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Erster Band.
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438 Drittes Buch: Römische Geschichte. Z 208,

uug-ichickt- Die allgemeine Entrüstung über diese Unthat nötigte endlich den Senatfuhrung der ernsterem Handeln. Der Krieg wurde erklärt und der Konsul L. Cal-purnius Bestia mit einem Heer nach Asrika geschickt. Allein Jugurthaerkaufte schnell einen billigen Frieden; seine Ergebung auf Gnade oderUngnade war nur Schein. Zwar erschien er infolge einer Ladung desSenats mit sicherem Geleit zu seiner Rechtfertigung in Rom und batdemütig um Verzeihung, ließ aber zugleich einen daselbst lebenden Ver-wandten, Massiva. der ebenfalls nach der Herrschaft in Numidien strebte,durch seinen Vertrauten Bomilcar in den Straßen der Hauptstadt ermorden.Nach diesem neuen, unter den Augen des Senats vollbrachten Verbrechenwurde der Friede gekündigt, Jugurtha aus Rom verwiesen, und den Ober-uo besehl erhielt Sp. Postumius Älbinus. Durch Bestechung der Anführerbewirkte jedoch Jugurtha, daß das Heer unthätig blieb. Infolge desmüßigen Lagerlebens, der Verführung und Korruption verfiel es in solcheivs Zuchtlosigkeit und Verweichlichung, daß es beim ersten Angriff überwundenwurde und durch das Joch gehen mußte. Ganz Afrika schien verloren,der größte Teil der Prokonsularischen Provinz fiel zu Jugurtha ab, uud diegedrückte Bevölkerung begrüßte ihn als Befreier und Nationalhelden.

DiefeSchmach empörte das von dem talentvollen Tribunen C. Memmiusgeleitete Volk so, daß es aufs neue den Kampf gegen den Adel aufnahmund siegreich durchführte. Umsonst suchte der Senat durch Sühuung desverletzten Rechtsgefühls den Sturm zu beschwören, indem er dem recht-los schaffenen, kriegskundigen, aber adelsstolzen Q. Cäcilius Metellusden Oberbefehl gegen Jugurtha übertrug und die schuldigen Feldherrnund Senatoren Verbannte; umsonst stellte Metellus durch rücksichtsloseStrenge die Kriegszucht im römischen Lager her uud erneuerte durchlos die siegreiche Schlacht amFlußMuthul und durch glückliche Kämpfeund Eroberungen den alten Ruhm der römischen Waffen: das Volk, vollMißtrauen gegen den Adel, wünschte einen Führer aus seiner Mitte.Diesen fand es in dem von Ehrgeiz und Herrschsucht erfüllten rüstigen^Marms Bauernsohn Gajus Marius, der mit Tapferkeit, Feldherrntalent undrauher Kriegstugend rohe Sitten, Haß gegen die Vornehmen und Ver-achtung ihrer Kultur und Verfeinerung verband und damals als Unter-feldherr in des Metellus Heer diente, Beleidigt von dem Adelsstolz seinesFeldherrn, der den Marius zwar als trefflichen Offizier gelten ließ, aberihm öfter die tiefe Kluft zwischen den Optimaten und einem Empor-kömmling deutlich machte, begab sich Marius nach Rom, wo er von derio7 Volkspartei zum Konsul gewählt und, unter kränkender Zurücksetzung desverdienten Metellus, mit der Leitung des jugurthinischen Krieges be-auftragt ward. Dem thatkräftigen, unermüdlichen, auf eigenes Verdienst,nicht auf Ahnenruhm stolzen Marius und seinem durch Scharen rüstigerBauern, Proletarier und Freigelassener verstärkten und durch Mannes-zucht abgehärteten Heere vermochte Jugurtha mit all seiner Schlauheit,seinem unerschöpflichen Reichtum an Hilfsmitteln nnd seiner Gewandtheitim Kleinkrieg nicht lange zu widerstehen. In der Feldschlacht besiegt undseiner festen Städte und Burgen beraubt, flüchtete er sich zu dem benach-ios Parten König Bocchus von Mauretanien, um ihn zum Krieg Widerdie Römer zu reizen, wurde aber von diesem bei einer verabredeten Be-L- Cormuussprechung samt seinen Kindern dem ebenso klugen und gewandten als tapferng°b"i38 römischen Unterfeldherrn L. Cornelius Sulla ausgeliefert. Damit war