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Erster Band.
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Drittes Buch: Römische Geschichte.

8 184.

Pyrrhos

nach

Sicilien

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genähert hatte, und dem die Völkerschaften und die griechischen Städte Unter-italiens sich ergeben hatten, einen Frieden abzuschließen und den abgefallenenStaaten die Unabhängigkeit zu gewähren; aber der blinde Appius Clau-dius, der sich im entscheidenden Augenblick in den Senat führen ließ undiung°n"mit »die ungebrochene Energie einer gewaltigen Natur mit seinen Flammen-dem Senat Worten dem jüngeren Geschlechte in die Seele hauchte", widerriet diesesVorhaben und brachte die Versammlung zu der Antwort, daß erst nachdem Abzug des Feindes über einen Frieden verhandelt werden könnte, einGrundsatz, der, hier zum ersten Male ausgesprochen, forthin in RomGeltung behalten hat. Die würdevolle Haltung des Senats (der demthessalischen Redner Kineas, des Pyrrhos Gesandten, wie eine „Ver-sammlung von Königen" vorkam) und die Einfachheit der römischenHeerführer erregten nicht minder die Bewunderung des ritterlichen Königs,der bisher nur die griechische Welt kannte, als die Tapferkeit und dieKriegskunst der Legionen.

Pyrrhos verlor nun bald alle Hoffnung aus einen glücklichen Ausgangdes Krieges mit Rom und sehnte sich nach einer Gelegenheit, den italischenBoden mit Ehren verlassen zu können. Mit Freuden folgte er daher demRuf der Syrakusaner, die Freiheit der Hellenenstädte auf Sicilien gegendie Karthager zu schützen. In seinem hochfliegenden Geiste sah er sichschon als Beherrscher eines griechischen Westreiches, das in Tarent undSyrakus seine festen Stützpunkte haben würde. Zunächst gelang es ihmdie Karthager aus das feste Lilhbänm zu beschränken (§ 188); aber sein Plan,sich der schönen Insel zu bemächtigen, scheiterte, und als er nach einemdreijährigen Aufenthalte nach Tarent zurückkehrte, waren dem „Adler"die Schwingen gelähmt; Kampf und Krankheit hatten die Reihen seinerKrieger gelichtet und Wohlleben und Beutelust ihre Mannszucht erschüttert.

Die Römer hatten unterdes ihre Zeit nicht verloren, die unsichernitalischen Völker wieder zur Ordnung gebracht und die griechischen Städteeingenommen. So war denn der Vorteil auf ihrer Seite, als der Kampsbegann. Pyrrhos griff die konsularischen Heere mit tollkühner Verzweif-lung an; aber er erlitt durch die gestählte Kraft der Römer unter demstreitbaren M'Curius Dentatns, der sich einst durch einen Antragaus Ackerverteilung unter die Plebejer die Gunst der Volksgemeinde er-worben hatte (Z 185), bei Maleventnm (forthin Beneventumgenannt sZ 158j) eine solche Niederlage, daß er sich zum eiligen Abzügegenötigt sah. Er verließ Italien, indem er nur in Tarent eine Besatzungauf die Burg legte, um sich in Makedonien des Thrones zu bemächtigen.Aber auch hier gelangte er nach zahllosen Kämpfen mit Antigonos Go-natas (§ 143) nicht zum Ziele und sank immer mehr zum abenteuerndenCondottiere herab. Unruhigen Geistes unternahm er bald darauf einenabenteuerlichen Zug in die Peloponnes, von dem er nicht wiederkehrte.

In demselben Jahr, da Pyrrhos vor Argos im dichten Kampfgewühldurch einen Steinwurs vom Pferde geschleudert und getötet ward, wurde272 Tarent den Römern zinspstichtig und verlor seine Mauern, seine Waffenund seine Kriegsschiffe. Die Unterwerfung der Lukaner, Apulier undBruttier befestigte in den nächsten Jahren Roms Herrschaft über Unter -27v italien. Die Eroberung von Rhegion, das eine meuterische Legion ausKampanien, nach Ermordung der männlichen Bevölkerung, zehn Jahre langim Besitz gehalten hatte, machte den Schluß; was von den räuberischen

Pyrrhos inCampanien

Unterwer-fung Unter-italiens