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Drittes Buch: Römische Geschichte.
Z 222.
kamen die Botschaften aus Rom, die von den Agitationen gegen Lukulluszu reden wußten. Denn durch sein Eintreten für die ausgepreßtenProvinziellen hatte er sich Lei den römischen Rittern sehr unbeliebt ge-macht. So mußte denn der große Feldherr schließlich an den Rückzugdenken. Veranlaßt wurde er durch eine neue Meuterei seiner Soldaten, dieden Mithradates nicht weiter verfolgen wollten, nachdem sie erfahren hatten,daß der Senat ihre Entlassung beschlossen habe. Ferner erlitt der getreue6? Legat Triarius bei Zela eine Niederlage, die des Mithradates Stellungin Pontos von neuem befestigte. Lukullus kehrte infolgedessen nach Kappado-kien zurück und mußte unthätig mit ansehen, wie der nimmer müdepontische König binnen kurzem sein ganzes Reich zurück gewann. Ja imJahre 67 wurde sogar vom Senat, offenbar aus Betreiben des Pompejus,M'. Acilius Glabrio abgesandt, um die Kriegführung gegen Mithradateszu übernehmen. Dieser jedoch beging soviel arge Fehler, daß es sich baldnötig machte, ihn zu ersetzen und ernstlich den Feldzug zu beenden.
Diese Aufgabe nun hatte sich Pompejus vorbehalten. Nachdem erden Seeräuberkrieg beendet hatte, benutzte er die Mißstimmung gegeni.sx iisLiii^^ullus E Rom, um ihn zu verdrängen. Er versprach unter der Handden Steuerpächtern und Soldaten, die Lukullus scharf im Zaum gehaltenhatte, freie Hand und stachelte den Volkstribunen C. Manilius an, beimVolke zu beantragen, daß ihm die Leitung der orientalischen Angelegenheitenübertragen werden möchte. Dieser fand sich dazu bereit und erfuhr hierbeidie Unterstützung Ciceros, der als gewesener Prätor in einer Staats-rede für Pompejus eintrat und ihm das erwünschte Mandat ver-schaffte. Pompejus ging unverzüglich nach der Provinz Asien ab undübernahm, nicht ohne seinem Vorgänger manche persönliche Kränkung zu-zufügen, das Kommando des Lukullus, der grollend nach Hause zurückkehrte.
Drei Jahre lang wurde ihm die Ehre des Triumphes versagt; als erendlich gestattet wurde, war er einer der glänzendsten in Beziehung aufBeute und Gefangene, aber die Begleitung der Krieger war gering. Wennman bloß die militärischen Leistungen ansieht, so hat kaum ein andererrömischer General mit so geringen Mitteln so viel gethan wie Lukullus;das Talent und das Glück Sullas schienen sich auf diesen seinen Schülervererbt zu haben. Dennoch war der glänzende Feldzug fast ohne Resultate;durch die Meuterei der Soldaten gingen die Erfolge eines achtjährigenKrieges wieder verloren. Man mußte die Unterwerfung von neuem be-ginnen; das war die Frucht der unseligen Parteiwirtschaft, die selbst bisin die Soldatenlager ihre Fäden spann. Es lag aber auch am Charakterdes Feldherrn, der bei seinen Soldaten, die lieber einen Räuberkrieg alsdie Unterwerfung des Ostens wollten, grenzenlos unpopulär war, unddem sie manches nachsagten, was sich als bloße Lüge herausstellte. Vonda an lebte Lukullus, auch hierin ein getreuer Schüler Sullas, in stillerZurückgezogenheit, mit aller Pracht eines reichen vornehmen Privat-mannes , die sich mit feinem Namen fortan.sprichwörtlich verknüpft hat.
tz 222. Ende des Krieges und Organisation Vorderafiens durchCn. Pompejus. Des Pompejus Feldzug gegen Mithradates war nur derAbschluß der langjährigen Kriegsarbeit des Lukullus. Mit leichter Mühebezwäng er die beiden schon tief gedemütigten Könige. In einer nächt-ss lichen Schlacht am oberen Lykos, in der schluchtenreichen Berggegend, woin der Folge Nikopolis (die Siegesstadt) angelegt ward, besiegte