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Erster Band.
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Drittes Buch: Römische Geschichte.

s 180.

(der „Patres") verlangt, also das frühere Bestätigungsrecht der Patrizierausgeschieden; 3. die Wählbarkeit der Plebejer für die Censur, die schon391 in einem einzelnen Falle zugestanden worden war, gewährleistet. DieDiktatur war den Plebejern schon vor 356 eröffnet: 356 trat zum erstenMale ein Plebejer (Rutilus) als Diktator an die Spitze des Staats. Nurdie Priesterwürden der Pontifices und Auguren blieben noch einigeZeit im Alleinbesitz der Patrizier, bis es den Plebejern gelang, auch diese letztesvo Schranke zu durchbrechen und die völlige Gleichstellung der beidenStände zu erkämpfen (Gesetz des Tribunen Ogulnius). In dem Wider-streit und der endlichen Ausgleichung der Stände lag eine Hauptursache derGröße Roms. Die anfangs feindlichen Elemente „glichen zwei Mühlsteinenvon verschiedenem Korn, welche durch ihr gegenarbeitendes Leben erst dasrechte Mark der Männer zu Tage förderten". Durch die licinisch-sextische Ge-setzgebung hatte das höhere Staatsrecht über das beschränkte Familienrecht,das Lebendige über das Starre und Unbewegliche den Sieg davongetragen.

NobMtät Nlit ihn ist die Bevorrechtung eines einzelnen Standes und die Bedeutungdes Geburtsadels dahin geschwunden. An seine Stelle trat die Nobilität,der Amtsadel, aus patrizischen und plebejischen Familien gemischt, wenigerstreng abgegrenzt von der Masse des Volkes, stets ergänzt durch Zuwachsvon neuen Mitgliedern, aber nicht weniger herrfchsüchtig und hartnäckig sowohlin der Aufrechterhaltung seines Übergewichts im Staate, als auch konsequent,fest und geschickt und rücksichtslos in der steten Hebung von Roms Größe undMacht nach außen. Diesem Beamtenadel stand eine große Aufgabe bevor, dieEroberung Italiens und die Ausbildung Roms zur Großmacht.

Drittes Kapitel.

Roms Aufsteigen zur Mittelrueergrotzmacht (366—133).

Z.. Roms Vorherrschaft in Italien (366—272).

8 180. Der erste Samnitenkrieg (343—341). Sobald nach der An-nahme der licinischen Gesetze die Verfassungskämpfe in der Hauptsacheschwiegen, begann in Rom wieder eine kräftige Politik nach außen. DieFolgen der Bürgereintracht (Concordia), der Camillus kurz vor seinem Todeam Fuße des Kapitals ein Heiligtum weihte, ein Denkmal der Sühnungund Ausgleichung des alten Zwistes, zeigten sich zunächst in den siegreichenkampn°sL6 Gefechten mit den umherstreifenden Schwärmen der Gallier, wobei, nachder Sage, der erste plebejische Diktator C. Marcins Rutilus ernanntund die vielgepriesenen Heldenthaten des T. Manlius Torquatus und desM. Valerius Corvus (§ 177) vollbracht wurden. Bald setzte die noch vonCamillus eingeführte Verbesserung de s Heerwesens und der Be-waffnung (ß 185) die Römer in den Stand, sich mit den kräftigen, sreiheit-liebenden Samniten in einen Kampf einzulassen. Der Kampf mit diesemVolke ist in jener Periode, trotzdem daß die Tradition die Gallierkämpfemehr hervortreten läßt, bei weitem das wichtigste Ereignis gewesen. DieSamniten, das einfache Hirtenvolk der Berge, hatten viele Jahrzehntelang das nach ihnen benannte Hügelland Samnium in Besitz gehabt, umgebenvon gleich starken Nachbarn. Als aber die etruskische Vormacht nieder-gebrochen war, die Gallier von Norden her drängten, wegen Menschen-überflusses Landnot eintrat und die griechischen Kolonien llnteritalienskeinen rechten Widerstand mehr zu leisten vermochten, da rückten samnitische