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Drittes Buch: Römische Geschichte.
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R-Äutwn smn Ziel zu gelangen, betrat die demokratische Partei den Weg der revo-lutionären Gewalt. Sie setzte mit Hilfe des Volkstribunen P. SulpiciusRusus (Z 211) und durch geschickte Benutzung der Neubürger und Frei-gelassenen, denen man die Aufnahme in sämtliche Tribus in Aussichtstellte, einen Volksbeschluß durch, wonach Marius mit der Führungdes mithradatischen Kriegs beauftragt ward. Zwei Kriegstribune über-brachten dem vor Nola lagernden Sulla diesen Volksbeschluß, wurden abervon den aufgebrachten, dem Feldherrn treu ergebenen und durch den Kriegverwilderten Soldaten gesteinigt, worauf Sulla, statt dem Beschluß Folgezu leisten und den Oberbefehl an seinen Gegner abzugeben, ebenfalls den
Sullas Wxg hei: Revolution betrat und mit seinem Heere auf Rom los rückte.Er überwältigte das Volk durch leichte Siege vor und in der Stadt,ließ Marius nebst elf seiner thätigsten Genossen als Vaterlandsverräter indie Acht erklären und traf, während sein großer Widersacher sich nachmannigfachen Abenteuern und Gefahren auf geheimen Wegen und überdie Sümpfe von Minturnä nach Afrika rettete und Sulpicius seinenTod durch Mörderhand fand, mehrere die Ruhe und Sicherheit der Stadtbezweckende Anordnungen. Er hob die sulpicischen Gesetze als widerrechtlichbOvNmaten^' stellte das Ansehen des Senats dadurch wieder her, daß er ihn durchdie Aufnahme von 300 neuen Mitgliedern ergänzte, beschränkte die Machtund den Einfluß der ärmeren Klassen bei der Volksversammlung durchZurücksührung der servianischen Stimm- und Wahlordnung (Z 167) undschmälerte die Rechte der Volkstribunen; er mäßigte die Schuldgesetze undbahnte dem Proletariat Wege der Auswanderung nach fernen Kolonien.Bei allen diesen Maßregeln verfuhr Sulla möglichst schonend, um alsbaldden Feldzng gegen Mithradates antreten zu können, und ließ sogar ge-schehen, daß neben dem von ihm vorgeschlagenen und der Partei der Opti-malen angehörenden Cn. Octavius der tapfere, aber selbstsüchtige Demo-krat L. Cornelius Cinna für 87 zum Konsul gewählt ward, nachdemdieser eidlich versprochen hatte, die neuen Einrichtungen nicht anzutasten.Durch dieses Zugeständnis hoffte Sulla die gegnerische Partei zu besänftigen.
Tod des P. Sulpicius, als Baterlandsfeind geächtet, wurde bei Laurentum ergriffen und
Sulpicius Abtötet; sein nach Rom gesandtes Haupt wurde nach Sullas Anordnung auf dem Marktezur Schau gestellt. Die andern Geächteten entgingen ihren Verfolgern. Mit der größtenSpannung forschte man nach Marius, der unter taufend Gefahren und Abenteuern aufgeheimen Wegen in llnteritalien umherirrte, bis er endlich, mit seinen SchicksalsgefährtenRö tung des vereinigt, über Sicilien nach Afrika entkam. Er hatte sich in Ostia eingeschifft, um zur
Warms seine Rettung zu suchen: aber ungünstige Winde und Mangel an Lebensmittelnzwangen ihn, am Vorgebirge Circcji anzulegen und auf gut Glück mit wenigen Begleiternan Land zu gehen. Es war ein klägliches Schauspiel, als der, der einst Italien von denKimbern und Teutonen befreit hatte, jetzt zu Fuß unter Hunger und Entbehrung nachRettung lief, die Nacht auf harter Erde im Gebüsch zubrachte und aus Furcht vor denReitern, die überall umherstreiften, die Wohnungen der Menschen mied. Dennoch hielt er denGlauben fest, daß ihm noch ein siebentes Konsulat beschicken sei, und richtete mit zuversicht-lichen Worten die verzagenden Gefährten auf. Als sie in die Nähe von Minturnä an derMündung des Liris kamen, sahen sie aus der Ferne eine Reiterschar heransprengen. MitMühe erreichten sie die Küste, wo zwei Kaufmannsschiffe die Flüchtigen aufnahmen. Kaumaber hatten sich die Verfolger entfernt, so steuerten die ängstlichen Schiffer nach der Mündungdes Flusses, der sich hier im Sumpfe ausbreitet, beredeten Marius, auszusteigen, undsegelten dann mit vollen Segeln davon. Run watete der alte Feldherr durch die tiefenSümpfe einer Hütte zu; aber ehe er dieselbe erreichte, wurde er von den Spähern eingeholt,aus dem Sumpfe und Schilfhaufen, wo er sich niedergelegt hatte, herausgezogen und halb-enttleidet nach Minturnä an die Stadtbehörde abgeliefert. Die Ratsherren ließen ihn inHaft bringen und schickten einen cimbrischen Sklaven, um den Geächteten zu töten. Dieser