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Erster Band.
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397
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Z 194. Drittes Kapitel: Roms Aufsteigen zur Mittelmeergroßmacht (366—133). Z97

2. August (des uuberichtigten Kalenders jZ 232s) loszuschlagen, und dieüberlegene Kriegskunst des Hannibal brachte den Römern, die so fest aus einengroßen Sieg gehofft hatten, eine entsetzliche Niederlage bei. Über 40000Streiter zu Fuß, 2700 Ritter, 80 Männer senatorischen Ranges, den hoch-herzigen L. Aemilius Paullus an der Spitze, sollen die Walstatt gedeckthaben. Nach der Schlacht soll Hannibal drei Scheffel goldener Ringe, dievon den Armen der erschlagenen Ritter abgestreift worden waren, zumZeichen seines Sieges nach Karthago geschickt haben. Fast in keiner Familiefehlte die Totenklage; die Überlebenden waren in harter Gefangenschaft ohneAussicht auf Loskauf oder Befreiung, und die Entflohenen wurden von demSenate, der trotz des entsetzlichen Schlages den Mut bewahrte und keinenGedanken an Frieden mit dem siegreichen Feind aufkommen ließ, als ehr-los zu schimpflichem, unbefoldetem Kriegsdienst in Sicilien gezwungen.

Groß war die Sorge, daß Hannibal, dem Rate seines Reiterführers Schlacht**Maharbal folgen und sich direkt gegen Rom wenden würde. Doch nachlangem Überlegen ließ er von diesem Plane ab, um endgültig die italischenUnterthanen Roms für sich zu gewinnen. Darum nahm er seine Winter-quartiere in Campanien, und vor allem in dessen Hauptstadt Capua, wo siseine auf Rom eifersüchtige nationale Partei den Übertritt zu Hannibalbewirkt und den Abfall durch die Ermordung aller in der Stadt anwesendenRömer besiegelt hatte. Der Abfall von ganz Unteritalien zu Hanni-bal und ein Bündnis mit Shrakus, wo um diese Zeit der weise,friedfertige und knnstliebende Hieran II. starb und fein jugendlicher Enkel,der unfähige, hoffärtige Hieranymos die Regierung übernahm und nachalter Tyrannenweise zu herrschen begann, waren die nächsten Folgen derverhängnisvollen Schlacht. Zugleich fand eine Annäherung zwischenKarthago und Philipp von Makedonien statt, und als sollte Romin diesem Jahre sein Ende finden, wurden auch zwei nach Gallien entsandteLegionen mit ihrem Führer L. Postumius Albinus durch einen Hinter-halt gänzlich vernichtet. Nur in Spanien retteten die Brüder Cn. undP. Scipio die römische Waffenehre und hinderten durch die BesiegungHasdrubals bei Jbera am Ebro den Plan, die ganze karthagische Machtzum Untergang der Tiberstadt zu vereinigen.

§ 194. Kämpfe in Sicilien und Unteritalien. Hannibals in zahl- zAUngenreiche Besatzungen verteiltes und durch den Krieg stark vermindertes Heerwurde nicht durch Nachsendungen gehörig verstärkt und konnte deshalbkeinen entscheidenden Angriff mehr wagen. In Rom aber war man nunbedacht, den Zwiespalt zwischen Senat und Volk, zwischen Aristokraten undDemokraten auszugleichen. Hierbei war die wichtigste Folge der Niederlagevon Cannae die, daß die Römer von nun an die Feldherrn nicht mehrnach der politischen Parteiftellung wählten, sondern nach ihrer militärischenTüchtigkeit, und daß der alljährliche Wechsel im Kommando aufgehobenund das Imperium verlängert wurde, wenn die Sachlage es gebot.

Der Dank, den der Senat dem Konsul C. Terentius Varro bei seinerRückkehr nach Rom abstattete, daß er an der Rettung des Vaterlandesnicht verzweifelt habe, war die Kundgebung des Friedensschlusses undder Versöhnung der Parteien; dadurch übernahm der Senat thatsächlichwieder die Oberleitung des Kriegs. Zugleich suchte man die verzweifeltefinanzielle Lage des Staates dadurch zu bessern, daß man zu aller-hand Luxusgesetzen und zu dem System der Staatsanleihen griff und