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Drittes Buch: Römische Geschichte.
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Etrurien war verloren, und dem Sieger stand der Weg nach Rom offen;Sllditalie» aber der trotzige Mut der Bevölkerung und die Erschöpfung des eigenenHeeres hielten den Karthager ab, in das Herz des Gegners einzudringen.Zunächst machte er den Versuch, die übrigen Unterthanen Roms zum Ab-fall zu bringen; doch hielten die Latiner in unerschütterlicher Treue zuRom; mit seinem kriegerischen Unternehmen hatte er deshalb wenig Er-folg. Vor den Mauern von Spoletium zurückgeschlagen, zog er deshalbunweit der östlichen Meeresküste durch die von den kleineren sabellischenVölkerschaften bewohnten und von römischen Bauernhöfen bedeckten Länderverheerend nach Apulien, um zunächst die kriegerischen Völkerschaften Unter-italiens zum Abfall zu bewegen.
MaffmÜ? 8 1^3. Das Jahr 216. Schlacht bei Cannae. Auf diesem WegeDiktator stellte sich dem karthagischen Feldherrn ein Mann entgegen, der ihm durchVorsicht und kluge Besonnenheit große Schwierigkeiten bereitete, der neu-gewählte Diktator Q. Fabius Maximus der Zauderer (Onnetator),ein Gegner der demokratischen Volksmacht und ihrer Führer. Er vermieddie offene Feldschlacht, verfolgte aber das feindliche Heer aus Tritt undSchritt und zog aus jeder ungünstigen Stellung desselben Vorteil. Vorallem hinderte er ihn, sich in Campanien, wohin Hannibal nun gezogen war,an einer Unterthanenstadt einen Stützpunkt zu schaffen, so daß der kartha-gische Feldherr sich genötigt sah, im Volturnusthal auswärts nach Apulienabzumarschieren. Hierbei wollte ihm Fabius den Weg verlegen und brachtedas panische Heer durch Besetzung der Berghöhen bei Casilinum in eineso schlimme Lage, daß Hannibal nur durch eine List den Durchmarsch zuMrung°in erreichen vermochte. Diese Vorsicht des Feldherrn und die feste Treue derUnt-r!tal!°n italischen und griechischen Bundesgenossen, die dem Punier ihre Städteverschlossen, hielten Rom ausrecht. Aber das Murren des Volkes überdie zögernde Kriegssührung des hochbejahrten, eigensinnigen Diktators,sowie die Klagen der durch die feindlichen Heere hart mitgenommenenBundesgenossen bewogen die Römer, von ihrer früheren Gepflogenheitabzugehen und dem Reiterobersten M. Minucius, einem Mitgliede derVolkspartei, ebenfalls volle diktatorische Gewalt anzuvertrauen. Sie teiltendas Heer, und Minucius ergriff sofort die Offensive, freilich mit solchemUnglück, daß nur das schnelle Herbeieilen des Fabius ihn zu retten ver-mochte. Fabius übernahm den Oberbefehl wieder allein, bis sein Kom-mando abgelaufen war, und übergab dann sein Heer den Konsuln,kwipfe'i» Während des Winters 217/216 bekämpften sich in Rom beide ParteienR°m aufs heftigste. Die Volkspartei setzte es durch, daß ihr Führer, der Fleischers-sohu C. Terentius Varro, zum Konsul gewählt ward, der durch dieAdelspartei (Optimaten) den L. Aemilius Paullus, den glücklichenFeldherrn des illhrischen Krieges (Z 190), als Kollegen erhielt. Da manbei noch längerem Zögern befürchten mußte, daß die schrecklich verwüstetenUnterthanenländer den Römern nicht die Treue halten würden, so beschloßman, die Offensive zu ergreifen. Ein doppelt so starkes Heer, wie das kartha-gische, ward ausgehoben und den Konsuln vom Senat der Befehl erteilt,den Feind zu verfolgen und zu schlagen. Im untern Teil des Ausidus-^T^^'thales, wo Hannibal das Kastell Cannae besetzt und die römischen MagazineZuni eis weggenommen hatte, trafen die beiden Gegner aufeinander. Die Konsulnwechselten Tag für Tag im Oberbefehl. Diese unglückliche Einrichtungveranlaßte den Varro, in einem für die Römer ungünstigen Gelände am