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Erster Band.
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Drittes Buch: Römische Geschichte.

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versehen werden konnten, alle Bewegungen der Römer, ließ das platteLand durchstreifen und unternahm Freibeuterfahrten nach llnteritalien,unbekümmert um die römischen Heere, die ihn von der Ebene aus um-lagert hielten. Dies war jedoch nur so lange möglich, als Hamilkar sichdie Verbindung mit Drepana offen hielt und keine römische Flotte dieZufuhren zur See hinderte. Sobald deshalb zu Rom, infolge eines groß-artigen patriotischen Aufschwunges, durch Privatbeiträge und Veräußerungder Tempelschätze wieder eine Flotte von 200 Segeln ausgerüstet war242 und der Konsul C. Lutatius Catulus bei den ägatischen Inselndas feindliche Geschwader geschlagen und teils versenkt, teils erbeutet hatte,Friede mußten die Karthager einen Frieden eingehen, worin sie aufSicilienund die umliegenden kleinen Inseln verzichteten und sich verpflichteten,innerhalb von zehn Jahren 3200 Talente (15 Millionen Mark) Kriegs-entschädigung zu zahlen. Der Friede, der sich durch die Erschöpfung Kar-thagos und den Söldnerkrieg als notwendig herausgestellt hatte, war,wenn auch ehrenvoll, doch hart. „Dann stieg der unbesiegte Feldherr einerüberwundenen Nation herab von seinen langverteidigten Bergen und über-gab den neuen Herren der Insel die Festungen, welche die Phöniker seitwenigstens vierhundert Jahren in ununterbrochenem Besitz gehabt hattenund von deren Mauern alle Stürme der Hellenen erfolglos abgepralltWaren." Dem König Hiero von Shrakus wurde zwar seine Selbständigkeitund die Neutralität seines Gebiets gewahrt, zum Dank für die vielen treuenDienste, die er den Römern geleistet hatte; aber das Verschwinden diesesletzten selbständigen Teiles von Sicilien in der römischen Provinz warnur eine Frage der Zeit. In Karthago trug man das Unvermeidliche,doch gab ein großer Teil der Bürgerschaft die Hoffnung nicht aus, dasverlorene Kleinod wiederzugewinnen, und den reichen punischen Adligen,die eine gemäßigte Friedenspartei unter Hannos des Großen Führungbildeten und sich mit Rom zu stellen suchten, stand die Menge der Bürgerin der von den Barkas geführten Kriegspartei gegenüber.d?r"P§>vtn- Sicilien, „Italiens Kornkammer", wurde die erste römische Provinz,zialosrwal- Die Grundzüge der Provinzialverwaltung, wie sie schon damals festgestelltSicMn und späterhin weiter ausgestaltet wurden, sind folgende. Ein in einerömische Provinz umgewandeltes Land erhielt von dem siegenden Feldherrn,mit Vorbehalt der Senatsbestätigung, seine erste Einrichtung und wurdedann von einem Proprätor oder Prokonsul nebst einem Legaten undOuästor verwaltet. Anfangs wurden die Statthalter eigens zu der Stelleernannt; später aber losten die vom Amte abtretenden Prätoren undKonsuln um die gewöhnlich auf ein Jahr übertragenen Statthalterschaften.Diesen Prokonsuln und Proprätoren stand außer der Verwaltung auch dieRechtspflege und die Leitung des Kriegswesens in den Provinzen zu. DieRechtspflege geschah bei Processen der Einwohner unter sich nach heimischemRechte, bei allen Fragen aber, die das Staats- und Völkerrecht betrafen,nach römischem Rechte und in lateinischer Sprache, was in der Folge für diefernen, barbarischen Länder eine Quelle der Kullur, aber auch der Bedrückungund Übervorteilung wurde. Die aus den Provinzen bezogenen Einkünfte derRömer waren mannigfacher Art; außer den Staatsgütern, die sie an Pacht-gesellschaften vergaben, erhoben sie noch Grund- und Personalsteuern an Geldund Zehnten, Hutgeld von den öffentlichen Tristen, Abgaben von Berg- undSalzwerken, Hasen- und Landzölle u. dgl. Auch die Steuern wurden nichtunmittelbar erhoben, sondern verpachtet. Die Unterthanen in den Provinzenverloren das Waffenrecht und stellten keinen Zuzug zum römischen Heere; in den