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Erster Band.
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381
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ß 186. Drittes Kapitel: Roms Aufsteigen zur Mittelmeergroßmacht (366—138). Z81

45. Lebensjahr gerechnet. Zu jeder Legion gehörten 300 Reiter, die in zehn Schwadronen(Türmss) zerfielen und von Dekurionen befehligt wurden. Die Gesamtzahl der römischenLegionen betrug damals vier, von denen je zwei in einem konsularischen Heere vereinigtwaren. — Die Bewaffnung bestand aus Helm, Brustpanzer, viereckigem Schild undBeinschienen. Dazu kam das kurze, breite Schwert, für die Triarier die lange Stoßlanzeund für die vorderen Treffen die Wurflanze (Pilum). — Das Kommando führten dieKonsuln abwechselnd oder der Diktator (magiMsr xoxnli), dem ein Reiterführer zur Seitestand. AIs Stabsoffiziere fungierten die Kriegstribunen, ursprünglich drei, dannsechs, deren Dienstpflichten im einzelnen nicht mehr erkennbar sind- Ursprünglich ernanntesie der Konsul; später wurden sie vom Volke gewählt (Z 189). An der Spitze der Manipelstanden die Centurionen, von denen allemal zwei einem Manipel beigegeben waren. >

Der älteste Centurio kommandierte den ersten Manipel der Triarier und führte den Titelprimipilus. — Einen sehr wichtigen Faktor im damaligen Heere bildeten die Bundes-genossen, die ungefähr ebenso viel Fußvolk stellten wie die Römer selbst. Diese bildetenkeine besonderen Abteilungen, sondern waren an das römische Heer angegliedert; jedochhatten sie an den Präfekten, die den Rang der Kriegstribunen hatten, eigene Befehlshaber.

Weit stärker war ihr Kontingent an Reiterei, in deren Ausbildung die Römer nie etwasHervorragendes geleistet haben. Sie bildeten nur ihr weltberühmtes Fußvolk heraus,aber die Truppen, die durch besondere Fertigkeiten sich auszuzeichnen hatten, suchten sieanderswoher zu gewinnen.

§ 186 . Die wirtschaftliche und geistige Entwicklung Roms bis zu denpanischen Kriegen. Rom ist zur Zeit der Republik immer ein vorwiegend Ackerbau IrundlAetreibender Staat gewesen- Was der Soldat mit dem Schwerte gewann, das suchte d-s Staatsder kolonisierende Bauer mit dem Pfluge zu dauerndem Besitze zu gestalten; dieKämpfe zwischen der Altgemeinde und den Neubürgern gehen um den Grund undBoden, der als das vornehmste Besitztum angesehen ward; die unterworfenenLatiner und Jtaliker müssen den Siegern die Hälfte ihrer Feldmark abtreten;die altkonservative Centuriatverfassung und die neuen Tributkomitien erhaltenihren Rahmen durch bäuerliche Besihverhältnisse. Jahrhunderte lang dientenlandwirtschaftliche Produkte als Tauschmittel: nach Viehhäuptern wurde derWert des Eigentums abgemessen (psounia). Nach der Erwerbung von Mittel-oder Unteritalien änderten sich die Verhältnisse nur wenig. Mit Zähigkeithielt Rom an den von den Vatern überkommenen Wirtschaftsformen fest; nurzeigte sich sehr bald eine Neigung bei den vermögenderen Familien, zum Groß- Bsui-bs-betrieb überzugehen und durch das System der Okkupation weite Länderstrecken formenzu bewirtschaften, was ohne Sklavenarbeit nicht möglich war. Das nötigeMenschenmaterial lieferten die zahlreichen glücklichen Kriege, und die darinliegende Bedrohung der Kleinbesitzer ward durch die schnelle Ausdehnung desReiches und die Anlegung zahlreicher Kolonien immer wieder beschworen. Zu-gleich trat eine sorgfältigere Bewirtschaftung ein, man gewöhnte sich an denDreifelderbau (II, § 15) und säte den von den Griechen oder Karthagernüberkommenen Weizen anstatt des altheimischen Speltes. In dem Ertrag derFeldfrüchte und der Viehwirtschast lag der Reichtum des erstarkenden Staates;auf einer preiswerten Ausfuhr feiner Bodenprodukte beruhte feine finanzielleBlüte. Denn die Industrie stand noch sehr tief; was man brauchte, wurde Industrievon Etrurien und den Griechenstädten eingeführt und dafür an diese vondem heimischen Überschuß an Ackerbauprodukten abgegeben. Sehr langsamentwickelte sich darum auch der Übergang zur Geldwirtfchaft. Jahrhunderte-lang ist in Rom überhaupt nicht geprägt worden; dann bildete dasKupferpfund die erste Münzeinheit. Erst zur Zeit der Kriege des Pyrrhostauchen die ersten römischen Silbermünzen auf, die an die Kupfermünzenangeglichen waren und nicht an die schon lange vorher in Etrurien (Popu-lonia) und in den Griechenstädten ausgebrachten Silberstücke. Das Hand-werk wurde nur in rohester Form getrieben und war weit entfernt von derFeinheit der Griechen oder den bequemen Stücken, die die karthagischen Semitenin den Handel brachten. Alles war nur auf den unmittelbarsten Nutzen be-rechnet. Am deutlichsten sieht man das an den Bauten der damaligen