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Erster Band.
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Drittes Buch: Römische Geschichte.

8 225.

Triumphs Wurde ihm vom Senat jede seiner Bitten verweigert: es wurdeihm weder das zweite Konsulat verliehen, noch seinen Soldaten das ver-sprochene Land angewiesen, noch seine Anordnungen in Asien bestätigt,und so mußte er sich in die Rolle dessen fügen, der einen großen unwieder-bringlichen Augenblick vorüberziehen ließ.

Cäsar Mutiger und darum glücklicher zeigte sich in dieser Zeit C. JuliusCäsar, dessen Laufbahn sich bis dahin in den gewöhnlichen Grenzen ehr-geiziger und begabter Adliger gehalten hatte. Geboren am 12. Juli 102war er in den Traditionen seines Hauses erzogen worden. Frühzeitigschloß er sich der demokratischen Partei an, deren Haupt er zuwerden bestimmt war, und erregte schon als ganz junger Mann die miß-trauische Aufmerksamkeit Sullas. Natürlich gelang es ihm während derRestaurationsherrschaft der Nobilität nicht, irgend welchen Einfluß zu ge-winnen. Darum suchte er, trotz der großen Vorsicht, die ihn immer aus-zeichnete, Anschluß bei den extremsten Parteimännern, um durch sieemporzukommen. Sein erster meisterhafter Schachzug war, daß er alsPrätor im Senate, trotz eines Entrüstungssturmes der Nobilität, die un-gesetzliche Hinrichtung der Catilinarier (8 224) bekämpfte. Das unverhoffteBeibringen des ultrakonservativen M. Porcius Cato Minor bewies ihm, daßer den rechten Weg eingeschlagen hatte. Denn die Reaktion auf die vonCicero entfachte Begeisterung des Volkes und auf die damit zusammen-hängenden Wutausbrüche gegen die Catilinarier konnte nicht ausbleiben.Als nunmehr Pompejus auf die Herrschaft verzichtet hatte und mit demSenat zerfallen war, trat Cäsar hervor. Daß er wie kein zweiter dazu be-fähigt war, sich die Krone aufs Haupt zu drücken und die Welt zu regieren,hat der beispielslose Verlauf seiner Geschichte dargethan; die Natur hattein ihm alles vereinigt, was für den Mann notwendig war, der sich unter-fing, ein Diadem um seine Stirne zu schlingen. Er war gewissermaßen dieBlüte des vornehmen, hellenisch durchgebildeten und doch römisch denkendenAdeligen, ein Mann, dessen Bedeutung man aus jeder Zeile ahnt, die erschrieb, der alle sich unterthänig machte, in Liebe und Haß, die in seineNähe kamen.

Mit Vorsicht näherte sich Cäsar seinem großen Ziele. Er gedachtenicht in des Pompejus Fehler zu verfallen und den günstigen Augenblick zuversehen; doch wußte er genau, daß er nur dann ihn würde nachhaltigausnützen können, wenn ,er ein ihm treu ergebenes schlagfertiges Heerzur Verfügung hätte. Er beschloß deshalb, abzuwarten, bis dies Werk-62 zeug in seiner Hand sein würde. Zunächst erhielt er nach seiner Präturdas jenseitige Spanien, das er trefflich verwaltete und wo er seine erstenLorbeeren errang. Dann kehrte er in die Hauptstadt zurück, gewann durchglänzende Freigebigkeit die Masse immer mehr für sich und spann diepolitischen Fäden weiter, bis sich ihm das Konsulat und dann in einerprokonsnlarischen Provinz das Mittel bot, die ersehnte Militärmacht zugewinnen.

Nachdem Pompejus seine Truppen in Brnndisium entlassen hatte,fühlte sich der Senat von einer schweren Sorge befreit und glaubte wiederim Besitz der Macht zu sein. Da die Besorgnis vor Cäsar am größtende^Senats lv 2 r , so suchte die Senatsregierung auf Betreiben Catos die Freigebig-keit Cäsars zu überbieten, vermochte aber dessen Beliebtheit nicht ab-zuschwächen. Mit Mißtrauen stand die Nobilität auch Pompejus gegen-