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Drittes Buch: Römische Geschichte.
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Die
römischenSklavenund ihre BlHandlung
Sklaven-krieye inSicrlien
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führerlose Demokratie davontragen durfte. Doch damit nicht genug! Auch ineiner neuen Gefahr der sich im entsetzlichsten Todeskampfe windenden Republiksollte ihm ohne wirkliche Leistung der Ruhm des endlichen Sieges und Erlösersaus tiefster Not zufallen.
Z 219. Der Sklavenkrieg (73—71) und das Konsulat des Pontpejnsund Crassus. Unter den um die Herrschaft streitenden Parteien arbeiteteund mühte sich eine rechtlose, kaum mit dem Namen „Menschen" bezeichneteMenge, um in täglicher harter Arbeit sür sich und ihre Herren das Brotzu gewinnen, die Sklavensch ast Italiens. In früheren Zeiten war dasLos der Sklaven wenigstens erträglich gewesen: sie hatten einen Teil derHausdienerschaft gebildet und stellten einen nicht unbeträchtlichen Kapital-wert dar (Z 202); durch die gewaltigen Eroberungen Roms war das aberganz anders geworden.
Seitdem die Römer festen Fuß in Vorderasien gefaßt hatten, wurde der Sklavenhandelim großartigsten Maßstabe organisiert; die kretischen und kilikischen Seeräuber machten die--einträglichsten Geschäfte mit den Gefangenen, die sie auf Delos und andern Märkten an dieitalischen Sklavenhändler verkauften. Daher gehörte auf den griechischen Inseln und inden Landschaften Kleinasiens die Menschenjagd und der Menschenraub zu den schrecklichstenPlagen, womit die Erdbewohner jemals heimgesucht worden sind; die römischen Zollpächtcr undBeamten standen dabei den Korsaren hilfreich zur Seite und teilten dann den Gewinn mit ihnen.Auf dem großen Sklavenmarkt in Delos, wo die kleinasiatischen Sklavenhändler ihre Ware andie italienischen Spekulanten absetzten, sollen an einem Tage bis 10 000 Sklaven ausgeschifftund vor Abend alle verkauft gewesen sein, ein Beweis zugleich, welche ungeheure Zahl vonSklaven geliefert ward und wie dennoch die Nachfrage immer das Angebot überstieg. Durchdie Sklaven wurden großenteils die Handwerke betrieben, so daß der Ertrag dem Herrnzufiel. Ihnen wurde das verhaßteste Geschäft, die Erhebung der Gesälle, übertragen. Schonfrüh kam es auf, Sklavenherden nach den spanischen Bergwerken zu senden, deren Besitzer siebereitwillig annahmen und hoch verzinsten. Die Wein- und Olivenlese wurde in Italienschon zu Catos (H 204) Zeit nicht von den Leuten auf dem Gut bewirkt, sondern einem Sklaven-besitzer in Akkord gegeben. Vor allem aber waren es die Weidewirtschaft und der Feldbau,die man durch Sklaven beschaffen ließ. Die Hütung des Viehes ward in Italien schonlängst auf den großen, zur Weide liegenden Strecken durch bewaffnete, häufig beritteneHirtensklaven besorgt. Dieselbe Art der Weidewirtschaft ward auch in den Provinzen einbeliebter Gegenstand der römischen Spekulation; so war zum Beispiel Dalmatien kaumerobert, als die römischen Kapitalisten anfingen, dort die Viehzucht im großen zu betreiben.Aber in jeder Beziehung weit schlimmer noch war der eigentliche „Plantagenbau", die Be-stellung der Felder durch die an die Gutsbesitzer herdenweise abgelieferten Sklaven. Mit demglühenden Eisen gestempelt und an den Füßen gefesselt, mußten sie während des Tages, von un-barmherzigen Aufsehern bewacht und angetrieben, die schwere Feldarbeit verrichten und wurdendes Nachts in den gemeinschaftlichen Arbeiterzwinger (orgastulum), ein festes, häufig unter-irdisches Kellergeschoß mit kleinen, in der Höhe angebrachten Fensteröffnungen, zusammen-gesperrt. Mag anfangs die Fesselung und Brandmarkung nur als Strafe für Vergehenoder Entweichungsversuche auferlegt worden sein, so wurde es doch bald durchgängig Sitte,wenigstens die feldarbeitende Sklavenherde durch diese Einrichtung vor dem Entlausen zubewahren. Auf das Entfliehen war der Kreuzestod gesetzt; wurde ein Hausherr von einemSklaven ermordet, so mußte seine ganze Sklavenschaft sterben; Zeugenaussagen oder Ge-ständnisse wurden durch die schrecklichsten Folterqualen erpreßt. Unter solchen Verhältnissenist es nicht zu verwundern, daß die Sklaven ihren Peinigern mit dem tödlichsten Hasse ver-galten, wie das Sprichwort bezeugt: „So viele Sklaven, so viele Feinde", und daß siemitunter Versuche machten, sich durch Aufstände aus der verzweifelten Lage zu befreien.
Schon früher hatten die Sklaven durch wiederholte Aufstünde ihr Los zu verbesserngesucht. Bereits in den Jahren 136—183 hatten sich auf Sicilien die Sklaven inMasse erhoben und die römischen Heere mit solchem Erfolg bekämpft, daß ihr Führer, dersyrische Sklave Eunus, der als Prophet und Wundermann galt, den Königstitel an-zunehmen wagte, und die Sklaven fast die ganze Insel besetzt hielten. Nur mit Mühe undunter entsetzlichem Blutvergießen wurden endlich die Römer des Aufstandes Meister. Nachder Einnahme von Enna ließ der Konsul P. Rupilius 20000 Menschen aus Kreuz schlagen.Einige Jahrzehnte nachher, als die reichen römischen Gutsbesitzer ihre großen Ländereien