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Erster Band.
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H 231. Viertes Kapitel: Die socialen und politischen Kämpfe (133—30). 489

sogar selbst aus einem kleinen Fahrzeug durch die feindliche Flotte nachBrundisium durchschleichen. Vermummt bestieg er in stürmischer Nachtein kleines Schiff; den besorgten Steuermann trieb er mit dem Zuruf an:

„Fürchte nichts, du führst Cäsar und sein Glück!", aber die Wellen gingenso hoch, daß das Vorhaben ausgegeben werden mußte. Auch als baldnachher der mutige und getreue Legat M. Antonius mit drei LegionenVeteranen und 800 Reitern die kühne Überfahrt bewerkstelligte, behieltendie Pompejaner die Oberhand. Eine Reihe blutiger Gefechte bei Dyr-rhachium, in denen Cäsar im Nachteil war, nötigte diesen schließlich, dieso energisch festgehaltene epirotische Küste auszugeben und sich in daßInnere zu ziehen. Nur wenn es ihm gelang, den Gegner nachzulocken, standnoch einmal die Entscheidung bei den Waffen. Wenn aber Pompejus,ohne sich zu rühren, ihn in das unwirtliche Innere ziehen ließ, so mußteCäsar, vom Hunger überwältigt, die Waffen ohne Kampf strecken. Jedocherhöhten die ungeahnten Erfolge das Selbstvertrauen des Gegners so,daß er dem Ungestüm der ihn umgebenden vornehmen Jugend nachgabund den feindlichen Feldherrn, der sich mit seinen ermatteten Veteranenostwärts zog, in die Ebene Thessaliens verfolgte, um eine rasche Entscheidungherbeizuführen. In der Schlacht bei Pharfälos erfochten Cäsars 9. Aug. iskampfgeübte Truppen einen glänzenden Sieg über das mehr als doppeltso starke feindliche Heer und erbeuteten das reiche, mit Kostbarkeiten undVorräten angefüllte Lager. 15 000 Feinde lagen tot oder verwundet aufdem Schlachtfelde, während die Cäsarianer nur 200 vermißten; von denelf feindlichen Adlern wurden Cäsar neun überbracht. Der Rest der Pompe-janer, gegen 20 000 Mann, streckte am andern Morgen die Waffen.

Als die Schlacht noch wütete, legte Pompejus kleinmütig verzweifelndseine Feldherrnabzeichen ab und ritt auf dem nächsten Wege dem Meerezu, um ein Schiff zu suchen. Mit wenigen Getreuen, floh er überLesbos nach Kleinasien und von dort über Kypros nach Ägypten, fandaber hier statt gastlicher Aufnahme Tod durch Meuchelmord. Der König W. s-pt. 48Ptolemäos Auletes, in der Hoffnung, dadurch Cäsars Gunst zu erlangen, ließden gebeugten Helden bei feiner Landung in Pelusium töten. „Im Aus-steigen stach der Kriegstribun L. Septimius ihn hinterrücks nieder, unterden Augen seiner Gattin und seines Sohnes, die von dem Verdeck ihresSchiffes aus dem Morde zusehen mußten, ohne retten oder rächen zukönnen. An demselben Tage, an dem er dreizehn Jahre zuvor, überMithradates triumphierend, in die Hauptstadt eingezogen war, endigteauf einer öden Düne des unwirtlichen Strandes durch die Hand einesseiner alten Soldaten der Mann, der ein Meuschenalter hindurch derGroße geheißen und Jahre lang Rom beherrscht hatte." Sein Leichnamblieb unbeerdigt liegen, bis seine alten Soldaten ihn auf einfachen Bretternverbrannten; sein Ring und Haupt wurden dem Sieger überbracht.

§ 231. Der Krieg in Afrika, im Orient und in Spanien. Trotz desTodes des Pompejus war Cäsar noch weit entfernt, den endgültigen Sieg ge-wonnen zu haben. Denn nicht die Person des großen Gegners, sondern dieNobilitätspartei galt es zu unterwerfen. Zunächst fegelte er unverzüglich nachAlexandria; dort erfuhr er das tragische Ende des großen Feldherrn, wasihm Thränen des Mitleids erpreßte. Er versagte dem Urheber des Mords diegehoffte Belohnung und entschied, als er zum Schiedsrichter des ThronstreitsZwischen den Kindern des jüngst verstorbenen Ptolemäos Auletes, dem