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Drittes Buch: Römische Geschichte.
z 199.
Sohn des Perseus, ermuntert durch die anfänglichen Erfolge der Kar-thager im dritten punischen Krieg (tz 200), in Makedonien die Fahne derEmpörung und fand bei der leichtgläubigen, zwieträchtigen und derNaA>°ni°nrömischen Bevormundung überdrüssigen Bevölkerung von Makedonienund Thessalien Anhang und Anerkennung. Dies gab den Römern dieVeranlassung, nach Besiegung des geheimnisvollen Betrügers Andriskos,gewöhnlich der falsche (Pseudo-)Philipp genannt, durch Q. Caecilius"8 Metellus Makedonien in eine römische Provinz zu ver-wandeln. Es behielt seinen alten Umfang, stand aber fortan untereinem römischen Prokonsul. Einzelne Regungen des Nationalsinnes derMakedonier, die ihre alte Weltstellung und ihre ruhmreiche Dynastie nichtvergessen konnten, wurden in der Folge leicht unterdrückt.
Dem Falle Makedoniens folgte die Einverleibung Griechen-lands auf dem Fuße. Die Parteiwut, welche nach dem Krieg mitPerseus in allen Städten und Staaten eine Herrschaft des Schreckens, derVerfolgung und Beraubung begründet hatte, schuf wie ein verheerendesUnwetter weit und breit Verwüstung und Ruin. Mit der Verarmungdes Volkes trat eine entsetzliche Verwilderung ein. Es schien, als wollteder Urzustand zurückkehren, wo eines jeden Hand gegen jeden gekehrt war.Der nackte Hunger drängte den Elenden das Schwert in die Faust; ganzeVölkerschaften wurden zu Räuberbanden. Dazu kam, daß die besten Elementedes Volkes, wie schon gesagt, unter nichtigen Vorwänden in Italien fest-gehalten wurden und somit die Leitung der öffentlichen Angelegenheiten anLeute fiel, die dazu keineswegs berufen waren. Dies trat am deutlichsten°Bunäs" achäischen Bunde hervor, der seine besten Leute hatte hergeben müssen,ohne daß je ein Richterspruch des Senats dies Verfahren gerechtfertigthätte. Erst siebzehn Jahre später kehrten die Überlebenden in die Heimatzurück. Sie fanden entsetzliche Zustände vor. Das Land war entvölkert,Handel und Gewerbe lagen darnieder, und die Instinkte der Massen nahmensocialistische Färbung an. Der Haß der Heimgekehrten gegen Rom brachtesie an die Spitze der Geschäfte und entfachte den letzten hellenischen Ver-zweislungskampf. Dieser fiel mit dem Wunsche der Römer zusammen,den achäischen Bund zu beseitigen. Den Anlaß zu dem Kampfe boteninnergriechische Streitigkeiten. Der achäische Bundeshauptmann Diaeoshatte sich eines schmutzigen Handels schuldig gemacht und suchte Ab-lenkung nach außen, indem er das dem Bunde gezwungen beigetreteneSparta angriff und schlug. Sofort griff Rom ein. Um den ewigenKlagen der Spartaner und anderer Griechenstaaten über Vergewal-tigung durch den achäischen Bund ein Ende zu machen, schickten dieRömer den Aurelius Orestes als Gesandten nach Korinth, welcher derdort versammelten Bundesbehörde verkündete, „der Senat halte für gut,daß Sparta und Korinth, sowie Argos, Orchomenos und Heraklea nichtlänger zum achäischen Bund gehörten, denn diese Orte ständen mit denAchäern nicht in Stammverwandtschaft". Dieser Machtspruch, der demachäischen Bund seine wichtigsten Glieder entreißen sollte, reizte das Volkzur Wut. Keine peloponnesische Gemeinde hörte auf den römischen Lock-ruf; die Spartaner, die man für die Urheber des Senatsbeschluffes hielt,wurden aller Orten angefallen, mißhandelt, getötet, die römischen Ge-sandten verhöhnt und beschimpft. Der für das Jahr 146 erwählte achäischeBundesseldherr Kritolaos, ein heftiger Feind der Römer, weckte die