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Drittes Buch: Römische Geschichte.
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nach Afrika, die der Konsul Tib. Sempronius Longus leiten sollte; gegenHannibal suchten sie sich durch ein abgesondertes Beobachtungskorps unterdem Konsul P. Cornelius Scipio, der nach Spanien gehen sollte, zu decken.Im karthagischen Hauptquartier entschied man sich für den Angriffvon der Landseite her; eine Unterstützung zur See sollte erst dann er-folgen, wenn der Landangriff geglückt sei. Im Sommer des Jahres 218scherAnE^ie Hannibal über den Ebro, unterwarf die Völkerschaften zwischen diesemFluß und den Pyrenäen und drang darauf mit einem aus Libyern undSpaniern bestehenden Heere von 50 000 Mann zu Fuß, 9000 Reitern und37 Elefanten in Gallien ein, während sein Bruder Hasdrubal miteinem gemischten Heer von Afrikanern und Spaniern und einer ansehnlichenFlotte Spanien in Gehorsam hielt. Hannibal erkämpfte sich den Durch-gang durch Südgallien und den Übergang über die Rhone (Rhodänus).wo ihm eine römische Heeresabteilung des Konsuls P. Cornelius Scipio,der auf die Nachricht von Hannibals Anmarsch in Südfrankreich gelandetwar, vergebens den Weg zu verlegen gesucht hatte, und trat den ewig denk-würdigen ZugüberdieAlpenan. Unter steten Kämpfen mit den rauhenÜbergang Alpenbewohnern (den Allobrögern und Ceutronen) überstiegen die Söhnedes heißen Libyens und des sonnigen Spaniens die mit Schnee und Eisbedeckten Berghöhen, ohne Weg und Obdach, an Felsenwänden und überAbgründen hin, ein Zug, aus dem Tausende durch Kälte, Erschöpfung,Hunger und Leiden aller Art zu Grunde gingen. Am fünfzehnten Tagegelangte er nach Oberitalien; sein Heer war um mehr als die Hälftevermindert und fast aller Saumtiere beraubt; aber mit diesen Truppenkonnte ein so begabter Feldherr alles wagen, zumal in einem Lande, dessenvor kurzem unterworfene Bewohner sich nur nach einer günstigen Gelegen-heit sehnten, um das verhaßte Joch der Römer abzuschütteln, und dieKarthager als ihre Befreier begrüßten.
Ansichten über den Weg, den Hannibal genommen hat, ist viel gestritten worden; eine absoluteWeg Hanni- Sicherheit läßt sich nicht erzielen, da die Berichte des Livius und Polhbius weder unterbals sich, ngch mit den örtlichen Verhältnissen in Einklang zu bringen sind. Die meistenenglischen Forscher (Wickham, Cramer) nehmen an, daß Hannibal das oberste Jstrethalhindurchzog, den kleinen St. Bernhard überschritt und im Thal der Dora Baltea die ober-italische Ebene errreichte. Die deutsche Forschung (Mommsen, Neumann) nimmt an, daßHannibal bei Cularo (Grenoble) in das Thal des Drac eingebogen sei, den Mont Gentvreüberschritten habe und bei Segusio (Susa) das Thal der Dora Riyaria erreichte, um nach.Taurasia (Turin) zu gelangen. Die französische Forschung, die neuerdings die meisteZustimmung gefunden hat, läßt Hannibal vom Istre- in das Arcthal eindringen, denMont Cents (oder den nahegelegenen Col du Klavier) überschreiten und ebenfalls in Segusiodas Thal der Dora Riparia erreichen.
Kaum War der tapfere Konsul P. Scipio, der zu spät von HannibalsMarschrichtung Genaueres erfahren hatte, um ihn am Fuße der AlpenSeptember ^ erwarten, in einem Reitergefecht amTicinus besiegt und schwerverwundet zum Rückzug nach Placentia gezwungen und sein Kollege, der vonSscilien zurückgerufene Tiberius Sempronius, in der Schlacht an der^Gallier* Trebia vollständig überwunden worden, so fiel das cisalpinischeGallien dem Hannibal zu und verstärkte sein geschwächtes Heer durch ge-wandte und abgehärtete Hilssmannschaften. Die Niederlage des Sempronius,der die vortreffliche Verteidigungsstellung des Scipio unbedacht aufgab, warselbstverschuldet; er hatte, weil sein Amtsjahr sich dem Ende näherte, denRuhm haben wollen, den eingedrungenen Feind zurückzuschlagen, undopferte darum seine Armee. Von den römischen Legionen, die in früher