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Erster Band.
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Drittes Buch: Römische Geschichte.

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auf dem Aventin zugewiesen, um dort zu Feierlichkeiten und gemeinsamen Beratungen zusammen-zutreten. — Ein gepriesener Dichter sowohl im Drama als im Epos war Cn. Nävius,C». Navius ein Bürger aus Campanien, der während des ersten pnnischen Kriegs in den römischenLeeren diente. Außer einem in saturnischem Versmaß geschriebenen Heldengedicht überden ersten panischen Krieg, das mit den Reimchroniken (II, H 261) des deutschen Mittel-alters Ähnlichkeit gehabt haben mag, schrieb er Komödien nach griechischen Mustern mit echtitalischem Humor und mit solchem Freimut, daß ihm die scharfe Rüge auf die römischenSitten und Laster und die Ausfälle gegen angesehene Personen eine vorübergehende Haftzuzogen, was ihn vermutlich zu der Flucht nach Utica trieb, wo er auch gestorben sein soll.Auch die Schöpfung des ernsten historischen Schauspiels, der sogenannten Fabula Prätexta,in der er die Helden seiner Tage auftreten und so z. B. den Sieg des Marcellus über dieEnnius Gallier bei Clastidium (Z 190) feiern ließ, wird auf ihn zurückgeführt. — Q. Ennius, ein23 S-I 69 xamfmmscher Osker aus Rudiä, von vornehmer Herkunft, der in den römischen Legionendiente, erwarb sich durch seine Bildung und Gesinnung die Freundschaft des ältern Scipiound erhielt das römische Bürgerrecht. Unter seinen Gedichten wird besonders das (nicht er-haltene) in Hexametern verfaßte Epos „Annalen" gerühmt, worin er gleich dem Nävius,nur in größerer Vollständigkeit und Eleganz die römische Geschichte bis auf seine Zeitdichterisch behandelte, ein Werk, das ohne Zweifel auf das Urteil des römischen Volkes überdie alten Zeiten und Helden der Stadt von großem Einfluß gewesen ist. Außerdem besang erdie Thaten des ältern Scipio, verfaßte Tragödien und Komödien, ja sogar einenRoman und suchte die ganze Mannigfaltigkeit der griechischen Poesie in allen ihren Formenund Versarten, besonders die didaktische Poesie, bei den Römern einzuführen. Man darfmit Wahrscheinlichkeit annehmen, daß er mehr durch Gewandtheit und Eleganz als durchPacuvius Eigenart sich auszeichnete. — Auch sein Schwestersohn M. Pacuvius von Brundusiumund der noch in Ciceros Jugendzeit hineinragende L. Attius bearbeiteten Tragödien und170-94 Komödien nach griechischen Vorbildern, wovon aber nur noch unbedeutende Bruchstücke254—194 vorhanden sind. — Dagegen besitzen wir von T. MacciusPlautus, dem Bater derrömischen Komödie, noch M Stücke, die, wenn sie gleich größtenteils den griechischen DichternDiphilos und Philemon(Z 101) nachgebildet sind, doch in Sprache, Witz und Späßen eineecht römische Färbung tragen (Palliatae im Gegensatz zu den Togatae, die römische Stoffebehandeln). Seine volkstümlichen und doch auch für die Gebildeten berechneten Stücke sindein Spiegelbild des römischen Lebens und der römischen Sitten. Echter Humor, treffenderWitz und kräftige Darstellung mit ungezwungenem, raschem Dialog entschädigen den Gebildetenfür die derbe Natürlichkeit, zu der er sich um des niedern Volks willen häufig herabläßt, undhaben Plautus zum Lieblingsdichter des römischen Volks zu allen Zeiten gemacht. Unter seinenStücken, die in der neueren Zeit von verschiedenen Dichtern aller Nationen nachgebildet wurden,sind zu nennen: die Gefangenen (6aptivi), ein durch seine sittliche Tendenz und edle Haltungwirksames Stück; der Schatz (Nrinummus) und der Schiffbruch (Rückens), durch trefflicheAnlage und Charakteristik ausgezeichnet; der Bramarbas (Niles Aloriosus), eine der ge-feiertsten Komödien, worin das aufgeblasene, mit gemeiner Wollust und wilder Ranbsuchtverbundene Wesen der rohen Kriegsleute der alexandrinischen Zeit meisterhaft gezeichnet ist;die Anlularia, von Moliöre im Geizigen nachgeahmt; Amphitruo, eine „Tragikomödie",worin selbst Jupiter und Merkur als komische Figuren vorgeführt werden; die Mostellaria,ein von französischen und englischen Dramatikern viel benutztes Gespensterstück; Asinaria,eine herbe Schilderung der Verworfenheit griechischer Sitten; Menächmi, von Shakespearein der „Komödie der Irrungen" nachgeahmt; Pönulus, wichtig wegen der in den Dialogenenthaltenen Überreste der karthagischen Sprache;Truculentus,Pseudölusu. a- m. — Einzweiter Komödiendichter, der es zu hoher Berühmtheit brachte, ist der Jnsubrer StativsCaecilius, von dessen Stücken trotz des Lobes der besten Kunstkenner sich nichts erhaltenTerentius Hut. — P'TerentiusAfer, geboren zu Karthago, kam als Sklave eines Senators nach Rom.185—159 Mit der Freiheit beschenkt, erhielt er später wegen seiner Talente und seiner Bildung Eintrittin mehrere vornehme Häuser und genoß des Umgangs der feingebildeten römischen Welt, fürdie auch seine dem Menander (Z 101) getreu nachgebildeten, mehr durch Reinheit der Sprache,durch feine Behandlung des Stoffes und durch künstlerische, gefällige Darstellung, als durchtreffenden Witz und kraftvolle Charakterzeichnung hervorragenden sechs Stücke berechnetsind: Andrka (das Mädchen von Andros oder die wiedergefundene Tochter), der Selbst-peiniger (Reuutontimorumsuos), das von französischen und englischen Dichtern benutzteund nachgebildete Drama dieBrüder, (Adelphi), voll Leben und Bewegung; derEunuche,180-108 Phvrmio und Hecyra. — Gajus Lucilius, von dessen Gedichten nur einige Frag-mente vorhanden sind, hat die römische Litteratur durch eine neue Dichtnngsart, die Satire,eine ursprünglich in Dialogform gehaltene Plauderei, die sich an griechische Vorbilder an-