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Erster Band.
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487
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Z 230 . Viertes Kapitel: Die socialen und politischen Kämpfe ( 133 — 30 ). 487

den Vatern begründeten und mit ihrem Herzblute verteidigten Verfassungdarlegte, da waren Führer und Soldaten willig und bereit, ihm, selbstzum Bürgerkrieg, unbedingt zu folgen. Die Legionäre machten sogar untersich aus, daß sie den Sold, den ihnen Cäsar zu verdoppeln versprach, biszur Beendigung des Kriegs in den Händen des Feldherrn lassen und in-zwischen die ärmeren Kameraden aus allgemeinen Mitteln unterstützenwollten. Nur der tapfere T. Läbienus, ein überzeugter Anhänger derOptimatenpartei, der zehn Jahre lang als Beaufsichtigen bei Cäsar inGallien gewesen war, kehrte zu seinen Parteigängern zurück.

Z 330. Der Krieg in Italien, Spanien und auf der Balkanhalbinsel.

Als Cäsar am Flusse Rubicon stand, der die gallische Provinz von Italienschied, mochte er noch einmal die Wechselfälle des Geschicks überlegen, eheer mit dem Ausruf: „Der Würfel soll geworfen sein", den Fluß über- 12 . Jan. 49schritt. Er zog mit seinen abgehärteten, ihm treu ergebenen Legionen ausdem Polande in raschem Siegeslauf durch Umbrien und die sabellischenGaue; denn es galt, die Gegner zu überraschen, ehe sie ihre zerstreutenTruppen um sich gesammelt hatten. Seine Milde und Freundlichkeitöffnete ihm alle Thore und gewann ihm die Herzen der Bewohner. Sonahm er, ohne wesentlichen Widerstand zu finden, die wichtigen Apenninen-pässe, schloß ein gegnerisches Heer bei Corfinium ein, und nötigte es M. F-br.tgzur Waffenstreckung. Die Optimaten erfaßte Schrecken und Verzweif-lung. Alles flüchtete und selbst Pompejus, zu spät aus unbegreiflichemSelbstvertrauen und sorgloser Zuversicht aufgeschreckt, wagte es nicht, denFeind in Rom zu erwarten; er eilte mit seinen neugeworbenen und wenigzuverlässigen Truppen und einem großen Gefolge von Senatoren undOptimaten über Capua nach Brundisium, und als sich der Sieger dieserStadt näherte, aus den im Hafen liegenden. Schiffen über das ionische:?. März«Meer nach Epirus. Seine großsprecherische Äußerung, daß er Legionenaus dem Boden stampfen könne, hatte sich nicht bewährt. Die rascheEntschlossenheit seines Gegners hatte ihm nicht die Zeit gegönnt, die ihmzu Gebote stehenden Streitkräste zu vereinigen; man vergaß sogar in derBestürzung, die öffentlichen Kassen in Sicherheit zu bringen. Cäsar ver-folgte die Fliehenden nicht über das Meer; er mußte zuvor die ängst-lichen Gemüter beruhigen, die die Rückkehr der marianischen Schreckenszeitfürchteten, die Hauptstadt vor Anarchie schützen und dem Gegner die be-deutenden Streitkräfte in der phrenäischen Halbinsel entziehen.

Darum kehrte er von Brundisium nach Rom zurück, wo er den ge-sprengten Senat wieder einsetzte und sich des von den flüchtigen Konsuln i- Apm 40zurückgelassenen Staatsschatzes (gegen 70 Millionen Mark) nebst den reichenVorräten bemächtigte, und begab sich dann nach Spanien. Hier trieber nach blutigen, aber unentschiedenen, Kämpsen bei Jlerda (Lerida)die Heere seines Gegners durch sein überlegenes Feldherrntalent und dieSchnelligkeit seiner Bewegungen so in die Enge, daß sie eine Kapitulationschloffen, infolge deren die Feldherren (M. Petrejus, L. Asranius,

M. Varro) und die Führer zu Pompejus entlassen wurden, währenddie Gemeinen entweder zu dem Sieger übergingen oder nach Ablieferungder Waffen nach Hause zogen. Auf dem Heimweg nach Italien brachte Cäsardie reiche Handelsstadt Massilia, die aus älter Anhänglichkeit anPompejus den Cäsarianern die Thore verschlossen hatte und darum während MaWiasdes spanischen Feldzugs von D. Brutus zu Wasser und zu Land hart