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Drittes Buch: Römische Geschichte.
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Werden mußte, da kein Führer vorhanden war, der Sullas Stelle hätteeinnehmen können, und nur von ferne die Energie des Wollens und Handelnsbesessen hatte, die zur Behauptung der neu begründeten Verhältnisseerforderlich gewesen wäre. Diesen Mangel suchte die Aristokratie mittelstVerbindungen zu gemeinschaftlichen Zwecken zu ersetzen, wo-durch die Leitung der Dinge in die Hände der „Sodalitäten" kam und dasCliquenwesen den ganzen Staat durchdrang, zersetzte und beherrschte; dasZiel dieser Genossenschaften mit ihren Ränken und Kabalen war Befrie-digung der Selbstsucht, der Eitelkeit, des persönlichen Interesses. Jedochvermochte man aus die Dauer die Opposition nicht zurückzuhalten, da dieVolksleidenschaften ein Ventil immer nötiger brauchten.des^Adus Es war zunächst die Wirkung dieser Oppositionsthätigkeit, daß noch78 in Sullas Todesjahr ein zweideutiger Charakter, M. AemiliusLepidus,der aus unlautern Gründen das Lager der Sullaner verlassen hatte, unterPompejus' Beistand zum Konsul gewählt ward. Einst ein eifriger Optimatund stark beteiligt bei den über die Güter der Geächteten angestelltenAuktionen, hatte er als Statthalter von Sicilien die Provinz so arg ge-plündert, daß ihm eine Anklage drohte und sich, um dieser zu entgehen,in die Arme der Opposition geworfen. Ermutigt durch die Erfolge desSertorius in Spanien (Z 218 ), verlangte er mit den Waffen in der Handdie Herstellung der früheren Tribunengewalt und die Wiedereinsetzung derVertriebenen in ihr Bürgerrecht und Eigentum, erlag aber der Aristokraten-partei. Nach zwei Verlornen Treffen (der Sieger in dem einen warPompejus) schiffte er sich mit dem Reste des Heeres nach Sardinien ein,starb jedoch kurz nach seiner Landung. Der erste Versuch der demokratischenOpposition war freilich kläglich mißlungen, aber es sollten bald neue undstärkere Stöße folgen; zunächst entbrannte der Streit an der Peripheriedes Reichs.
L. Herrschaft und Verfall der Oligarchie. Ln. j)oinpejus.
( 80 — 60 ).
§ 218. Die Niederwerfung der letzten Demokraten. Q. Sertorius(80—72). Die zersprengten Reste der aus Italien entflohenen Anhänger^ ^mokratie sammelten sich um den tüchtigen Feldherrn Q.Sertorius,Sxanien dem es nach mancherlei Übeln Erfahrungen und Mißerfolgen durch seinkluges Benehmen wie durch seine Rechtschaffenheit und kriegerischen Tugendenso gelungen war, das Zutrauen der unterjochten Völkerschaften in Sp anienzu gewinnen und daselbst für die römische Demokratenpartei einen festorganisierten Mittelpunkt zu schaffen, von dem aus die Wiedergewinnungder Herrschaft betrieben werden sollte. Mit einem geringen Heer römischerVerbannter und lnsitanischer Freiwilliger durchzog der „zweite Hannibal",wie ihn seine spanischen Krieger nannten, siegreich die pyrenäische Halbinselbis an den Ebro, schlug mehrere Statthalter aufs Haupt und brachteselbst den Q. Metellns Pins, einen der geschicktesten Feldherren derOptimatenpartei, in große Verlegenheit, indem er jede entscheidende Feld-schlacht mied, aber nicht von seiner Seite wich und ihm die Zufuhr ab-schnitt. Tausende der edelsten Spanier schwuren dem ritterlichen undleutseligen Scharenführer Treue bis in den Tod; es schien, als ob sich