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Drittes Buch: Römische Geschichte.
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aus den Alpen und vom obern Rhonethal (die Gäsaten) zu Hilfe gerufen.Schon stand der furchtbare Feind unter seinen Königen Concolitanus undAneroestus, Brand und Verwüstung bringend und die gegnerischen Truppenallenthalben niederwerfend, vor Clusium, als die Römer ihm entgegen-2W zogen, ihn zwischen zwei Heeren einschlössen und beiTelämon an Etru-rierrs Küste unweit der Mündung des Umbro (Ombrone) den tapfern,aber schlecht bewehrten Galliern (§ 175) eine solche Niederlage beibrachten,daß 40000 das Schlachtfeld deckten und 10000 Kriegsgefangene in dieGewalt der Überwinder fielen. Darauf überschritten die Römer den Pound nötigten unter dem obengenannten, zum Konsul erhobenen C. Fla-min ius, die Jnsübrer, den mächtigsten gallischen Volksstamm, zurUnterwerfung. Ein zweiter Sieg, den einige Zeit nachher M. MarcellusWL bei Clastidium am Po davontrug, wo der Gäfatenkönig Viridömar vonder Hand des Römers erschlagen ward, brachte ganz Oberitalien mit^ rÄ>uch°" der Hauptstadt der Jnsübrer, unter die Macht der Römer,
die somit Italien bis zu seinen natürlichen Grenzmarken, denAlpen, beherrschten und die neuerworbenen Besitzungen durch Militärkolonien(Placentia, Cremona) zu sichern suchten. Die fruchtbaren Landstrichediesseit und jenseit des Flusses wurden durch Heerstraßen (den flaminischenund semitischen Weg) mit der Hauptstadt in Verbindung gesetzt undmpinawud^ch dem hannibalischen Kriege unter dem Namen Gallia cisalpinaProvinz in eine römische Provinz verwandelt.
§ 191. Die Karthager in Spanien. Mittlerweile wußten sich dieKarthager, unter dem Einfluß der Mächtigen Barkidenpartei (Z 189), in demMetallreichen Südspanien für die erlittenen Verluste zu entschädigen.Das schöne Land war von ihnen bisher nur kaufmännisch ausgebeutet,nicht wirklich in Besitz genommen worden; jetzt rückte es für sie in denVordergrund des Interesses, und bald dehnten sich ihre Grenzen weit indas Innere des Landes aus. Der Besitz von Gades (Cadix) undanderen günstig gelegenen Küstenpunkten erleichterte ihnen die Eroberung.Die alten Bewohner der Halbinsel vermochten trotz aller Tapferkeit undGewandtheit bei ihrer inneren Zerrissenheit der punischen Kriegsmachtund dem Geschick ihrer Befehlshaber nicht zu widerstehen. In dem männ-287-229 lich kräftigen Hamilkar und seinen drei Söhnen, „der Löwenbrut",die er im Feldlager aufzog, hatte die Kriegspartei der Karthager fähigeund unternehmende Führer. Hamilkars Eroberungen am Guadalguivir(Bätis) und Guadiana (Anas) wurden von seinem Nachfolger und229-222 Schwiegersohn Hasdrübal weiter ausgedehnt, und Neu-Karthago(Kartagena), ein trefflicher Waffenplatz mit gutem Hafen und Hasdrubalsprächtiger „Königsburg", wurde an der Stätte der früheren Phöniker-stadt Mastia angelegt. Durch das Feldherrntalent Hamilkars, der im229 besten Mannesalter in offener Feldschlacht tapfer kämpfend den Tod fand,und durch die staatsmännische Gewandtheit Hasdrubals wurde so in Spanienein karthagisches Kolonialreich gegründet, das die schönsten Landschaftenauf der Süd- und Ostküste der Halbinsel umfaßte und durch Ackerbau,Bergwerke und Handelsverkehr reich und blühend war. Dies erweckte dieFurcht und den Neid der Römer. Sie zwangen daher den Hasdrübal,in einem Vertrage zu erklären, „daß er den Ebro als die Grenze anerkenne,über die hinaus Karthago nicht berechtigt sein sollte, seine Eroberungenauszudehnen", und schlössen zugleich mit der reichen und mächtigen