPferde, wo dann jedem Freien zwei gleichfalls berittene Knappen folgten; in alter Zeithatten sie auch Streitwagen, von Hörigen gelenkt, die im Gefecht den Edelmann schirmten.
Manche Züge erinnern an das Ritterwesen des Mittelalters, wie die den Römern undGriechen fremde Sitte des Zweikampfcs und die wilden Zechgelage bei Bier oder Met.
Nicht bloß im Krieg pflegten sie den einzelnen Feind, nachdem sie ihn zuvor mit Wortenund Geberden verhöhnt hatten, zum Kampfe herauszufordern; auch im Frieden fochten siegegeneinander in glänzender Rüstung auf Leben und Tod. Wunden pflegten sie oft nach-träglich zu erweitern, um mit breiterer Narbe prunken zu können. In den überwältigtenLändern vertilgten sie Bevölkerung, Städte und Anbau; sie knüpften die abgeschnittenenKöpfe der Erschlagenen mit den Haaren an die Mähnen ihrer Pferde; von denen der Vor-nehmen bewahrten sie die Schädel angenagelt im Hause als Erbstück für die Nachkommen.
H 176. Roms Not und Errettung. Der auch im Süden (Veji, Si-g d°rß 174) von den Römern angegriffene etruskische Föderativstaat vermochteschließlich die Apenninenpässe gegen die rüstig herandrängenden Kelten nichtmehr zu halten. Sie drangen in die Hanptburg des Etruskervolkes ein,und dieses mußte sich dazu verstehen, die verhaßten Römer um Hilfe anzu-gehen. Die Römer zeigten sich bereit, da ihnen die nahende Gefahrklar genug war. Aber ohne Erfolg. Etrurien wurde von den Keltenin raschem Ansturm überrannt, und die Gallier drangen, ohne namhafteGegenwehr zu finden, sogar bis über den Tiber vor und schlugen dieRömer, die dem keltischen Elan noch nicht zu widerstehen gelernt hatten,mit leichter Mühe in die Flucht (Schlacht an der Allia?). Rom selbst ssonahmen sie ein und zogen schließlich, unbekannt aus welchen Gründen(vielleicht wegen drohender Bewegungen der Veneter in ihrem Rücken)mit unermeßlicher Beute wieder ab. Hinter ihnen blieb nur ein rauchenderTrümmerhaufen. Wie sich der zu Boden geworfene Staat regenerierte,wissen wir nicht, da gerade um dieses tief eingreifende Ereignis die Sagedie üppigsten Ranken geschlungen hat. Doch muß es bald und gründlichgeschehen sein, ein Zeichen dafür, daß der Keltensturm schließlich nur eineSturzwelle war, unter der alles im grausen Trümmerfall vernichtet zusein schien, aber doch wieder zu Tage kam, und anderseits ein Beweis fürdie unverwüstliche Kraft, die in dem zähen Römerstaate steckte.
Die historische Tradition, die neben manchen Ausschmückungen, besonders zu Gunsten Sagsnhastsder führenden Aristokratie, auch viele geschichtliche Momente enthält, stellt die Einnahme rungund Errettung Roms so dar. Die Gallier setzten über die Appenninen und belagertendie etruskische Stadt Clusium. Die Bewohner suchten Hilfe bei den Römern, die aber Clufiumnur eine Gesandtschaft, aus drei Fabiern bestehend, in das feindliche Lager abschickten,mit der Forderung, von Roms Schützlingen abzulassen. Die Gallier erklärten, daß siebereit seien, Frieden zu halten, wenn die Clusiner einen Teil ihres Landes an sie ab-treten wollten. In dieser Antwort erblickten die Botschafter einen Hohn; begierig, sichzu rächen, mischten sie sich bei einem Ausfall in den Kampf, und einer von ihnen,
O. Fabius, erschlug einen gallischen Anführer. Diese Verletzung des Völkerrechts sehtedie Gallier in Wut. Sie ließen alsbald von Clusium ab, rückten in Eilmärschen, ohnedas dazwischen liegende Land zu verletzen, auf Rom los, und brachten dem römischen Heeram Flüßchen A lli a eine so vollständige Niederlage bei, daß sich nur einige Flüchtlinge über Schlacht anden Tiber nach Veji retteten, Rom selbst aber (das von den Weibern und Kindern vcr- 'lassen worden war) ohne Gegenwehr in die Gewalt der Feinde fiel. Die Gallier branntendie leere Stadt nieder, mordeten auf dem Forum achtzig Greise, die als Sühnopfer fallenwollten, und umlagerten dann das Kapital, wohin sich die streitbare Mannschaft mit denSchätzen und Kostbarkeiten gezogen hatte. Als aber die Besatzung unter der Anführungdes heldenmütigen M. Manlius tapferen Widerstand leistete, eine Überrumpelung durch "die Wachsamkeit der heiligen Gänse verhindert worden war und die Reihen der Gallierdurch Hunger und Krankheit gelichtet wurden, kam nach siebemnonatlicher Belagerung einVertrag zu stände, worin die Gallier gegen eine Loskaufsumme von tausend Pfund Goldesden Abzug versprachen. Der trotzige Anführer Brennus erhöhte noch die bedungene