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Drittes Buch: Römische Geschichte.
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Legion, indem an die Stelle der alten Manipeln nunmehr je 10 Kohortenzu etwa 600 Mann mit eigenen Feldzeichen traten, die ihrerseits wieder in je6 Centurien zerfielen. So war denn die Legion auf 6000 Mann Sollstärkegebracht und die Zahl der Legionen konnte bei dem neuen Werbesystem be-liebig hoch angesetzt werden. Eine neue Einrichtung war die Gardetruppe, diesich um die Person des Feldherrn scharte und von dessen Zelt (prastorium) denNamen Prätorianer erhielt; sie war zuerst unter Scipio Aemilianus bei Numantiaausgetreten. Dagegen blieb als Rest alter Einrichtungen die althergebrachtedreifache Schlachtordnung der ImstMi, xrinoixes und triarü (H 185). Alsneues Feldzeichen aber zog der silberne Adler den Legionen voran.
Die politische Bedeutung der Heeresreform liegt auf der Hand. Dasneue Rekrutierungsshstem und das neue Reglement bildeten Berufskriegeran Stelle des Bürgerheeres. Für den proletarischen Soldaten ward dasLager die Heimat und sein Feldherr fein Abgott; mit Zittern sah dieNobilität, in der der kriegerische Sinn immer mehr abnahm, daß eineneue, militärische Gewalt sich erhob, um ihren Händen das Regiment zuentwinden. Doch die Zeit war noch nicht erfüllt; erst mußte die neueHeeresorganisation ihre Feuerprobe bestehen und von dem Staate einender furchtbarsten Schläge abwehren, die ihn je bedroht haben.
8 209. Die Cimbern und Teutonen (113—101). Wiederum nahteden kaum gefestigten Nordgrenzen des römischen Reichs eine jener Völker-wellen, die der Sturmflut gleich alles zu zerstören drohen. Noch hatteMarius den afrikanischen Krieg nicht beendigt, als die Cimbern undTeutonen an den Grenzen des römischen Reichs erschienen. Es warennordische Völker von hoher, schlanker Gestalt, blondgelocktem Haar undriesenhafter Stärke, die mit Weib, Kind und aller Habe ausgezogenwaren, um neue Wohnsitze zu suchen. Karren mit dem übergespanntenLederdach bildeten ihr bewegliches Haus, wo neben dem Geräte sich nochPlatz fand für Frau und Kinder. Sie waren in Tierfelle und Eisen-panzer gekleidet, trugen manneshohe Schilde nebst langen Schwertern,schwere Streitkolben und kupferne, reich geschmückte Helme, und die Zahlihrer geharnischten Reiter war groß. Die Schlacht eröffneten sie mitentsetzlichem Kriegsgeschrei (II, Z 13), um den Feinde Schrecken einzujagen;die Gefangenen aber opferten greise Priesterinneu in Weißen linuenen Ge-wändern aus den Altären ihrer Götter, und aus dem rinnenden Blute deutetensie die Zukunft. Landnot war der Grund ihrer Wanderung (II, Z 12);ob dabei Sturmstuten ihnen die Heimat an der Nord- und Ostsee entrissenhaben mochten, ob bei dem Ablauf der keltischen Völkerwelle das Donau-thal entlang (ß 175) diese germanischen Stämme mitgerissen wurden, obschließlich der Reiz des Südens sie lockte, läßt sich nicht mehr entscheiden.Zunächst irrten sie einige Jahre am nördlichen Saume der von den Keltenbewohnten Landschaften an den Usern der Donau entlang, bis sie diese unter-warfen und an die Thore des Römerreichs pochten.
Die Cimbern schlugen zuerst bei Noreja im heutigen Kärnten (nördlichvon Klagenfurt) die Römer unter dem Konsul Cn. Papirius Carbo in einerblutigen Schlacht, zogen dann aber sonderbarerweise nicht süd-, sondernwestwärts. Verbunden mit den stammverwandten Teutonen, mit denHelvetiern und anderen keltischen Völkerschaften, die sich aus der langenWanderung als Waffengefährten angeschlossen hatten, gingen sie über denRhein und das Juragebirge und trugen, da ihrem Ansuchen um Land-anweisungen seitens der Römer nicht willfahrt wurde, Raub, Mord und