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Drittes Buch: Römische Geschichte.
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Waffen mit Nachdruck gegen Osten zu kehren. Eine Zeit lang führte Romdiesen Kamps nur durch Diplomatenkünste und dadurch, daß es den unter-worfenen Hellenen die Befreiung Griechenlands versprach. Erst im Winterdes Jahres 200 kamen römische Truppen nach Makedonien und begannenim Frühjahr 199 den Krieg. Unterstützt von dem achäischen Bunde (ß 144)und andern griechischen Staaten, leistete der makedonische König langeZeit glücklichen Widerstand. Die Erstürmung und Zerstörung von>sg Chalkis aus Euböa, dem wichtigsten Waffenplatz Philipps mit reichenVorräten, vergalt er durch die Verwüstung der Landschaft um Athen, undden Angriffen in Makedonien selbst begegnete er mit Geschick und mitis8 kluger Benutzung der überlegenen Ortskunde. Als aber der gewandte, fürhellenische Kunst und Litteratur begeisterte T. QuinctiusFlamininusin pomphafter Weise die griechischen Staaten zur Freiheit aufrief, dieAchäer nach langem Schwanken zum Anschluß an Rom bewog, denspartanischen Tyrannen Nabis (ß 145), den Philipp umsonst durch Über-lassung der getreuen Stadt Argos zu gewinnen gesucht hatte, auf seineSeite brachte und ebenso kriegskundig wie staatsklug die Makedonier beidsr^Mm-- der Berggruppe Kynoskephala (Hundsköpfe), unweit Pharsalos besiegte,dom-r willigte Philipp in einen Frieden, in dem er Griechenlands UnabhängigkeitE anerkannte, alle auswärtigen Besitzungen abtrat, seine Flotteund eine große Summe Geldes hergab und dem Rechte eigenmächtigerKriegführung entsagte. Damit war der Hauptzweck erreicht undMakedonien zu einer Rom ungefährlichen Macht zweiten Ranges herab-gedrückt. Es ganz zu vernichten, wie vor allem die Ätolier wollten, lagnicht in Roms Interesse, und darum fanden die leidenschaftlichen Anträgedes griechischen Nationalhasses bei dem humanen Sieger kein Gehör.§ri-ch°n- Nunmehr galt es, in der chaotischen Masse der griechischen Feindelands und Freunde Makedoniens Ordnung zu schaffen. Es war unmöglich,hierbei jeden Einzelwunsch zu befriedigen; schließlich fand Flamininuseinen Ausweg, der das Hellenenvolk im allgemeinen zufrieden zu stellenversprach. Es mochte kühle Politik und aufrichtige Bewunderung helle-nischer, freilich vergangener, Größe gleichmäßig auf ihn einwirken, alser den Entschluß faßte, die hellenischen Staaten sich selbst zuüberlassen und diese That als einen Beweis der römischen Großmuthinzustellen. So ließ er denn aus die Prunkhafteste Weise bei der isthmischenis8 Festfeier Griechenlands Befreiung von makedonischer Botmäßigkeit unddie Herstellung der heimischen Gesetze unter unermeßlichem Jubel der An-wesenden verkünden, und ordnete dann die verworrenen Staatsverhältnissenach Billigkeit und Recht, die ungemessenen Ansprüche des ruchlosen Nabismit Gewalt zurückweisend. Die spartanischen Emigranten wurden in denKüstenstädten ihrer Heimat als „freie Lakouen" angesiedelt und dadurchder Rache des Soldatenkönigs Nabis, den die Römer trotz seiner Wider-spenstigkeit zu schonen wünschten, entzogen. In dem Nebeneinanderbestehender kleinen und mittleren Hellenenstaaten erblickte der Senat die sichersteGewährschaft seiner fortdauernden Macht. Aber die geschenkte Freiheitwar nur ein trügerischer Schein; es zeigte sich bald, daß man nur den Ge-bieter gewechselt hatte und an die Stelle der Makedonier die mächtigenRömer getreten waren, die jeden nationalen Aufschwung niederhaltenkonnten. Daher verlor sich allmählich die Begeisterung für die Befreier,und die wilden, sehdelustigen Ätolier, die den Römern grollten, weil