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Drittes Buch: Römische Geschichte.
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wirkten vorbildlich und sind die ersten Zeugen jener Kulturthätigkeit, die demSatze Berechtigung gaben: „Die Römer bauten sür die Ewigkeit." Die Geld-mittel wurden durch die glücklichen Kriege geschaffen, die auch die nötige ZahlArbeitshände brachten, wie sie für solche Arbeiten in ungesundem Geländenotwendig waren. — Unterdes ging die Demokratisierung Roms weiter. Frei-gelassene traten in den Senat, die Legionstribunen wurden vom Volke gewählt,die Kenntnis der Prozeßformen wurde durch deren Veröffentlichung Gemeingut,das. ogulnische Gesetz lieferte sogar die aristokratischen Priesterämter denPlebejern aus (Z 179). Jedoch suchten die Patrizier immer wieder auf wirt-schaftlichem Gebiete ihre Überlegenheit geltend zu machen, hierbei von derplebejischen Nobilität unterstützt. Einen Vorschlag des Konsuls M'CuriusDentatus, aus dem Lande, das nach den Samnitenkriegen erworben war, fürdie römischen Bürger neue Ackerlose zu bilden, wußten sie zu vereiteln, da siedurch die Okkupationen größeren Vorteil zu erhoffen hatten. Ein Beschluß
S?z-ffi»n Tributkomitien, dieses Gesetz des Curius durchzuführen, wurde für un-287 gültig erklärt, und dieser Verfassungsbruch führte zu der dritten Sezession286 auf den Janiculus. Der Adel mußte nachgeben und auf den Vorschlag desDiktators Q. Hortensius alle Klauseln fallen lassen, die man noch dem valerisch-horazischen (K 172) und publilischen Gesetze (§ 179) angehängt hatte. Fortanregierten die Tributkomitien.
dauemder Jedoch war Rom noch weit entfernt, dem Ehrgeize wortgewandter Dema-
Einfluß der gogen anheimzufallen. Die Nobilität hielt unter sich strenge Manneszucht
Nobliltat verdiente es in vieler Hinsicht, die Herrschaft zu führen; jene Jahrewaren, wie viele Einzelzüge beweisen, die schönste Zeit der Republik 179).Tugend und Seelenadel gaben allein Rang und Ansehen, Patrizier undPlebejer wetteiferten miteinander in Heldenmut und Kriegsruhm; der Standes-geist war der Vaterlandsliebe gewichen. Fabricius ließ sich wederdurch des Pyrrhos Gold von dem geraden Pfad der Tugend ablenken, nochdurch das plötzliche Erscheinen eines großen Elephanten, den ein Vorhang ver-borgen hatte, in Schrecken setzen. Curius und Fabricius starben, wie Aristeides,so arm, daß die Bürgerschaft ihre Töchter ausstatten mußte, und den DiktatorFabius ließen seine Freunde begraben, da die Familie die Kosten nicht auf-zubringen vermochte. Dazu kam noch ein Zweites, was dem römischen Adeldie Herrschaft in die Hand gab und in dem Senat die wichtigste Regierungs-behörde herausbildete, die nötige Sachkenntnis und den politischen Blick,die die Senatoren allein sich erwerben konnten. Denn bei der Erweiterungdes römischen Gebietes verloren allmählich die kleinen Bürger und Geschäfts-leute das Verständnis für die Aufgaben der Regierung und damit die Volks-versammlung ihre frühere Bedeutung.
Kriegswesen Seine gewaltigen Erfolge hat Rom zum allergrößten Teile seiner vortrefflich ein-gerichteten Kriegsmacht zu verdanken gehabt, die in Gliederung, Ausbildung seit derKönigszeit her viele Veränderungen durchlaufen hat. Das römische Heer jener Tage istein Bürgerheer gewesen, dessen erste Gliederung auf das engste mit den bäuerlichen Besitz-verhältnissen zusammenhing (Z 167). Die Feldzüge fanden im Sommer statt, wo die Legionausrückte, aber zur wichtigsten Arbeitszeit im Herbste wieder zu Hause war. Winterfeldzügekamen erst in den Vejenterkriegen auf und zogen zugleich die Svldbezahlung nach sich (K 174).Da die alten 18 Rittercenturien (Z 167) nicht mehr genügten, so wurden auch andere Leuteals Reiter zugelassen. Als das Gebiet der Römer und damit auch die Märsche des Heeressich ausdehnten, lernten sie die Kunst, ein befestigtes Lager zu bauen, worin sie sich denübrigen Völkern bald weitaus überlegen zeigten. In den Samnitenkriegen gab man dieTaktik des alten Gewalthaufens auf und löste die Legion in eine Anzahl taktischer Einheitenaus, die selbständig manövrierten. Die Legion mit ihren 4200 Mann Sollbestand zerfiel in1200 Hastati, 1200 Principes und 600 Triarier, nach Altersklassen geordnet. Dazukamen 1200 Leichtbewaffnete (vslites). Diese drei Abteilungen bildeten drei Treffen, vondenen das letzte, die Triarier, nur eingriff, wenn Not an den Mann ging. Jedes dieser
Manipular- einzelnen Treffen nun zerfiel wieder in zehn Unterabteilungen, Manipeln, so daß dieganze Einteilung die Manipularlegion heißt. Die Gesamtdienstzeit ward auf das 20. bis