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Erster Band.
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H 182. Drittes Kapitel: Roms Aufsteigen zur Mittelmeergrvßmacht (366—138). Z73

wenn sie nach Rom zogen und sich dem Census unterwarfen, in den Komitienmitstimmen, verloren aber ihre Selbständigkeit. — Andere, wie die kampanischenStädte Formiä, Capua, Fundi, Cumä, Suessula u. a., wurden Municipien,mit selbständiger innerer Verwaltung ohne volles römisches Bürgerrecht. DieBewohner der Municipien konnten sich, mit Beibehaltung des einheimischenBürgerrechtes, in Rom niederlassen, wo sie alle Pflichten eines römischenBürgers erfüllen mußten und dafür alle civilrechtlichen Vorteile, abernicht die politischen Rechte eines solchen genossen (oivitas mns sutkragio).

Dieses Verhältnis war wegen des Verkehrs sehr wichtig, und wurde nichtbloß innerhalb Italiens eingegangen. — Solche Städte schließlich, denen manweder politisch, noch in der Verwaltung traute, wurden von einem ausRom gesendeten Berussbürgermeister (xraekkotns) verwaltet und hießen xras-looturak. — Im übrigen wurde die Stadtverwaltung genau der römischennachgebildet. An der Spitze standen zwei Duumvirn (die den Konsuln ent- g-»°fsen-sprachen), neben ihnen gab es als beratende und beschließende Behörde dieDecurionen (gleich dem römischen Senat), und auch die übrigen römischen Beamtenfanden ihre entsprechende Nachbildung. In all diesen Einrichtungen sehen wir dieersten Ansätze zu der großartigen Verwaltungsmaschine des späteren Weltreiches.

§ 182. Der zweite Samnitenkrieg, Krieg gegen die Jtaliker.(326—304). Durch dieses kluge System, die Interessen der Latiner anRom zu knüpfen, fühlten sich die noch unabhängigen Bewohner Italienslebhaft beunruhigt. Wenngleich sich die Neuordnung Latiums noch einigeJahre hinzog, ließ sich sofort erkennen, daß die Römer gewillt waren,ihre Grenzen immer mehr nach Süden vorzuschieben; hierbei mußten sienaturgemäß mit den Samniten, die bisher ihre Bundesgenossen gewesenwaren, in Kampf geraten. Wenn die letzteren nicht sofort zu den Waffengriffen, so hatte das seinen Grund darin, daß ihre ganze Kraft an ihrerSüdgrenze in Anspruch genommen war. Denn der MolosferfürstderM°'l°ff°rAlexander (tz 184), ein Oheim des großen Alexander, war mit einemgriechischen Heere in Süditalien eingefallen und suchte den verwegenenPlan, ein abendländisches Weltreich zu gründen, zu verwirklichen, unddamit dasselbe wie sein Neffe im Osten zu thun. Sein Hauptstützpunktwar die große Stadt Tarent und feine Hauptgegner die Samniten, dienatürlichen Widersacher der unteritalischen Griechen, von denen er gegendie südwärts dringende Völkerwelle zu Hilfe gerufen war. Mit Glück fochtder hellenische Condottiere gegen die barbarischen Stämme, fiel aber durchMörderhand, ehe er den Preis seiner Kriegsthaten ernten durfte. Damitwar die Gefahr für die Samniten, von dieser Seite her angegriffen zuwerden, beseitigt, sie konnten nun ihre ganze Kraft gegen Rom wenden.

An Veranlassungen zum Kampfe, bei dem es sich um die Vorherrschaft in Kampfs>»itganz Italien handelte, fehlte es nicht. In der Anlegung der römischen Sammt-»Militärkolonien Cales und Fregellae sahen die Samniten eine Bedrohung sssund Feindseligkeiten der Neapolitaner gegen Rom sollen die letzte Ursache zudem zweiten Samnitenkriege gewesen fein. Dieser denkwürdige Kampf istuns leider durch die einseitige und ruhmredige Darstellung der Familien-chronisten, die in Livius ihren Niederschlag findet, nur in sehr nebelhafterGestalt bekannt geworden. Sicher ist, daß er lange hin und her schwankteund den Römern mehr als einmal empfindliche Niederlagen brachte.

Die Vorteile, welche die Römer in den ersten Jahren erfochten, wärendurch das unvorsichtige Vordringen der Konsuln T. Veturius und ^«^321Sp. Postumius in die von steilen Waldhügeln umgebenen Caudi-