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Erster Band.
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Drittes Buch: Römische Geschichte.

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Z 236.

Haftes Weib Fulvia mit dem bleichen Angesicht ein freches Spiel ge-trieben hatte.

Mit der Einnahme der Hauptstadt und der Besetzung Italienswar ein großes Stück Arbeit gethan; der Westen war in der Hauptsachegewonnen, doch im Osten herrschten noch die Republikaner. M. Brutusund L. Cassius hatten zwar den rechten Augenblick versäumt und warenin ihren Provinzen geblieben; aber sie geboten über ein stattliches Heer,das sie in Asien vereint hatten und nach Makedonien führten. Dazu kam,daß Sex. Pompejus sich ganz Siciliens bemächtigt hatte und wie einnordischer Seekönig mit seinen kleinen, schnellen Schissen die See beherrschte.Indes ließen sie auch jetzt noch den Triumvirn soviel Zeit, daß diese denKrieg gegen sie rüsten konnten, und versäumten vor allem, sich zu ge-meinsamem Thun zu vereinen. So gelang es denn, sie einzeln zu fassenund zu vernichten. Nachdem Italien mit Mord, Raub, Gütereinziehungund Gelderpressungen genügend gestraft war, zogen die Machthaber zunächstWider Brutus und Cassius nach Makedonien. Hier wurde in derMärz 42 Ebene von Philippi die entscheidende Doppelschlacht geliefert, inderen erster Cassius dem Antonius weichen mußte, indes Brutus dieLegionen des kranken Octavian zurückdrängte. Als sich aber Cassius, durchder'Cäsar- falsche Kunde getäuscht, im Glauben, daß alles verloren sei, verzweifelndMörder 42 in sein Schwert stürzte und die Triumvirn zwanzig Tage später mit ver-einten Kräften die mörderische Schlacht erneuerten, erlag auch Brutus undgab sich wie Cassius mit eigner Hand den Tod. Sein Beispiel wurde vonvielen freiheitsliebenden Streitern nachgeahmt, so daß die Walstatt vonPhilippi das Grab der Republik ward. Auch Porcia, des Cato Tochterund die Gemahlin des Brutus, wollte nicht länger leben und gab sichdurch Verschlucken glühender Kohlen den Tod. Brutus und Cassius habenals die „letzten Römer" sich einen unsterblichen Ruhm als Freiheitsheldenzu erwerben gewußt; mit ihnen ging die Republik zu Grabe. Fortanwurde nur noch um die Person des Herrschers, nicht mehr um die Monarchieoder Republik gestritten. Die Sieger teilten sich in das römische Reich so,daß Antonius das Morgenland, Octavian das Abendland wählte.Der schwache Lepidus erhielt anfangs Afrika als Provinz, besaß abernicht viel Geltung.

§ 236. Die Kämpfe in Italien (perusinischer Krieg) und gegenSextus Pompejus. Dem Antonius war das leichtere Los zugefallen:doch vernachlässigte er die ihm übertragene Neuordnung des Orients, ver-führ mit den Provinzen und Klientelstaaten aus das Willkürlichste undversäumte in thatenloser Schwelgerei den rechten Augenblick, um sich zumHerrn des Gesamtreichs zu machen. Wahrend er sich am ägyptischen Hofedurch Kleopatra, eine ungewöhnlich bedeutende Frau, fesseln ließ, sielZE>sd°,in pem Octavian in der Heimat die schwere Aufgabe zu, für 170000 Veteranenbeider Heere in Italien Landentschädigungen zu beschaffen. Abgesehen davon,daß antonianisch gesinnte Offiziere ihn umgaben, mußte er auch noch mitFulvia und dem Konsul L. Antonius, dem Bruder des Triumvirn.rechnen, die danach trachteten, den jungen Cäsar nicht allzu mächtig werdenzu lassen. Bei der heikeln Ausgabe der Landesverteilung, die den größtenBesitzwechsel in Italien herbeiführte (auch der Dichter Vergil jß 244swurde durch denselben betroffen), der je unter römischer Herrschaft geschah,achtete Octavian vor allem daraus, seine Soldaten möglichst zu fördern