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Drittes Buch: Römische Geschichte.
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die Verluste auf dem Meer; man mußte versuchen, der karthagischen See-macht eine entsprechende Flotte entgegen zu stellen und den Feinden dieHerrschaft des Meeres zu entreißen. Wie sehr die Römer auch bisher Scheugetragen hatten, sich unter die Seemächte einzureihen und aus dem ElementeMacht und Erfolge zu suchen, auf dem ihr „felsenfester" Heldenmut denMangel an Geschicklichkeit und Gewandtheit nicht ersetzte: eine Weltmachtemer"römi- km* ohne eine starke Flotte nicht zu erzielen. Sie ließen daher (wie manschen Woitesagt, nach dem Muster eines gescheiterten finnischen Fünsdeckers) Kriegs-schiffe bauen und versahen sie mit einer aus beiden Seiten geschütztenEnterbrücke, durch die die feindlichen Fahrzeuge festgehalten und derKampf einem Landgefecht ähnlich gemacht werden konnte. Dadurch gewann260 der Konsul C. Duilius (Duellius) die erste Seeschlacht bei Mylä,einem Vorgebirge an Siciliens Nordküste, unweit der liparischen Inseln,und erlangte die Ehre eines Triumphes für den glücklichen Ausgang; aufdem Forum ward eine Säule als Siegesdenkmal errichtet, geschmücktmit den Schnäbeln der erbeuteten Schiffe und einer heute noch teilweiseW? erhaltenen Inschrift. Ein zweites Seetreffen am thndarischen Vor-gebirge nicht weit von Mylä blieb unentschieden.
'°Afra°'" Hieraus beschlossen die Römer, durch eine kühne Fahrt nach Afrika258 dem Kriege ein schnelles Ende zu bereiten. Nach dem großen Seesieg aufder Höhe vonEknömos (einem Kap auf der Südküste Siciliens) setztensie mit einer 330 Segel starken Flotte und einem großen Landheer unterdem wackern Konsul M. AtiliusRegulus nach Afrika über. Von derHafenstadt Clupea aus, wo das Heer ungehindert landete, rückte Reguluserobernd und verheerend an der Küste hin, unterstützt von den abgefallenenStädten und Völkerschaften Numidiens, und näherte sich den Thoren derbestürzten Hauptstadt. Die Karthager baten um Frieden; als ihnen aberder Sieger die harte Bedingung stellte, nicht nur aus Sicilien undSardinien zu verzichten, sondern auch in ein abhängiges Bundesverhältniszu Rom zu treten und bei künftigen Kriegen mit ihren Schiffen dierömische Flotte zu vermehren, da ermannten sie sich und rüsteten sichzu verzweifelter Gegenwehr. Die Not verlieh ihnen Energie; sie ver-stärkten ihre Truppen durch numidische Reiter und griechische Söldnerund übertrugen einem geübten, von ihnen herbeigerufenen Feldherrn, demSpartaner Xanthippos, die Leitung des Verteidigungskrieges. Dieser255 besiegte bei der Hafenstadt Tun es die Römer so vollständig, daß sich vondem schönen Heere nur 2000 Mann retteten; die andern wurden teils^fangen erschlagen, teils gerieten sie mit dem Konsul in Kriegsgefangenschaft. Vondem ganzen eroberten Gebiete blieb nur Clupea in römischen Händen.Auch dies ging ihnen durch den Kleinmut der Friedenspartei in Rom ver-loren ; diese hatte nach den vielen Niederlagen die Oberhand über die nachder Weltherrschaft strebende Kriegspartei gewonnen und beschloß deshalbden wichtigen Landungsplatz ohne Schwertstreich zu räumen. Eine großerömische Flotte erschien, um die Reste der Legionen und die Beute abzuholen.255 Die sich ihnen entgegenstellenden Punier wurden am hermäischen Vor-gebirge geschlagen, freilich nur mit Mühe und unter Mitwirkung derin Clupea stationierten Schiffe. Dann barg man, was von dem Heeredes Regulus noch übrig war, und fuhr heim; aber an der Küste Sicilienswurde die römische Flotte von einem gewaltigen Orkan erfaßt und dreiViertel der Schiffe wurden vernichtet. Karthago, das schon die demütigendsten