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Erster Band.
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Drittes Buch: Römische Geschichte.

8 199.

des^Aemi- Trotz der Einsprache mißgünstiger Gegner wurde dem Aemilius Paullus der wohl-ltusPaullus verdiente Triumph von Senat und Volk zuerkannt. Aber während ganz Rom ihm zujauchzte,war das Haus des Triumphators ein Haus der Trauer. Denn ihm starben kurz nacheinanderzwei seiner vier Söhne. Damit war sein Haus verwaist; da die zwei überlebenden Söhnedurch Adoption in die Familien der Fabier und Scipionen übergegangen (Z 200) waren.Der Triumph selbst dauerte drei Tage. Der dritte Tag war der Höhepunkt des Festes. Hinterden geschmückten Opfertieren gingen die Träger des erbeuteten Goldes und der goldnenGefäße, der Erbstücke des makedonischen Königshauses. Dann folgte der königliche Wagendes Perseus mit seinen Waffen und seinem Diadem; dahinter gingen seine Kinder, geführtvon ihren Wärtern und Lehrern, zu jung, um die ganze Größe des Unglücks zu fassen;es war ein Anblick, der sogar die harten Herzen der Römer zu Rührung und Mitleid er-weichte. Nun folgte Perseus selbst, in unkömglicher Tracht, gebeugt und völlig gebrochenenGeistes. Er hatte flehentlich gebeten, daß ihm diese Schmach erspart würde, aber selbst dermilde Aemilius gab ihm, wie berichtet wird, die vorwurfsvolle Antwort: „Es stand undsteht bei Dir, Dich zu befreien." Zum Selbstmord hatte der König von Makedonien nichtdas Herz, und er erkaufte die paar Jahre elenden Kerkerlebens, die ihm noch blieben, umeine Erniedrigung, die jeden Todesschmerz an Bitterkeit übertraf. Vierhundert goldne Kronen,die Siegesgaben griechischer Gemeinden, wurden hinter dem Zuge der Gefangenen hergetragen,und dann kam der Triumphator selbst auf feinem Siegeswagen, in der Tracht und mitdem Abzeichen des kapitolinischen Jupiter und einem Lorbeerzweige in seiner Hand. MitLorbeeren war auch das ganze Heer geschmückt, das Siegeslieder und Spottlieder auf denHeerführer singend in kriegsmäßiger Ordnung hinter ihm marschierte. Aus dem Kapitalwurde das Fest durch ein großes Opfer beschlossen.

ß 199 . Die Einverleibung Griechenlands (146). Der Untergangstaat-n des makedonischen Reiches wirkte auch auf die übrigen Staaten der Balkan-halbinsel nach. Das Königreich Thrakien blieb zwar bestehen, gehörte abermit seiner Seeküste von nun an ganz zur Interessensphäre Roms. Schlimmererging es Jllyrien, das wie Makedonien in drei scheinbar selbständige, von-einander scharf getrennte Kantone zerlegt ward, die unter sich keine offiziellenBeziehungen unterhalten dursten. Auch Griechenland, durch Verrat undParteiung im Innern unheilbar zerrüttet und durch die schiedsrichterlicheEinmischung der Römer in seine heimischen Streithändel schon längst inthatsächlicher Abhängigkeit, reifte seinem Ende zu. In allen Staaten undStädten wurde die makedonische Partei mit Hochverratsklagen verfolgt undan Freiheit, Gut und Leben bestraft. „Die Welt war ein großer Kerkergeworden, aus dem der Geächtete nur durch die Pforte des Todes zu ent-kommen vermochte." Wer irgend verdächtig erschien, wurde nach ItalienAchÄr"" gebracht und dort zwangsweise festgehalten. Tausend edle Achäer, darunteruu der große Geschichtschreiber Polybios (8 204), wurden wegen geheimenEinverständnisses mit Perseus zur gerichtlichen Verantwortung nach Romgeladen und siebzehn Jahre lang als Geiseln in italischen Landstädtenzurückgehalten, bis Krankheit, Gram und Lebensüberdruß die stille Arbeitder Zeit beschleunigte und der Tod ihre Zahl auf dreihundert gemindertRhodos hatte. Der reiche Handelsstaat Rhodos, dessen Bundesgenossenschaftnach der Beendigung des makedonischen Kriegs für die Römer ebensoentbehrlich geworden war, wie die des Enmenes von Pergamon, wurdeunter den nichtigsten Vorwänden und nach vielen Demütigungen seinerfestländischen Besitzungen beraubt, der römischen Oberherrlichkeit unterstelltund durch die Errichtung eines Freihafens aus der Insel Dclos in seinemEpirus Handel beeinträchtigt. Das Ländchen Epirus, das zu Perseus gehaltenhatte, wurde trotz seiner völligen Unterwerfung dem Heere zur PlünderungKönMch-überlassen. Selbst Eumenes von Pergamon, dessen treue Anhänglichkeitan Rom offenkundig war, konnte aus der Ungnade des Senats bereitsden nahen Übergang von der Bundesgenossenschaft zur Unterthänigkeit