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Erster Band.
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H 188. Drittes Kapitel: Roms Aufsteigen zur Mittelmeergroßmacht (366—133). Z85

und umspannte damit das spätere Stadtgebiet. Bald danach gelaugte der fromme Äueasauf seinen Irrfahrten nach Karthago/ und Dido, die ihn liebte, nahm sich, da er sie verließ,um seinetwillen das Leben.

Die Stadt schien durch ihre Lage auf einer weit vorspringenden Halbinsel wie zurHerrschaft bestimmt. Die steile Bhrsa (Burg) erhob sich über dem Meer und dem großen Seevon Tunes. Die Häfen, die noch heute in gewissen Salzlagnnen wohl erkennbar sind,waren stnrmsicher und in großer Nähe vom Ufer so tief, daß die größten Schiffe direkt anden Uferquais laden konnten. Nach dem Lande zu ließ sich die Stadt leicht verteidigen,teils durch die Steilabhänge, teils durch die Niederung des Bagradas und durch turmhoheMauern.

§ 188 . Karthago und Syrakus bis zum Zusammenstoß mit den Römern.

Zunächst gewann Karthago das Bagradasthal, dessen reichen Boden seine Kauf-leute durch die eingeborenen Libyer oder Maxyer, wie sich diese Barbaren selbstnannten, bebauen ließen. Mit der Zeit drangen sie dann am NordrandeAfrikas östlich und westlich vor. Die einheimischen Stämme (die man gewöhnlichunter dem Namen Numider zusammenfaßt) beugten sich der neuen Civilisationund nahmen panische Sprache und Schrift an. Bis weit hinein in die Wüstegalt karthagisches Gebot, und bald richteten die Punier ihr Augenmerk aus aus-ländische Besitzungen. Ihre ersten Erwerbungen machten die Karthager auf denInseln deS Westmeeres, wo die Pityusen (Ebusus) und Malta ihnen zufielen.Dann setzten sie nach Sicilien über und kamen dadurch in Berührung mitden Hellenen, die bald im Osten den Phönikiern ihre Kolonisationsgebiete entrissenhatten. Es gelang den Karthagern, in Sicilien ein Kolonialreich zu erwerben,aber sie verloren es wieder, da die Gliederung ihres Staates sich als zu lockererwies, sobald sie mit den Griechen und später mit den Römern zusammenstießen.

Zur Zeit der Perserkriege erlitten die Karthager durch den syrakusanischenTyrannen Gelon eine große Niederlage (Z 94); aber die Zwietracht dergriechischen Gemeinwesen, die in inneren Kämpfen ihre Kräfte aufrieben, schienihnen die Möglichkeit zu bieten, von neuem auf der günstig gelegenen Inselallein zu herrschen. Von Segesta zu Hilfe gerufen, setzte Hannib al, GisgosSohn, über das Mittelmeer, erstürmte Selinus, Himera und das reiche,prachtvolle Agrigent, und brachte Gefangene und Beute in unendlicher Mengenach seiner Vaterstadt. Der Schrecken über diese Unfälle bewirkte, daß Dio-nysius, ein junger, tapferer Krieger, die Alleinherrschaft über Syrakuserlangte. Die vierzigjährige Regierung dieses Tyrannen zeigt ein fortwährendesAuf und Nieder; bald ist er an der Spitze einer imposanten Macht, bald amRande des Abgrundes. Im Anfang vermochte er nur dadurch sich in derHerrschaft zu befestigen, daß er die ganze Südküste Siciliens an Karthagoabtrat; sowie er sich aber im Besitze sicher fühlte, brach er den schimpflichenFriedensvertrag. Gestützt auf ein neugeschlossenes Bündnis mit Sparta, dassich damals zum Angriff aus die Perser anschickte (Z 121), nahm er zunächsteine griechische Stadt nach der andern in Besitz und begann schließlich denKampf gegen die Karthager. Diese wurden bald bis in ihre früheren Besitzungenzurückgeworfen, Motye ward belagert und eingenommen, und der karthagischeFeldherr Himilko genötigt, in Lilybäum eine neu. Festung zu erbauen. Biszu des Dionysios Lebensende wogten die Kämpfe hm und her; bald waren dieKarthager bis an die Westküste, bald Dionysios bis an die Ostküste gedrängt.Im großen und ganzen endete der dreißigjährige Kampf damit, daß dieGrenzen von 405 eingehalten wurden. Die gewaltige Natur des Dionysios,der zu den bedeutendsten Persönlichkeiten Griechenlands zählte, vermochte geradenur, die Hellenen in ihrem Besitzstände zu erhalten.

Nach seinem Tode wüteten die schlimmsten Parteikämpse und stellten denBestand des syrakusanischen Reiches in Frage. Zwar gelang es der Partei,die dem Dionysios ergeben war, dessen Sohn, Dionysins den Jüngern,^aus den Thron zu heben, aber die Kraft des Staates war dahin, und währendder Zuckungen des syrakusanischen Gemeinwesens dehnten die Karthager ihre

Weber-Baldamus, Weltgeschichte. 21. Aufl. I. 25

Lage derStadt

Ausbrei-tung derKarthager

408—LOS

Dionysiusder Ältere406—267

405

397

Dionysiusoer Jüngere367—344