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Erster Band.
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Z 198. Drittes Kapitel: Roms Aufsteigen zur Mittelmeergroßmacht (368—133). 407

selben Jahre starb auch sein großer Gegner Scipio auf seinem Landgut imcampanischen Liternum, wohin ihn die Mißgunst seiner Feinde getrieben hatte,seru von Rom, mit dem Befehl an die Seinigen, „in der Vaterstadt, für dieer gelebt hatte und in der feine Ahnen ruhten, feine Leiche nicht beizusetzen".

Der letzte schöne Tag des stolzen Mannes vor seiner freiwilligen Verbannungwar der gewesen, an dem er der Bestechung und der Veruntreuung angeschuldigt,im Angesicht des Volkes und der Ankläger seine Rechnungsbücher zerriß und dieRömer aufforderte, ihn zum Tempel des Jupiter zu begleiten und den Jahres-tag des Sieges bei Zama zu feiern, und das Volk ihm frohlockend zumKapitol nachfolgte. — Schließlich mußte in diesem Jahre auch Philopömen(Z 145) den Giftbecher trinken.

tz 198. Der zweite makedonische Krieg (171—168). Kaum warAAuch-d°sPhilipp gestorben und Perseus, ein stattlicher, unternehmender Mann unabhängigvon ehrgeizigem Charakter, aber ohne staatsmännischen Scharfblick, im '

Besitz des makedonischen Reichs, als er große Rüstungen unternahm undBundesgenossen warb. Durch diese unkluge Haltung gab er den Römerndie nicht ungern ergriffene Gelegenheit, dem Antigonidenreiche den Garauszu machen. Auf die frivolste Weife wurde auf Grund der von Eumeneserhobenen Anklagen dem Persens der Krieg erklärt; dann aber wurde derKönig durch schlimme Täuschung in den Glauben gewiegt, entgegen-kommende Verhandlungen vermöchten sein Schicksal noch aufzuhalten, undgegen Alexanders Reich der letzte entscheidende Schlag geführt. Die Römerverfuhren so, weil Perseus anfänglich entschieden im Vorteil war. Zwarhatte er sich vergeblich um die Bundesgenossenschaft des Eumenes undder Rhodier bemüht, aber die Thrakier unter ihrem Fürsten Coths unddie Jllhrier unter ihrem Könige Gentius standen auf feiner Seite, undselbst gallische Hilfstruppen waren ihm angeboten worden; außerdem besaßer selbst ein stattliches Heer und bedeutende Geldmittel, so daß er als einunverächtlicher Gegner im Felde stand. Er besiegte denn auch die römischenFeldherrn, nutzte aber die errungenen Borteil nicht aus, weil er immernoch hoffte, mit den Römern Frieden schließen zu können. Indes derSenat wollte seinen Untergang und erreichte sein Ziel, als L. AemiliusPaullus den Oberbefehl übernahm. Nach dem Siege dieses durchKriegskunst, Bildung und Geburt ausgezeichneten Feldherrn bei Pydna^chu-cht^ergab sich Perseus auf der Insel Samothrake, wohin er sich mit einigen ^feiner Getreuen vom Schlachtfeld geflüchtet hatte, dem römischen Motten-sichrer Octavius aus Gnade und Ungnade und wurde nebst seinenSchätzen und seinen gefangenen Kindern und Freunden (darunter auchdem inzwischen besiegten König Gentius von Skodra in Jllhrien) imTriumphzug durch die Straßen der weltbeherrschenden Stadt geführt, umbald nachher in einsamer Haft zu Alba sein freudloses Leben zu beschließen.

„Bei Pydna hat die makedonische Phalanx ihre letzte Schlacht geschlagen.

Aus makedonischem Boden in mörderischem Kampfe erlag sie der römischenLegion und begrub in ihrem Falle das makedonische Reich." Wie schon^t°rwer-vorher Thessalien, so wurde nun auch Makedonien, das sich ohne Schwert- dom°nsstreich dem Sieger zu Füßen legte, in vier voneinander geschiedene und un-abhängige Gaue zerstückelt, steuerpflichtig gemacht und nach republikanischerArt regiert, wobei es an Hader und römischer Einmischung nicht fehlte.

Die scheinbare Vergünstigung der Befreiung vom Kriegsdienst war fürdas von alters her an Waffen gewöhnte Volk ein tiefer Schnitt in seinenationale Ehre.