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Viertes Kapitel: Die socialen und politischen Kämpfe (133—80).
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Pompejus den unermüdlichen Mithradates so vollständig, daß dieser sichmit nur 800 Reitern nach seinem bosporanischen Königreich rettete. Wasvon seinen Truppen nicht den heranstürmenden Römern erlag, ward indem sürchterlichen Gedränge unter den Hufen und Rädern zermalmt.
Dann brachte Pompejus Armenien ohne Schwertstreich in seine Gewalt,Armenien*knüpfte mit den Parthern Verhandlungen gegen Armenien an und zwang denmit seinem eigenen, römisch gesinnten Sohne in Hader lebenden Tigraneszur Unterwerfung und Huldigung. Der gedemütigte König warf sich demrömischen Feldherrn im Lager von Artaxata zu Füßen und legte zumZeichen seiner unbedingten Unterwerfung Diadem und Tiara in seineHände. Pompejus, erfreut über den mühelosen Sieg, gab ihm die Ab-zeichen seiner Würde zurück und gewährte ihm den erbetenen Frieden unterder Bedingung, daß er die eroberten Länder ausgab und eine unermeß-liche Geldsumme in die Kriegskasse und an die römischen Soldaten ent-richtete. Fortan war Tigranes ein römischer Lehnssürst.
Siegreich durchzog Pompejus alsdann auf beschwerlichen Märschendas Flußthal des Khros (Kura) und den schluchtenreichen Kaukasus, ßUA«,-brachte die Iberer, die unter der Leitung von Geschlechtshäuptern undGauältesten das Land ohne Sondereigentum der einzelnen Bauern nachFeldgemeinschaft bestellten, sowie die zahlreichen Stämme des bogen-bewehrten Hirten- und Reitervolkes der Albaner zur Unterwerfungund rückte die Grenzmarken der römischen Republik bis an den mächtigenGebirgswall zwischen dem kaspischen und schwarzen Meer.
Trotz der weit ausgedehnten Züge des Pompejus, der beinahe bisLA^-tesan das kaspische Meer vorgedrungen war, gelang es ihm aber nicht,den flüchtigen Mithradates einzuholen. Ungefährdet erreichte dieser seinbosporanisches Königreich und begann sogleich wieder gewaltige Pläne zuspinnen. Er faßte den kühnen Entschluß, an der Spitze seines bunt-gemischten Heeres durch Südrußland und die Donauländer nach Italien zuziehen, und wie Hannibal den Krieg in des Feindes eigenes Land zu tragen;aber die Geschicke des greisen Königs sollten sich früher erfüllen. Es war ihmzwar gelungen, in den zwei Jahren, während Pompejus die OrganisationKleinasiens vornahm, ein größeres Heer zusammenzubringen, aber die unbeug-same Härte des Greises scheuchte selbst seine besten Freunde von ihm. ImKampfe mit seinem eigenen Sohn Pharnäkes von seinen Truppen verlassenund von seinen gedrückten Unterthanen verraten, gab er sich selbst im Schlossezu Pantikapäon den Tod. Ein lorbeerbekränzter Bote meldete dem römischen esFeldherrn im Lager vor Jericho den Untergang des größten Feindes.
Mithradates lag häufig im Streit mit seiner Familie. Bei seiner ersten, durchLukullus bewirkten Flucht aus seinem Reiche hatte er seine sämtlichen Frauen und Schwestern °toten lassen, damit sie nicht in die Hände der Römer fielen; nur eine einzige, die getreue,männlich gesinnte Hhpsikrateia, begleitete ihn in persischer Reiterkleidung nach Arme-nien. Drei Söhne hatte der mißtrauische Vater bereits getötet, als der vierte, Pharnäkes,sich aus Furcht wider ihn empörte und ihn den Römern ausliefern wollte. Umsonst flehteder alte Fürst auf den Zinnen seines Palastes den Sohn um sein Leben an ; seine Grausam-keit hatte die Herzen der Seinigen wider ihn verhärtet. An seinem Schicksale verzweifelnd,beschloß der Sultan zu sterben, wie er gelebt hatte. Er nahm von dem Gifte, das er immerbei sich führte, und gab auch feinen Frauen und Töchtern davon. Bei den letztern wirktees sogleich; aber seine eigene abgehärtete Natur, die er an verschiedene Gifte zu gewöhnengesucht hatte, widerstand, so daß er sich endlich, nach einem mißlungenen Versuch derSelbsientleibung, von einem galatischen Leibwächter Bitalitus niederstoßen ließ. Pompejusbefahl, den von dem Sohne ausgelieferten Leichnam in der Königsgrust zu Sinope beizusetzen;
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