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Erster Band.
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Z 201. Drittes Kapitel: Roms Aufsteigen zur Mittelmeergroßmacht (366—133). 415

Auffassung vom Christentum, für den Kundigen erkennbar, immer vonneuem durchgebrochen wären.

8 201. Die Unterwerfung Spaniens (144—133). Um dieselbe Zeitwo die halb abhängigen Staaten in Griechenland, Kleinasien und Nord-afrika in Provinzen umgewandelt wurden, vollzog sich auch die Ein-verleibung von Spanien. Die Einwohnerschaft der Pyrenäenhalbinsel fetztesich aus dem vorarischen Stamm der Iberer und den später ein-gewanderten Kelten zusammen. Jene bewohnten den Westen und Südender Halbinsel, vor allem aber das asturifche Bergland; diese waren mehrim Norden und Osten zu Hause; aus beiden hatte sich auf dem Plateauvon Castilien das tapfere Mischvolk der Keltiberer gebildet (ß 175). Alsdie Römer die Karthager aus dem Lande hinausgeschlagen hatten, warendie Spanier eifrig bemüht, mit den Siegern in Frieden zu leben, undhofften von diesen die Freiheit erlangt zu haben. Sie sollten aber baldmerken, daß sie nur den Herrn gewechselt hatten. Das Land wurde in A°Pr°-zwei Provinzen geteilt: das diesseitige Spanien bis zum Tukar (Haupt- "'nzenstadt Tarrako) und das jenseitige oder Baetika bis zum Guadiana (Haupt-stadt Gades). Die Machtgrenzen nach dem Innern zu waren ebenso un-bestimmt, wie etwa heute die Machtgrenzen der europäischen Kolonien imInnern Mittelafrikas. Da allein die Meeresküste in römischen Händenwar und man schon wenige Meilen landein kaum die neuen Herrenkannte, war es nur dann für die Habsucht der römischen Nobilität möglich,

Fuß zu fassen und sich zu bereichern, wenn man sich auf den Eroberungs-krieg begab. Angeblich um geordnete Zustände herbeizuführen, in Wahr-heit des Gewinns wegen, zogen deshalb jahraus jahrein römische Heerein das Innere Spaniens, um den armen Bergbewohnern auch das Letzteabzupressen. In den Kämpfen mit den Eingeborenen erwarben sich diedamaligen römischen Feldherrn ihre Kriegsersahrung: so auch Cato, derals Konsul die widerspenstigen Spanier bezwäng. Gewöhnlich fanden die issRömer nur wenig Widerstand; nur zuweilen versuchten einzelne Stämme,sich mit Gewalt ihrer Dränger zu entledigen.

Das erste Beispiel gaben die Lusitanier, im heutigen Portugal, Ausstand derdie von den römischen Feldherren L. Licinins Lucullus und Ser. SulpiciusGalba mit unerhörter Härte und Grausamkeit behandelt wurden. Empörtüber die Treulosigkeit des letzteren, der durch das Versprechen besserer Wohn-sitze 7000 Wehrlose über den Tajo lockte und dann teils niederhauen, teilsals Sklaven verkaufen ließ, ohne in Rom dafür gestraft zu werden, erhobensich die Lusitanier unter dem kühnen, hochherzigen Viriathus zum Auf- mn-thusstand und bekämpften im „kleinen Krieg" (den den Spaniern bis heutegeläufigen „Guerillakämpsen") mit Erfolg die Legionen Roms. „Viriathus,als Herr und König der sämtlichen Lusitanier anerkannt, verstand es, dasvolle Gewicht seiner fürstlichen Stellung mit dem schlichten Wesen desHirten zu vereinigen. Kein Abzeichen unterschied ihn von dem gemeinenSoldaten. Nie nahm er von der Beute mehr als den gleichen Teil, dener jedem seiner Kameraden zuschied. Nur an der hohen Gestalt und andem treffenden Witzwort erkannte der Soldat den Feldherrn, vor allemaber daran, daß er es in Mäßigkeit wie in Mühsal jedem der Seinigenzuvorthat, nie anders als in voller Rüstung schlief und in der Schlachtallen voran focht. Es schien, als sei einer der homerischen Helden wieder-gekehrt." Er zwang den in Felsen eingeschlossenen Feldherrn Q. Fabius