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Erster Band.
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Drittes Buch: Römische Geschichte.

8 227.

Unterwer-fung desnördlichenGallien

57

Unterwer-fung desNord-westens 56

Übergangüber denRhein55

Feldzuggegen Bri-tannien55, 54

Germanen unweit der burgundischen Pforte, deren Bedeutung alsAusfallsthor feinem militärischen Blicke nicht entging, vernichtet hatte, zogAriovist mit den geringen Überresten feines geschlagenen Heeres in seinüberrheinifches Vaterland zurück, wo er bald nachher an seinen Wundenstarb. Damit war die Frage, ob Gallien germanisch oder romanischwerden sollte, zu Ungunsten der Germanen entschieden. Den von ihmauf dem linken Rheinuser angesiedelten Germanen, den Tribokern umStraßburg, den Nemetern um Speher, den Vangiönen um Worms, ließCäsar ihre neuen Wohnsitze und vertraute ihnen die Bewachung der Rhein-grenze gegen ihre Landsleute an.

Nach der Unterwerfung des mittleren Galliens zog Cäsar nordwärtsgegen die große Eidgenossenschaft der Belgier, die mit gewaltiger Heeres-macht unter ihrem König Galba ins Feld gerückt waren, und hielt sie solange hin, bis Mangel an Vorräten und innere Zwietracht ihre Reihenlöste, und die einzelnen Stämme um Frieden baten. Nur die tapferenNer vier und ihre Verbündeten lieferten den Römern an dem Sabis(Sambre) eine Schlacht, in der der Sieg lange schwankte, bis die römischeKriegskunst, verbunden mit der entschlossenen Tapferkeit des Oberseldherrn,auch hier eine günstige Entscheidung herbeiführte. Heldenmütig stritten dieNervier; noch auf den Leichenhaufen der Ihrigen fochten sie bis auf denletzten Mann, von 600 Ratsherren überlebten nur drei den blutigen Schlacht-tag. Die Remen (um Reims), die sich an Cäsar angeschlossen hatten,wurden von nun an im Norden der herrschende Gau, wie die Aeduer inder Mitte. — Nicht minder heftig war der Kampf an der Westküste, wodie streitbaren Veneter an der Spitze einer großen Bundesgenossenschasbund unterstützt von vaterländischen Männern aus allen Gauen sich gegenP. Crassus, des Triumvirn Sohn und Cäsars geschickten Unterseldherrn,zu Wasser und Land tapfer verteidigten. Erst als ihre Flotte durchD. Brutus aus dem atlantischen Meere vernichtet worden war, gelang esCäsar, die Ruten und Beile Roms auch in den Gegenden der jetzigen Nor-mandie und Bretagne zur Anerkennung zu bringen. Der Unterwerfung derVeneter folgte die Bezwingung der iberischen Völkerschaften inAquitanien, von der Garonne bis zu den Pyrenäen.

Nachdem so Cäsar innerhalb dreier Jahre ganz Gallien mit dennSchwert erobert hatte, schlug er (zwischen Bonn und Andernach) einePsahlbrücke über den Rhein und führte die Legionen über den mächtigenStrom, um die kriegerischen Bewohner des rauhen, von dunkeln Eichen-und Tannenwäldern durchzogenen Germaniens zu schrecken und vonferneren feindlichen Einfällen in das gallische Land abzuhalten. DiesemUnternehmen, bei dem die Römer Wider gegebene Zusage die germanischenVolksstämme der Usipeten und Tencterer am Niederrhein treulos überfielenund teils niedermachten, teils in den Rhein stürzten, verdanken wir dieerste kurze Beschreibung unseres Vaterlandes von Cäsars eigener Hand. ZweiJahre später wurde in der Nähe ein zweiter Rheinübergang bewerkstelligt..Doch gedachte der römische Feldherr weder in Deutschland noch in Britan-nien, an dessen felsiger Küste er gleichfalls zweimal landete, bleibende Er-oberungen zu machen. Er wollte den Insulanern, die den flüchtigen Gallierneine ehrenvolle Freistätte bei sich gewährten nur zeigen, daß der Armder Römer auch über den Kanal reiche. Nachdem er den in Tierfelle ge-kleideten keltischen Bewohnern, die, aus Streitwagen kämpfend, unter