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Drittes Buch: Römische Geschichte.
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bilden bestimmt war. Das erste Reich, daß ihnen solchermaßen zufallen sollte,war die Schöpfung des Attalidenhauses, das Königtum von Pergamon.
Einver- s Attalos III. Philometor (188—133), ein grausamer und wunderlicher Fürst, setzteKönigreichs bei seinem Tod testamentarisch die Römer zu Erben seines Reichs und seines gesamtenPergamon Vermögens ein. Dieses Vermächtnis bereitete dem Senat große Verwicklungen. In Romselbst fiel die Erbschaft „als neuer Erisapsel" unter die hadernden politischen Parteien (8 206);in Asien dagegen erhob Aristonikos, der natürliche Sohn des verstorbenen Königs, die Fahneder Empörung und kämpfte, unterstützt von einzelnen Misten und Freistädten Kleinasiens,an der Spitze eines beträchtlichen Söldnerheeres und freigelassener Sklaven, mit Glück undErfolg längere Zeit Wider die römischen Legionen. Der Konsul und Oberpontifex P. LiciniusCrassus Mucianus, einer der reichsten und gebildetsten Männer Roms, wurde besiegt undvon seinen thrakischen Lanzenträgern erschlagen. Bald aber wendete sich das Glück; Aristo-nikos wurde geschlagen und als Gefangener nach Rom geführt, wo er eines gewaltsamenTodes starb. Pergamon aber ward das Kernland und die Hauptstadt der neuen Provinz„Asia". Von hier aus spannen sich die Fäden, die schließlich ganz Vorderasien bis an denEuphrat und Tigris römisch machten.
O. Die Unterwerfung des Westens —(33).
B-wrgnis H ZOO. Der dritte finnische Krieg (149—146). Zu gleicher und nichtKarthago viel späterer Zeit erfüllten sich die Schicksale der Länder im Westen desMittelländischen Meeres. Doch handelt es sich hier nicht nur um den Über-gang lebensunfähiger Klientelstaaten in abhängige Provinzen, hier wirktenauch, noch mehr als im Osten, alte und neue Leidenschaften der Römer mit,um denselben Ümwandlungsprozeß vollziehen zu helfen. Der Haß, der früherden Römern gegen die Phöuiker in Afrika die Waffen in die Hand ge-drückt hatte, und die Besorgnis, daß der römische Staat in merkantile Ab-hängigkeit von dem semitischen Kaufmann geraten könne, dauerten immernoch fort. Die Besorgnis schien begründet, denn nach den Niederlagen'desAufschwung Weiten finnischen Kriegs war Karthago durch Binnenhandel und Acker-Karth-lgos bau in der Stille wieder zu einigem Wohlstand aufgeblüht, besondersseitdem es Hannibal gelungen war, eine bürgerliche Verwaltung zu be-gründen, welche Ordnung und Recht mit billigem Sinne schirmte undhandhabte und den Staatshaushalt so verständig und umsichtig leitete,daß den Römern die Kriegssteuern entrichtet werden konnten, ohne daß dieBürger mit außerordentlichen Lasten gedrückt wurden. Dieser Aufschwungweckte aufs neue den Neid der Römer und gab den aufreizenden Redendes M. Porcius Cato, der aus Besorgnis vor dem noch immer reichenund mächtigen Handelsstaat stets die Zerstörung der nebenbuhlerischenStadt anriet, immer mehr Nachdruck (eotsrnm eonsao Oartbaginsni sssocksloiutam). Die römischen Kaufleute, die nach Vernichtung derreichen Geld- und Handelsstadt Karthago in deren Erbschaft einzutretenhofften, schürten die Flamme des Hasses. Erwünschte Gelegenheit, umin die afrikanischen Verhältnisse einzugreifen, bot sich den Römern zujeder Zeit. Denn sie hatten ja den Karthagern in dem nmnidischen KönigMasinissa (Z 195) einen ewigen Peiniger gesetzt, dem sie das Bild einesgroßen numidischen Reichs mit Karthago als Hauptstadt vorgaukeltenund den sie im stillen zu allerhand Übergriffen ermutigten. NachiW Hannibals Verbannung und Tode fehlte den Karthagern zwar ein aner-kanntes politisches Haupt; aber sie hatten noch tüchtige Männer genug,um des Staates Wohlfahrt zu fördern.
Nachdem im Osten Rom das Mittelmeerbecken zu einem römischenBinnensee gemacht hatte, schien die Frucht auch im Westen zu reifen.