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Drittes Buch: Römische Geschichte.
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nischen Pässe (wo nach tagelangen Kämpfen das ringsum eingeschlossenerömische Heer sich endlich dem feindlichen Führer Gavins Pontiusergeben und nach Ablieferung der Waffen und Stellung von sechshundertGeiseln unter dem Joche durchgehen mußte) verloren gegangen, wennnicht der römische Senat den in der Not mit Pontius abgeschlossenenFriedensvertrag mit unredlicher Doppelzüngigkeit für ungültig erklärtund die schuldigen Konsuln gefesselt den Samniten ausgeliefert hätte.Mit Erbitterung sahen die Samniten, daß ihre bescheidenen Forderungen(Ausgabe der römischen Kolonien auf samnitischem Gebiete) durch Betrugverweigert wurden; jedoch nahmen sie nicht nur die übersandten Heerführernicht an, sondern verschonten auch großmütig die Geiseln, deren Lebennach Kriegsrecht verwirkt war, und wandten sich zu neuem Waffenkampf.Der Abfall der Latinerstadt Satricum zu den Samniten war ein warnendesBeispiel für die Römer, was sie zu erwarten hatten, wenn der Unfall beiCaudium nicht durch neue Siege verwischt wurde. Darum strengten diefolgenden Heerführer, besonders die Diktatoren L. Papirius Cursorund Q. Fabius Maximus (Rullianus), alle Kräfte an, um die ge-3is schändete Wasseruhr wieder herzustellen. Satricum, durch Verrat erobert,erlitt ein schweres Strafgericht; Luceria (eine apulische Stadt, die sich denRömern angeschlossen hatte, aber von den Samniten erobert worden war)wurde zurückgewonnen und die Besatzung durch das Joch geschickt; dielatinischen und campanischen Städte wurden in das römische Bürger-recht (Z 181) aufgenommen und teils durch neue Vorteile, teils durchEinschüchterung enger an Roms Interessen gekettet. Schließlich warendie römischen Unternehmungen von solchem Erfolg gekrönt, daß dieSAacht^berSainniten, trotz eines zweiten Sieges beiLautulä, nach einigen Jahrensrs den Andrang der Römer nicht mehr allein zu bestehen vermochten und sichnach fremder Hilfe umsehen mußten. Diese sollte ihnen nicht fehlen; dennden übrigen italischen Völkern und den Griechen singen die Augen anaufzugehen über die Gefahr, die ihnen von dem willenskräftigen römischenStaate drohte. Die Anlegung zahlreicher Kolonien, die die einzelnenStämme trennten, und die Bündnisse mit den entfernter wohnendenStämmen (z. B. den Apulern und Lukanern), um die Feinde im Rückenzu bekriegen, mußten selbst die vertrauendsten argwöhnisch machen,den wrigm Zuerst erhoben die über Roms wachsende Größe besorgten EtruskerJtaiiksrn die Waffen und bekriegten die römische Kolonie Sutrium; aber schonna nach wenigen Jahren vernichtete Q. Fabius Maximus, nach einemsog kühnen Zuge über das ciminische Waldgebirge, durch die Siege amVadimonischen See und bei Perusia die Blüte ihrer Mannschaftso« und schlug dann die auf Rom marschierenden Umbrer bei Mevania.Gleichzeitig überwand Papirius, von seinem Gegner Fabius selbst zumDiktator ernannt, die in kostbarem Waffenschmuck und purpurnen Leib-röcken mit Silberschilden einh erzieh enden Samniten bei Longula. Denrömischen Soldaten folgten die Kolonen und besetzten die festen PunkteLuceria, Saticula, Jnteramna und Suessa Aurunca, die durch eine Heer-straße mit Rom verbunden wurden. Über diese Zwingburgen erschraken diekleineren Völkerschaften sabellischen Stammes, unter ihnen vor allem außerden llmbrern die Eidgenossenschaft der Herniker, und vereinigten sich mit denSamniten; aber auch diese wurden teils unterworfen, teils durch Sonder-verträge von den übrigen abwendig gemacht und in das Verhältnis der