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Erster Band.
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-H 235 . Viertes Kapitel: Die socialen und politischen Kämpfe ( 133 — 30 ). 499

Makedonien und Syrien an, ernannte den Text. Pompejus zum Befehls-haber der Flotte, übertrug dem D. Brutus die Verfolgung des Antoniusund kränkte fo in unbegreiflicher Verblendung den jungen Octavian, denman für unbedeutend ansah. Das mußte dazu führen, daß dieser sich demAntonius und Lepidus, den „Feinden des Vaterlandes", näherte, und das E°An?°-war um fo bedeutungsvoller, als Octavian noch immer an der Spitze der »ms^ndbei Mutina siegreichen Armee stand. Octavian zog zunächst nach Rom, verbündetbemächtigte sich des Staatsschatzes und nötigte die eingeschüchterte Bürger- ^schaft, ihn, den erst Zwanzigjährigen, für 42 zum Konsul zu wählen.

Nun übertrug ihm der Senat die Achtsvollstreckung an Antonius undLepidus, die sich inzwischen vereinigt und mit ihren Truppen unterdesnach Italien begeben hatten und langsam südwärts bewegten. Da Octaviannur im gezwungenen Bunde mit der Senatspartei stand, die jedenAugenblick bereit war, ihn fallen zu lassen, da sich im Osten ein ge-waltiges Heer unter den Cäsarmördern zusammenzog und dieses natur-gemäß eine Stütze der Senatsregierung werden mußte, da andererseits seineMacht (die an sich nicht genügte, um allen zugleich die Spitze zu bieten), dochgroß genug war, um einen nicht unverächtlichen Bundesgenossen darzu-stellen, fo vollzog sich fast von allein der Zusammenschluß der Partei dercäsarianischen Generale und des cäsarianischen Erben. Auf einer „Insel"des Flusses Renus unweit Bononia trafen Antonius, Lepidus undOctavian zusammen und schlössen zunächst aus fünf Jahre ein Schutz- undTrutzbündnis, das sogenannte zweite Triumvirat. Lepidus sollte^ZE-r^Spanien und Südgallien nebst dem Konsulate für 42 erhalten; dafür trat »ser fast sein ganzes Heer an die beiden andern Triumvirn ab, die mit20 Legionen gegen Brutus und Cassius ziehen sollten, für Antonius wardas eigentliche Gallien, für Octavian Afrika, Sicilien und Sardinienbestimmt. Dem Heere wurden diese Beschlüsse kund gegeben und damiteine große Freude erregt. Verschwiegen hatte man nur eins: um Geld zuschaffen und die Gegner zu beseitigen, hatte man sich zu umfassendenProscriptionen entschlossen. Zunächst gab man den Befehl, siebzehn Senats-führer, unter ihnen natürlich Cicero, aus dem Wege zu schaffen.

K 235. Die Niederwerfung der republikanischen Partei. Philippil43). Langsam zogen nun die Triumvirn durch llmbrien und Etruriennach der zitternden Hauptstadt, ließen sich vom Volke als Triumvirn(trasviri rsipublieas eonstlluencllo) bestätigen und traten ihr Amt am27. November an. Nun begann die Blutarbeit. Die angesehensten und^M-^^verdientesten Männer stelln unter den Streichen der Mörder; wie früherwurden auch jetzt die innigsten Verhältnisse, die Blut, Freundschaft undPietät geknüpft hatten, zerrissen, da die Machthaber sich und andernjeglichen Frevel gestatteten. Die Leichen der Erschlagenen (die Zahl derProscribierten belief sich nach einigen Angaben auf 300 Senatoren und2000 Ritter) wurden in den Tiber geworfen oder den Tieren preisgegeben.

Jeder der drei Verbündeten weihte seine Widersacher dem Verderben. Unterden Schlachtopsern des Antonius befand sich auch der 63jährige Cicero,P^^den der Tod aus der Flucht ereilte, als er sich von seinem LandguteFormiä in einer Sänfte an das Meer tragen ließ, um sich zu Schiffzu M. Brutus zu begeben. Antonius ließ Ciceros Kopf und Handauf der Rednerbühne zu Rom aufpflanzen, nachdem vorher fein laster-

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