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Drittes Buch: Römische Geschichte.
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die asiatischen Staaten in einem großen Bunde zu vereinigen. Der furcht-st-7-rdruck bare Druck, den die römischen Steuerpächter und Zöllner in diesen Landenübten, erleichterte seine Bemühungen; war doch „weder die Königskrone,noch die Bauernhütte mehr sicher vor Konfiskation", schien doch „jederHalm für den römischen Zehntherrn zu wachsen, jedes Kind freier Elternfür die römischen Sklavenzwinger geboren zu werden". Und Mithradatesverstand es, den gehäuften Zündstoff des Hasses und Unwillens zur Flammeanzufachen. Von väterlicher Seite aus altpersischem Adelsgeschlecht, dassich sogar der Abkunft von den Achämeniden rühmte, von mütterlicherSeite den Seleukiden verwandt, vereinigte er alle großen Erinnerungender orientalischen Völker in seiner Person; daher verherrlichte ihn frühedie Sage mit dichterischen Zügen. Seine Körpergröße und Riesenstärke,seine Gewandtheit im Laufen und Fechten, im Reiten und Wagenlenken,seine leidenschaftliche Hingebung an alle Sinnengenüsse waren in allerMunde. Nach einer abenteuerlichen Jugend, in deren AusschmückungU 2 sich viele Züge des persischen Nationalheros Rustem (Z 52) widerspiegeln,gelang es ihm 112, sich in den Besitz seines väterlichen Reiches zusetzen. Dies letztere war unter der Vormundschaft seiner Mutter Laodikesehr heruntergekommen und auf den dritten Teil seiner ursprünglichenGröße gesunken, aber im Orient, wo der Wert des Reiches sich nachdem des Herrschers bemißt, sind jähe Glückswechsel die Regel gewesen.So war es denn nicht verwunderlich, daß Mithradates nicht bloß in Kürzedie väterlichen Grenzen wiedergewann, sondern auch noch am NordrandAram°ch° bes schwarzen Meeres die Halbinsel Krim, in der die verfallenen griechi-Königreich scheu Kolonien keinen Widerstand zu leisten vermochten, hinzu erwarb;den neuen Provinzen verlieh er den Namen desbosporanischen König-reichs. Zugleich gelang es ihm nach und nach, auch die Länder an derOstküste des Pontos Euxeinos zu unterwerfen oder wenigstens deren Küsten-striche sich gefügig zu machen, und schließlich kam sein gigantischer Planheraus, das schwarze Meer zu einem mithradatischen Binnensee zu machen,so wie die Römer es mit dem Mittelmeer ausführten und später dieSchweden es mit der Ostsee beabsichtigten. Dabei mußte Mithradatesnatürlich mit den Römern in Konflikt geraten, die Byzanz besaßen undauf die Provinz Asien den höchsten Wert legten.
1ung'd7/ So lange die Römer im Innern Ruhe hatten, wagte es der klugeKlient" Orientale nicht, sie anzugreifen; als aber die Furie des Bundesgenoffen-st-aten kriegs entfesselt war, hielt er die Stunde für gekommen. Die halbfreienStaaten im Osten, Galatien, Paphlagonien, Kappadokien warf er schnell:>> über den Haufen und erschien drohend an den Grenzen des damalsschon römischen Phrygiens. Die barbarischen Unterthanen der Römer ge-horchten, da einmal gehorcht sein mußte, lieber dem einheimischen Fürstenals den landfremden Römern, die die Provinz aus das entsetzlichste aus-saugteu; die griechischen Städte gewann Mithradates durch Begünstigungder hellenischen Sprache und Bildung, die er äußerlich zur Schau trug, wiesehr auch seine innere Natur den Barbaren verriet. Da die Römer ihn nichternstlich zu hindern vermochten, unterwarf er mit Hilfe seines Schwieger-sohnes Tigranes von Armenien (den er seinerseits wieder von der Herrschaftder Arsakiden befreite) durch Gewalt und List die römischen Schutzländer bisnach Bithynien hin. Hierauf setzte er sich mit Kreta und anderen Inselndes ägäischen Meeres in Verbindung und richtete die daselbst heimische