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Erster Band.
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ß 196. Drittes Kapitel: Roms Aufsteigen zur Mittelmeergroßmacht (366—133). 403

trotzdem nicht so schnell in den Schoß fiel, so trug mit daran schulddie Thatsache, daß der eine noch lebte, vor dem einst die stolze Roma ge-zittert hatte. Hannibal blieb zunächst in Karthago, wo er durch zeit-gemäße Reformen und eine einsichtige und sparsame Verwaltung den zuBoden getretenen Staat wieder aufrichtete und durch kluge Finanzpolitikdie lastende Kriegsschuld in überraschend kurzer Zeit abstieß. Jedoch dasMißtrauen der Römer ruhte nicht, bis er gezwungen ward, sein Vater- rssland zu verlassen und als heimatloser Flüchtling zu den Herren des Ostenszu gehen; diese aber reizte er nun zum erbitterten Widerstand, indem erihnen in Karthagos Schicksal das Bild ihrer eigenen Zukunft zeigte.

L. Die Unterwerfung des hellenischen Ostens (200—(33).

§ 196. Der erste makedonische Krieg (206—197). In den helle- ^Mado-uischen Reichen, die aus der zerfallenden Hinterlassenschaft Alexanders desGroßen entstanden waren, hatte man den großen Kampf im Westen mit des Kriegslebhaftem Interesse verfolgt. Freilich hatte man zu unbestimmte Vor-stellungen von der Größe der miteinander ringenden Mächte und derdabei heraufziehenden Gefahr, um sich zu energischem Eingreifen, so langees noch Zeit gewesen wäre, entschließen zu können; dazu kam auch diekurzsichtige Politik der ländergierigen Diadochen, die es für am besten hielt,bei diesem welthistorischen Streite möglichst viele Privatvorteile zu erlangen,so daß unersetzliche Zeit verloren ging und Rom ungehindert zur Nieder-werfung Karthagos schreiten konnte. Dann war es zu spät für wirklicheErfolge; gegen die neue Weltmacht konnte man Wohl eine Zeit lang ohn-mächtig ankämpfen, mußte sich aber ihr schließlich fügen.

Das sollte vor allen Dingen Makedonien fühlen. Das Mutterland M-iedora-»von Alexanders Weltmonarchie mußte es zuerst erfahren, daß der Schwer-punkt der Weltpolitik weiter nach Westen verlegt war. In Makedonienregierte damals König Philipp III., ein talentvoller Mann voll Ver-^uipp in.stand und Witz und von gewinnendem Wesen, aber treulos, raubgierigund sinnlich, an Übermut und Frevelsinn, wie an ritterlichen Waffen-thaten ein echter Sohn feiner Zeit. Die drohende Nähe der Römer inDyrrhachium (Z 190) und Apollonia hatte ihn schon lange mit Be-sorgnis erfüllt und den aufreizenden Reden des bei ihm weilenden flüchtigenillhrischen Abenteurers Demetrius von Pharus zugänglich gemacht; dieKunde von den karthagischen Siegen führte daher bald ein Bündniszu Schutz und Trutz zwischen ihm und Hannibal herbei (K 194); aberstatt den panischen Feldherrn nun kräftig zu unterstützen, vergeudetePhilipp seine Zeit in fruchtlosen, von Scenen wilder Grausamkeit be-gleiteten Kämpfen mit den griechischen Inseln und Küstenstädten, diesich unter Roms Schutz gestellt hatten, den Rhodiern, Chiern, Ätoliern,

Athenern und dem König Attalos von Pergamon. Im Bunde mit KönigAntiochos III. von Syrien beschloß er, fein Gebiet nach Osten auszudehnen.

Nachdem Ptolemäus IV. Philopator in Ägypten gestorben war (206), suchtenbeide Könige dem unmündigen Erben Ptolemäos V. seine auswärtigen Be-U^^umsitzungen zu entreißen. Da der junge Fürst von seinem Vater unter Roms^N-be»-Vormundschaft gestellt war, bot dies den Römern erwünschten Anlaß ein-zugreifen, als ihnen das Ende des zweiten punischen Krieges erlaubte, ihre

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