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Erster Band.
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Drittes Buch: Römische Geschichte.

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Erdspalt gebildet, und es war dem geängstigten Volke die Weissagung geworden, daß er sichnur dann schließen würde, wenn ein Römer so viel Mut besäße, sich selbst zu opfern. Dasprengte einer der edelsten römischen Ritter, M. Curtius, in voller Rüstung mit seinemRoß heran, stürzte sich in den Abgrund und verschwand. Der Spalt aber schloß sich von selbst;der auf seinem Grunde brandende See ward verschüttet, und es blieb nur die Erinnerungan die heldenmütige That.

aMbau°dsr 8 178. Die politische und wirtschaftliche Reform der Tribunen C. LiciniusStadt Stolo und L. Sextius Lateranus. Anfangs fchien es, daß mit dem Keltensturm,der über Rom hinweggebraust war, der junge Staat zusammengebrochen sei.Auch nach dem Abzug der Feinde war das römische Volk noch so entmutigt, daßes die Stadt nicht wieder aufbauen, sondern nach Veji übersiedeln wollte. Nurmit Mühe gelang es den Patriziern, dieses Vorhaben zu vereiteln; und damitnie mehr ein ähnlicher Gedanke aufkomme, wurden die Häuser in Veji demVolke zum Abbruch überlassen und der Boden verwünscht zu ewiger Öde.Aber die Gefahr zog ebenso schnell vorüber, wie sie gekommen war. Es gelangRom verhältnismäßig sehr bald, wieder an die Spitze der Latiner zu treten undnach außen hin eine geachtete Stellung einzunehmen (ß 177). Dies ermutigte diePatrizier, den inneren Kampf, der während der äußeren Kriegsereignisse geruhthatte, wieder zu beginnen. Kaum war Rom (in der Eile mit engen undkrummen Straßen und kleinen Wohnhäusern) wieder aufgebaut, als die Patrizieralle ihre Vorrechte von neuem in Anspruch nahmen und zunächst die Schuld-gesetze mit der alten Strenge in Anwendung brachten. Dadurch gerieten dieinfolge des gallischen Krieges verarmten Plebejer, deren Kräfte sich durch denAufbau der Wohnungen und die Anschaffung von Zugvieh, Gerät, Saatkornerschöpft hatten, und die nun noch durch die Umlagen zur Soldzahlungan das Heer hart in Anspruch genommen wurden, in große Not; dies bewog

Captt-ttnus iwn Retter des Kapitals, M. Manlius (Capitolinus), ihren Fürsprecheres« zu machen und auf Minderung der Schuldenlast und Verteilung des Gemein-landes anzutragen. Als ein tapferer Kriegsmann ins Schuldgefängnis ab-geführt werden sollte, löste ihn Manlius mit seinem Gelde und gab ihn denSeinigen zurück, zugleich bot er seine Grundstücke zum Verkauf aus und schwur,so lange er noch einen Fußbreit Landes besitze, werde er nicht gestatten, daßein Römer als Schuldknecht abgeführt werde. Dafür traf ihn der Haß seinerStandesgenossen in solchem Grade, daß sie ihn unter der nichtigen Anklage,er strebe nach königlicher Gewalt, zum Tode verurteilten, worauf er vomtarpejischen Felsen gestürzt, sein Haus geschleift und sein Andenken ge-brandmarkt ward. Sogar seine eigenen Geschlechtsgenossen gaben den edeln Mannpreis und beschlossen, niemals wieder den Vornamen Marcus anzuwenden.

Für den Augenblick mochte der Terrorismus der Adelspartei das Volk ab-schrecken, aber wo ein wirkliches Bedürfnis eines ganzen Volkes vorliegt, hilft auchdieses äußerste Mittel nicht auf lange Zeit. Darum begannen die Kämpfe kurzeZeit darauf von neuem und endigten schließlich mit einer Niederlage des Adels aufder ganzen Linie. Die Patrizier kämpften freilich mit verzweifelter Hartnäckig-keit; längere Zeit wußten sie die notwendige Gesamtregelung des Schulden-wefens zu hintertreiben, um in jedem einzelnen Falle desto rücksichtsloser durch-greifen zu können. Jedoch ward ihre Position von Tag zu Tag unhaltbarer.Denn der alte Geschlechtsadel verfiel dem Schicksal jeder in sich geschlossenenKaste und nahm sehr schnell an Anzahl ab. Das Gesetz des Canulejus (Z 173)hielt den Verfall nicht auf, schuf vielmehr eine neue plebejische Adelspartei,die für die politffchen Forderungen der Plebs noch viel entschiedener auftrat,als es früher die vereinzelten Volkstribunen gekonnt hatten. Die wirtschaft-liche Notlage der Plebs war diesen „neuen Männern", da sie selbst reich waren,gleichgültig. Ihnen lag an dem Zutritt zu den hohen Staatsämtern, diewiederum für ihre ärmeren Genossen nicht in Frage kamen. Doch durften siedie wirtschaftlichen Forderungen der armen Plebejer nicht unberücksichtigt lassen,