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Drittes Buch: Römische Geschichte.
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Einzelne dem Schwert entronnene Scharen wurden auf dem Marsche nachihrer Heimat von dem aus Spanien zurückkehrenden Cn. Pompejusvollends vernichtet und dann durch eine Menschenjagd die letzten Funkendes gewaltigen Brandes zertreten. Merkwürdig bleibt es, daß der Aus-stand, der in Sicilien Jahrzehnte lang geglimmt hat, in Italien so baldund so vollständig erlosch: es mag seinen Grund darin haben, daß dieMassen der italischen Sklaven sich aus zu verschiedenartigen Völkerschaftenzusammensetzten, um ein einheitliches Wirken zu ermöglichen.
und°'N^us Beide Männer, Pompejus und Crassus, suchten nun einander denKonsum politischen Rang abzulausen. Wenn Pompejus auf eine Reihe unerhörterGlücksfälle pochen durste, so hatte Crassus im Sklavenkrieg eine sehr ernstlicheGefahr des Staates abgewendet, und wenn Pompejus sich eines gewaltigenAnsehens erfreute, so unterstützte den Crassus sein unermeßlicher, nichtimmer mit den lautersten Mitteln erworbener Reichtum. Schließlich suchteCrassus, der sich in politischen Dingen öfters ratlos gezeigt hatte, desPompejus Schutz und Unterstützung, und so ward denn gegen den Willendes Senats die Konsulwürde fürs nächste Jahr der Lohn der beidenSieger. Durch Kornspenden, Freigebigkeit und demokratische Einrichtungenbuhlten sie wetteifernd um die Gunst des Volkes und milderten die Gesetz-gebung Sullas in ihren wesentlichen Punkten oder hoben sie auf. DemTribunal wurde seine frühere Macht zurückgegeben, die frühereTeilung der Richterstellen zwischen den Senatoren und Rittern wieder her-gestellt und durch das aurelische Gesetz eine dritte Klasse von Geschworenen,die sogenannten Aerartribunen, hinzugefügt. Die Entlassung der beidenHeere des Pompejus und Crassus sollte den Ansang einer neuen Herrschaftdes Gesetzes und des Rechts bezeichnen.
Erstes Aus- In jene Zeit sällt auch das erste Auftreten der Männer, die dazu bestimmt
Eic-ro und waren, den letzten Tagen der Republik ihren Stempel aufzudrücken, Ciceros undCasar M^rs. M. Tullius Cicero, geboren am 3. Januar 106 v. Chr. zu Arpi-num im Sabinerlande, von reichen Eltern und ritterlicher Abstammung, hattesich schon früh durch seine glänzende rednerische Begabung hervorgethan. Seineersten bedeutenderen Redeveriuche hatten sich gegen die sullanische Reaktiongerichtet; jedoch ging sein innerstes Streben dahin, in den Reihen der Senats-partei eine hervorragende Rolle zu spielen. C. Julius Cäsar dagegen, deraus einem der ältesten Adelshäuser stammte, schloß sich mehr und mehr andie Popularpartei an und suchte mit deren Hilfe politischen Einfluß zu gewinnenund womöglich Pompejus bei Seite zu drängen; jedoch spann er seine Fädenso fein, daß es sich als unmöglich herausstellt, seinen Einfluß, der doch un-zweifelhaft bei allen Unternehmungen der Demokraten mitwirkte, festzustellen. —Das große Tagesereignis in Roms innerem Leben war damals der v errinischeProzeß, gerichtet gegen C. Verres, den Prätor von Sicilien, einen un-gewöhnlich dreisten Schurken, der durch die größte Grausamkeit die an viele Be-drückungen gewöhnten Provinziälen gegen sich ausgebracht hatte. Sie belangtenihn wegen Erpressung und wählten als ihren Sachwalter Cicero, der imJahre 75 als Quästor des Prätors Sex. Peducäus dort gewesen war unddeshalb die Verhältnisse der Insel kannte. Trotz der gewaltigsten Anstrengungender Senatspartei wußte Cicero den Prozeß so glänzend zu führen, daß Verresnoch vor dem Urteilsspruch in die Verbannung ging. Der Ruhm, den sichCicero durch seine verrinischen Reden (K 240) erwarb, war ungeheuer undrückte den ehrgeizigen Mann bald in die vorderste Reihe der politischen Partei-häupter. Er schloß sich nunmehr ganz der Optimatenpartei an und unter-stützte dann den Pompejus mit seiner gewaltigen Redegabe. Die Gelegenheitdazu boten bald die Verwicklungen im Osten.