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Drittes Buch: Römische Geschichte.
Z 227.
Letzte Auf-stünde 51
Ergebnisse
Folgen derEroberungsilr Gallien
der ganzen Nation feierlich erwählten Feldherrn dem Landesfeinde aus.Fünf Jahre später wurde er im Triumphe durch die Gassen der italischenHauptstadt geführt und als Hochverräter an der römischen Nation am Fußedes Kapitals enthauptet, während auf dessen Höhe sein Überwinder denGöttern dankte.
Nach Bewältigung dieses allgemeinen Aufstandes gelang es dem Er-oberer, das ganze Land bis zum Rheinstrom zu unterwerfen. Die Berg-stadt Uxellodunum am Lot war die letzte freie Burg der Kelten. DasSchicksal der tapferen Besatzung, der Cäsar nach der Einnahme die Händeabhauen ließ, schreckte von weiterem Widerstand ab. In kurzem hattenalle Städte und Gaue ihre Unterwerfung angezeigt, und der römische Ober-feldherr bemühte sich jetzt, durch milde und freundliche Behandlung derStammeshäupter, wie durch zweckmäßige Einrichtungen und mäßigeSteuern Ruhe und einen geordneten Zustand zurückzuführen und RomsHerrschaft zu befestigen. Die Einführung der römischen Sprache, desrömischen Rechts, der römischen Scheidemünze bahnte derselben den Weg;aber vollständig gelang die Romanisierung Galliens erst dann, als dieMacht der Druidenpriester, die ihren großen Einfluß auf die Gemüter desVolks zur Erweckung des nationalen Hochmuts und Selbstgefühls undzur Herabwürdigung alles Fremden benutzten, gebrochen war.
So hatte denn Cäsar Großes erreicht. Der atlantische Ozean vomKap Gibraltar bis zur Meerenge von Calais und andererseits der gewaltigeRheinstrom umschlossen römisches Gebiet, und so waren es, wie im Osten(Z 222) gewaltige Wassergrenzen, die den römischen Prinzipien entsprechend, dieFlanken des gewaltigen Reiches deckten. Es war nur ein weiteres Ausbauen diesesspezifisch römischen Gedankens, wenn Augustus späterhin die römischen Grenzen biszur Donau vorschob und bis zur Elbe vorschieben wollte. Durch Cäsars Er-oberung wurden die beiden großen Halbinseln des Mittelmeeres sür einenlangen Zeitraum vor aller Gefahr aus dem Innern des europäischen Kon-tinents her gesichert. Zugleich hatte Cäsar die beiden Erfolge vorbereitet, dienoch später die einzig wirklichen Heldenthaten und dauernden Erwerbungen desKaisertums werden sollten, die Eroberung Britanniens und des rechten Rhein-ufers. Es wäre ihm dies nicht möglich gewesen, wenn er nicht fast monarchischeGewalt besessen hätte, und wenn er nicht gewisse Mißgriffe und Grausamkeiten,wie die Hinschlachtung der Usipeten und Tenkterer, trotz Catos Einspruch, ohneweitere Folge sür sich, hätte durchführen und so die Gallier mit einer un-überwindlichen Furcht vor seiner Überlegenheit hätte erfüllen können.
Nach der schnellen Überwindung des Landes folgte eine verhältnismäßigfast noch schnellere Romanisierung. Das kam hauptsächlich darum, weil Cäsarund seine Nachfolger durch kluge Bevorzugung eine starke Partei für sich gewannen,die, anfangs die Hauptgegner der Römer, ihnen später die innere Befestigungwesentlich erleichterte, den Adel und die Priesterschaft. Die Römer stützten sich aufdiese beiden zahlreichen und mächtigen Kasten und konnten dadurch mit Leichtigkeitdas Land zu ihrem dauerndsten Besitztum machen. Zugleich wurden der römischeKultur in Galliens Mitte neue Wohnsitze bereitet, große Völkerschaften in ihrenKreis gezogen und ihren Ideen unterworfen. Erst nach ihrer Niederlage fingendie Gallier an, das Land ihrer Heimat allenthalben anzubauen und die Vor-teile seiner geographischen Lage zu genießen. Die Römer erfüllten es mit dengroßen Bauwerken, die ihre Anwesenheit überall bezeichnen, Amphitheatern,Thermen, Aquädukten, Heerstraßen; die letzteren, die das Land später in verschiedenenRichtungen durchzogen, waren das Hauptmittel der Romanisierung, denn siebrachten alles in unmittelbare Verbindung mit den Hauptstätten der römischenEinwirkung: Lu gudunum (Lyon) an der Mündung der Saöne in die Rhone