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Erster Band.
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Drittes Buch: Römische Geschichte.

Z 280.

belagert worden war, zur Unterwerfung; obwohl sich die Bürgerschaft einesverräterischen Überfalls nach geschlossenem Vertrag schuldig gemacht hatte,besänftigte Cäsar dennoch die Wut der Soldaten und bestrafte die Stadtnur mit Verlust der Waffen und Schiffe und mit Schmälerung ihresGebiets' und ihrer Freiheit. Sie blieb auch nach diesem Schlag immernoch der Mittelpunkt der hellenisch-römischen Kultur im Westen; aber indem massaliotischen Dorfe Nemausus (Nimes), das zur latinischen Stadt-gemeinde (Z 181) erhoben und mit Grundbesitz ausgestattet ward, erstanddem alten Handelsstaat ein mächtiger Rivale.

^Afrua'" Der ausgebrochene Bürgerkrieg entfesselte einen Weltbrand, und überallin dem weiten Orbis Uonmnus nahm man für und Wider Partei. Meistensgelang es den Cäsarianern ohne große Kämpfe, sich in den Besitz derMacht zu setzen. Entschlossene und treue Anhänger nahmen Korsika,Sardinien und Sicilien ein und wandten sich dann nach Afrika, wo indem ehemaligen Karthago ein Gegensenat thronte, der Schwiegervaterdes Pompejus, Q. Metellus Scipio, kommandierte und man an Juba I., demKönig von Numidien, einem persönlichen Gegner Cäsars, eine starke Stützehatte. Ihnen gegenüber stand Curio (Z 229), mit unzulänglicher Truppen-macht, der zwar anfangs des Erfolges sicher zu sein schien, sich aber imSept. 4s Gebiete von Utica durch seinen feurigen Mut auf einen ungünstigen Kampf-platz verlocken ließ, wo er, von Jubas numidischen Reitern umringt, mitseinem ganzen Heere umkam; er suchte den Tod, weil er sich schämte, alsBesiegter vor seinem Gebieter zu erscheinen. So blieb denn Afrika imunbestrittenen Besitz der Optimalen; und das blieb nicht das einzige Un-das Cäsar traf. Aus dem weiten Osten, wo Pompejus vielep°i»s Anhänger zählte, wurden diesem so viele Streitkräfte nach der Balkan-halbinsel zugeführt, daß er über eine Armee von 7000 Reitern und elfLegionen und über eine Flotte von 500 Segeln gebot; und in Thessalonikeversammelte sich eine solche Menge Emigranten aus dem Senatoren- undRitterstande, daß der römische Staat seine Hauptstadt nebst dem Senat (den„Dreihundert") nach Makedonien verlegt zu haben schien. Es war klar,daß dort der entscheidende Zusammenstoß erfolgen mußte. Pompejus schienweit überlegen zu sein, als er seinen Legionen den Befehl gab, aus der egna-tischen Straße nach dem adriatischen Meere hin die Pinduspässe zu übersteigen.Allein die Anwesenheit so vieler mitregierender Aristokraten im Lager solltedem Oberbefehlshaber den Kampf Wider Cäsar sehr erschweren, zumal dessenWillen von niemandem durchkreuzt, sondern mit Begeisterung befolgt ward.

Nach Unterwerfung Massilias begab sich Cäsar wieder nach Rom,Thessalien ließ sich zum Diktator und dann (um den Schein des Rechts zu bewahren)fürs folgende Jahr (48) zum Konsul wählen. Daraus setzte er mit einemTeil seiner Legionen nach der epirotischen Küste hinüber, wo Pompejus mit4. Jan. 48 seinem überlegenen Heere bei Dhrrhachium stand. Da aber seine übrigenAbteilungen, durch ungünstige Witterung verhindert, nicht folgen konnten,so kam Cäsar in schlimme Lage. Er hatte keine Schiffe, und die über-legenen Gegner, deren Flotte der unversöhnliche Bibulus befehligte, gabensich schon der frohen Zuversicht hin, Cäsar würde als Abenteurer endigenund dann eine sullanische Restauration folgen. Von Tag zu Tag wurdeCäsars Lage unhaltbarer und sein Untergang gewiß, wenn nicht schleunigeHilfe kam, die ihm diesmal sein sonst so günstiges Geschick zu versagenschien. Um die Einschiffung seiner Truppen zu betreiben, wollte er sich