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Trittes Buch: Römische Geschichte.
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die letzten Schatzreserven verbrauchte. Dabei war die Opferwilligkeit derBürger groß. Wer nur irgend konnte, verzichtete auf Sold und Bezahlungund stellte dem Vaterlande Hab und Gut zur Verfügung. Gestärkt durchdiese Eintracht und durch die Treue und Hingebung der italischen Völker-schaften der mittleren Lande, trafen dann die Römer neue, ungeheureRüstungen, indem sie die ganze Mannschaft bis ins Knabenalter unterdie Waffen riefen und Schuldknechte und Verbrecher, ja selbst Sklaven indie Armee einreihten. Es sollte auch dem letzten Bürger begreiflich ge-macht werden, daß es für ihn wie für alle keinen Frieden gebe, undRettung nur im Siege sei.
Mit dem Beginne des Frühlings konnten die Römer frische Truppeneis ins Feld schicken; jedoch entsprach der Erfolg nicht den gewaltigen An-strengungen, die sie gemacht hatten : der Kampf zog sich in die Länge mitwechselndem Kriegsglück. Doch gewannen die Römer langsam Boden. DieSeele des Kampfes war M. Claudius Marcellus, das „Schwert Roms",der die rechte Mitte zwischen dem Zaudern des Fabius und der Vor-schnelligkeit anderer innehielt. Die Verteidigung von Casilinum, wo einekleine Kriegerschar aus Präneste und Perusia mit wunderbarer Ausdauerden punischen Waffen und dem Hunger widerstand, und zwei glückliche Ge-b^?N°1a ^chte (das eine bei Nola unter Marcellus, das andere bei Benevent, wo^ sich die von dem heldenmütigen Tib. Sempronius Gracchus geführtenSklavenlegionen ihre Freiheit erfochten) brachten Hannibals Sieges-lauf zum Stillstand und drängten ihn zur Defensive. Das war eingroßer Gewinn; nun galt es vor allem, Zuzug von außen abzuhalten,damit Hannibal nicht wieder zum Angriff übergehen könne. Deshalbmußten die abgefallenen Städte wieder erobert werden.
Belagerung Marcellus setzte deshalb nach Sicilien über und belagerte Shrakus,?i 4 -AL das ßch aber, obwohl nach der Ermordung des Königs Hieronhmos und derAusrottung des ganzen Hieronischen Hauses von bürgerlichen Unruhenfurchtbar zerrissen, unter dem Beistand des erfindungsreichen Mathematikersund Physikers Archimedes (Z 156) mit Tapferkeit und Glück verteidigte,so daß Marcellus nur durch die größte Anstrengung nach dreijährigerBelagerung Herr der Stadt wurde. Schrecklich war die Rache der Römer:die Krieger mordeten und plünderten; Archimedes ward über seinenStudien erschlagen; die schönsten Kunstwerke wurden nach Rom gebracht,und Shrakus wurde so zu Boden geschlagen, daß es sich bis heute nichtwieder zu erheben vermocht hat. Damit waren die Aussichten der Karthager,sich wiederum auf Sicilien festsetzen zu können, und Hannibals Hoffnung,von dort aus Zuzug zu erhalten, dahin. Aufs neue gehorchte Sicilienden Römern, die nunmehr ihre Provinzverwaltung über die ganze Inselausdehnten. Aber die frühere Blüte der Insel war unter den entsetzlichenKriegsschlägen verschwunden; die Römer mußten durch Entfernung derverwilderten Räuberscharen die Insel vom gänzlichen Untergang retten.Für die in Sicilien verlorenen Aussichten fand Hannibal einigen Ersatz2 i 2 an Tarent und den griechischen Städten an der Südostküste, wo diekarthagische Partei die Oberhand erhielt und den Abfall bewirkte. DieseErwerbung war um so wichtiger für den punischen Feldherrn, als erlung-n mu dadurch die mit König Philipp III. von Makedonien angeknüpften Ver-Phuchv bindungen leichter unterhalten und den zaudernden Verbündeten näher ansich heranziehen konnte. Freilich wurde dies dadurch verhindert, daß