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Drittes Buch: Römische Geschichte.
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Summe um das Gewicht seines Schwertes, das er in die Wagschale warf, und rief, alsdie Römer sich darob beklagten, höhnisch aus: „Wehe den Besiegten!" Da kam der ver-Abzug bannte Camillus mit einer Schar flüchtiger Römer seiner Vaterstadt zu Hilfe, setzteden abziehenden Feinden nach und entriß ihnen die Beute wieder. Trotz dieses angeblichenSieges, der dem Camillus den Namen eines „zweiten Gründers" der Stadt einbrachte,machte das Ereignis selbst einen tiefen Eindruck. Der Schlachttag an der Allia <18. Juli)wurde als Trauer- und Bußtag verzeichnet; nach dem Glauben des Volks war es derselbeTag, an dem einst die dreihundert Fabier an der Cremkra 170) gefallen waren.
8 177. Wiedererstarknng und Ausbreitung der römischen Macht.
werstin°g Aach dem Abzüge der gallischen Sieger schien es einen Augenblick, alsder Latin« wenn die Vormachtsstellung Roms dahin wäre. Denn die sämtlichen altenFeinde der Stadt, die Etrusker, Volsker und Aequer, standen unter Waffenund suchten sich die hilflose Lage der Stadt zu Nutze zu machen. Jasogar die Latiner und Herniker fielen ab, und nur der heldenmütigen Tapfer-keit des Camillus gelang es, die ersteren zurückzutreiben und die Latiner,vor allem die beiden abtrünnigen Städte Präneste und Tibur, zu ihrerPflicht zurückzuführen. Die Einzelheiten sind zwar ganz sagenhaft, derrömische Sieg aber nicht zu bezweifeln, da im Jahre 358 zwei neue Tribuseingerichtet wurden, die aus dem ursprünglich latinischen, spater volskischenund den früheren Besitzern nicht zurückgegebenen Gebiete hervorgingen.Durch diesen unedlen Eigennutz erregten die Römer bei den schwächerenBundesgenossen einen tiefen Groll, der später in dem Latinerkrieg (Z 181)feinen entsetzlichen Ausbruch fand.
Kaum waren die bisherigen Bundesgenossen besiegt, als Rom sichanschickte, in das Herz von Etrurien einzudringen. Am mächtigsten wardamals die Stadt Tarquinii, die sich durch den unwegsamen ciminischen358 - 3 ^ Bergwald gegen Süden hin genügend geschützt glaubte. Zunächst gelanges den Römern nicht, einen erheblichen Erfolg zu erzielen; nach langen,wechselvollen Kämpfen kam nur ein Waffenstillstand auf 40 Jahre zu stände,der im wesentlichen den gegenseitigen Besitzstand garantierte; ganz Süd-sss etrurien blieb in römischen Händen, die nunmehr die Feldmarken von Caereund Falerii sich aneigneten und die Gemeinden dieser Städte mit einemeingeschränkten Bürgerrecht ohne aktives und passives Wahlrecht (eivitas sinosutkrugio 181s) in ein ehrenvolles Unterthanenverhältnis brachten. Wenn-gleich das eigentliche Etrurien noch frei blieb, so war dessen Unterwerfungnur noch eine Frage der Zeit ; denn der innere Verfall der Nation machteerschreckende Fortschritte. Die Adelsherrschaft und Priesterwillkür richtetendas Volk politisch und ökonomisch zu Grunde, so daß schließlich die be-sitzenden Klassen, die an Zahl nur gering waren, froh sein mußten , alsRom ihnen half und dabei die letzten Reste der Selbständigkeit zerstörte.Eigene Versuche, die alte Macht wieder zu gewinnen, haben die Etruskerniemals wieder unternommen; nur hin und wieder sind sie von andern,z. B. den Samniten (Z 182), ins Schlepptau genommen worden; ihre Kraftwar für immer gebrochen.
Kettenkri«,° All diese Erfolge der Römer wären ganz ausgeschlossen gewesen, wenn3S7-34S dix Gallier ihren Eroberungszug energisch fortgesetzt hätten. Dies geschahjedoch nicht, aus Ursachen, die wir aus unserer gegenwärtigen Kennt-nis der Bewegungen im keltischen Heimatlande nicht völlig zu erklärenvermögen. Wahrscheinlich hatte die Völkerwelle in dem breiten, ziemlichmenschenleeren Donauthale ein geordnetes Bett gefunden, in dem sie ge-regelt abströmen konnte. Nach der ältesten Tradition vergingen nach dem