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Drittes Buch: Römische Geschichte.
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Besitzungen weiter aus und richteten ihre Blicke bereits auf die durch Partei-wut zerrissene Hauptstadt. Der jüngere Dionysios, ein eitler und über-856 mutiger Tyrann, den sein edler Schwager Dion (§ 116) mit Platons Hilfevergebens der Schwelgerei und der Grausamkeit, der er sich ergeben, zu entreißengesucht hatte, wurde endlich von Dion verjagt. Als aber nach der Ermordungssi des rechtschaffenen Dion durch einen falschen Freund in Shrakus Unordnungeintrat, gelang es dem Dionysios, der mittlerweile zu Lokri gelebt hatte, sichAs zum zweiten Male der Thrannis zu bemächtigen. Allein die Erfahrunghatte ihn weder weiser noch besser gemacht; Sinnengenuß und Ausschweifungwechselten mit Grausamkeit und Despotenlaunen ab, bis endlich die Syrakusaner,seiner Tyrannei müde, sich um Hilfe an ihre Mutterstadt Korinth wendeten.Die Korinther schickten ihnen eine Flotte und ein Hilfsheer unter der LeitungTimoleon des strengen, rechtschaffenen Timoleon. Dieser hatte schon früher seinenEifer für die demokratische Freiheit durch die Teilnahme an der Beseitigungseines eigenen Bruders, der sich in Korinth zum Tyrannen hatte machenwollen, bethätigt und ergriff jetzt mit Freuden die Gelegenheit, den Zwiespaltseines Innern durch neue Thaten zu tilgen und den auf ihm lastenden Mutter-fluch wieder wett zu machen. Er vertrieb den Dionysios, der von da an in3i4 Korinth in Dunkelheit lebte, und richtete in Syrakus eine republikanischeVerfassung auf gemäßigt demokratischer Grundlage ein. Nach-dem Timoleon die Burg in Syrakus niedergerissen hatte, um die Rückkehr der3io Thrannis unmöglich zu machen, und die Karthager am Flusse Krimisos ge-schlagen und zu einem Frieden gezwungen hatte, der sie auf ihre alten Be-sitzungen im Nordwesten Siciliens einschränkte, lebte er bis zu seinem Tode inhohen Ehren. Die glänzende Leichenfeier und die aufrichtigen Thränen, mitdenen das Volk seinen Befreier ehrte, waren deutliche Beweise der Anerkennung.
Unter der Siaatsleitung dieses Mannes hatten die Kämpfe mit denKarthagern geruht, um nach seinem Tode um so heftiger auszubrechen. Schonschien es, als wenn Karthago sich doch noch der ganzen Insel bemächtigenwürde, da wurde die von Timoleon wiederhergestellte Demokratie durch eineneue Thrannis beseitigt und damit ein neuer Vorstoß gegen Karthago ein-geleitet. Unter dem kühnen, von dem niedrigen Stande eines Töpferssohnes^ 3 i?-Wg^^ Herrschaft von Syrakus emporgestiegenen Tyrannen Agathökles wurdeder Kampf zwischen Puniern und Griechen mit solchem Glückswechsel geführt,daß zu gleicher Zeit Syrakus von den- Karthagern und Karthago vonAgathökles' Heer belagert wurde. Als die von den Feinden des Tyrannenherbeigerufenen Karthager die Belagerung nachlässig betrieben, erspähte Agathökleseinen günstigen Zeitpunkt und segelte von Syrakus mitten durch die feindlichenSchiffe nach der Nordküste von Afrika. Hier ließ er nach der Landung seineFlotte verbrennen, um seinen Kriegern nur die Wahl zwischen Sieg oder Todzu lassen, und bemächtigte sich in kurzem des ganzen panischen Gebietes mitAusnahme der Hauptstadt, während der karthagische Feldherr Hamilkar vor3io Syrakus geschlagen ward und als Gefangener eines gewaltsamen Todes starb.Das Glück war dem Agathökles so hold, daß er schon daran denken konnte,auch die Hauptstadt selbst einzunehmen. Da er mit seinen eigenen sehr un-zuverlässigen und zur Meuterei geneigten Truppen den Angriff nicht zuunternehmen wagte, rief er den makedonischen Statthalter Ophelias vonKyrene unter lockenden Versprechungen zu seinem Beistande herbei. Dieserfolgte dem Ruf, ward aber von dem schlauen Syrakusaner unter dem Vor-geben, er sinne auf Verrat, überfallen und erschlagen; darauf wurden dessenSoldaten, 20 000 Mann, gezwungen, in Agathökles' Dienste zu treten, der sichnunmehr im stolzen Gefühle seiner Macht und in der Hoffnung, bald Meisters<n von ganz Nordafrika zu sein, den Königstitel beilegte. Bald trat jedochM6 eine Wendung ein; in einer Schlacht besiegt, floh er heimlich nach Sicilien,um wenigstens die Herrschaft in Syrakus zu behaupten, und ließ seine Truppen