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Erster Band.
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Drittes Buch: Römische Geschichte.

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das Volkshaupt zu spielen und die Instinkte der Massen zu entflammen, warFlaminius gewesen (Z 192). Er benutzte den beginnenden wirtschaftlichen Um-schwung zu dem Versuche, sich in die Höhe zu bringen und die Adelsherrschaftzu brechen; aber in den blutigen Wellen des trasimenischen Sees erlosch daskühne Beginnen. Auch die gewaltige Expansion nach außen war den demo-kratischen Bestrebungen nur hinderlich. Erst als der Großbetrieb Italien armund die Menge besitzlos machte, als neue sociale Antriebe wieder auf dieMassen wirkten, hatte die Demokratie etwas zu erwarten; während der großenEroberungen haben die innerpolitischen Kämpfe geschwiegen, um hernach destogewaltiger auszubrechen. Die Massen waren anscheinend zusrieden, ließen sichvon der Nobilität lenken, und nur die einzelnen suchten, den Beamten desVolkes gehorchend, emporzukommen, was meistens gelang und zur Nacheiferungaufforderte. Die Regierung gab, wenn auch ungern, nach, wenn ein Empor-kömmling sich in die Reihen des Senats drängte, und so blieben dem Volkdurch die Klugheit der Aristokratie die Führer versagt, die zum Erfolg zuleiten vermochten; die Menge hielt eifersüchtig nur an den Formen desalten Rechts fest, während das Wesen der Macht unvermerkt immer mehrzu der Nobilität hinübergeglitten war.

wimchaft- So schien Roms innere Entwicklung in die ruhigsten Bahnen gelenkt; da

liche Selb- bereitete die wirtschaftliche Entwicklung neue Wirren vor. Nachdem es gelungenwar, den altlatinischen Ackerbaustaat von der Umklammerung seitens derEtrusker und dann der Griechen loszulösen, kam der erbarmungslose Kampfmit dem phönikischen Kaufmann. Nach dessen Niederwerfung und nach der Be-seitigung der griechischen Konkurrenz war Rom unbestrittene Herrin auf demWeltmarkt. Nicht darum handelte es sich mehr, den Wettbewerb mitGleichberechtigten glücklich durchzuführen: das Herrenvolk ließ die Unter-worfenen für sich arbeiten und schrieb ihnen durch seine Beamten vor, wie Romernährt sein wolle, und in welcher Form es die Mittel zu dem für notwendig

Neuern* gehaltenen Aufwand zu erhalten habe. Die Steuern der gehorsamen Provinzen,die von großen Genossenschaften von Pächtern aus dem Ritterstande oft aufdas grausamste eingetrieben wurden, und die billigen Getreide- und Lebens-mittellieferungen aus den Kornkammern Italiens (vor allem Siciliens unddes Prokonsularischen Afrika) ermöglichten es den Römern, ein ökonomisch stetsunanfechtbares Dasein zu führen.

Ä^Wirt-g Doch hatte dieser scheinbar so glückliche Zustand auch seine Schattenseite.

Ichastsform Früher hatten die Jtaliker in ihrer überwiegenden Mehrzahl das Land ihrer Väterbebaut; die Freien waren meist kleine Grundbesitzer, und auf einer Verteilung desLandes in zahlreiche kleinere Hufen beruhte die gesamte Verfassung, die Heeres-einteilung, das Wahlrecht und die gesamte Wirtschaft (§ 167). Nunmehr begannes sich nicht mehr zu lohnen, wenn man zu Karst und Hacke griff. Die schon

Großbetrieb früher bemerkte Neigung der Römer zum Großbetrieb und die Nützlichkeit,durch Heeresdienst oder in der Beamtenschar reichliches Brot zu gewinnen,brachten es mit sich, daß die kleinen Betriebe immer mehr zusammenschwanden;Landwirtschaft wurde in dem den Römern direkt Unterthanen Teile Italiens fastnur noch im großen Stile betrieben, vor allem mit Sklaven, deren billige Arbeits-hände reichlich durch die Kriege beschafft wurden; für die dauerhaftesten galten

Sklaven nach der Erwerbung des Ostens die Syrer. Ohne Sklaven konnte sich schon derältere Cato (Z 204) gar kein Landgut mehr denken. Dies brachte für die ärmerenFreien, die keinen genügenden Tagelohn mehr erwerben konnten, die Notwendig-keit, sich in den Städten ihr Brot zu verdienen. Die „Flucht vom Lande"war eine ebenso geläufige Erscheinung wie jetzt, und in der kommenden Periodekönnen sich die Dichter kaum genug thun in der Schilderung der Verödungund Verkommenheit von Städten, die ehemals blühende Orte gewesen waren.Das Sklavenhalten war ein Krebsschaden für das gesamte römische Volk.Wenn es an Kriegsgefangenen fehlte, wurden förmliche Menschenjagden ver-