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Erster Band.
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509
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8 240.

Viertes Kapitel: Die socialen und politischen Kämpfe (133—30).

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Reden, sein treffender Witz, der mit wunderbarer Gewalt auf die Richter wirkteund den Gegner zu Boden schlug, sein reiches, durch ein sicheres Gedächtnisunterstütztes Wissen, sein gewandter Bortrag fesselten und bezauberten dieMenge, und seine Überredungsgabe machte ihn der Nobilität unentbehrlich. Diemeisten seiner Reden wurden erst nach dem mündlichen Vortrag ausgearbeitet,wobei er den Zauber des lebendigen Worts durch stilistischen Schmuck zuersetzen suchte. — Und wie die Reden sind auch Ciceros Briefe von großerWichtigkeit. Sie geben ein anschauliches Bild von jener tiefbewegten Zeit,für die sie un» als zuverlässigste Quelle dienen. Besonders gilt dies von denbeiden größeren Briefsammlungen, an seine Freunde (all tümilmrös) undan Attikus, einen durch seine Reichtümer wie durch seine Bildung höchst ein-A^Uurflußreichen römischen Ritter, der mit den bedeutendsten Männern seiner Zeit ivo-Zsin Verbindung stand und den Cicero seit seinem Aufenthalte in Athen zumVertrauten aller seiner Pläne und Gedanken machte. Ciceros Briefe sind einSpiegelbild sowohl des hauptstädtischen Treibens als des Lebens der Vor-nehmen auf den Villen und im Ausland; sie zeigen uns den merkwürdigen Mannin seinem innersten Wesen: als treuen und gefälligen Freund, empfänglichund dankbar für Beweise wohlwollender Gesinnung, aber auch voll Zorn gegenFeinde und Widersacher, als wohlhabendes, selbstzufriedenes Glied der Nobilität,unter der er eine hervorragende Stelle einnahm, sowohl durch seine ererbten,erheirateten und erworbenen Reichtümer, durch seine Villen und Landgüterals durch seinen äußern Aufwand, wobei ihm ein angenehmes, belehrendesund witziges Gespräch mit gebildeten Freunden und Tischgenossen, „ein geistigesZusammenleben mit geistig Ebenbürtigen," für die schönste Würze galt. Wirlernen ihn ferner kennen als einen ehrbaren Familienvater, der sich fern hieltvon der herrschenden Sittenlosigkeit seiner vornehmen Zeitgenossen, als arbeit-samen Geschäftsmann, der mit seinen Stunden haushälterisch umging, vonunermüdlichem Fleiß im Forschen und Ringen nach Erkenntnis und von großerschriftstellerischer Thätigkeit, aber auch als einen Mann von höchst beweglicherNatur, dem der Beifall der Welt über alles ging, der mit merkwürdigerEigenliebe den Herold seines eigenen Ruhmes machte. Daneben aber sehen wirihn als einen Mann, der mit Zagen jeder Gefahr ausweicht, der bei allem seinemThun vorerst auf die eigene Sicherheit bedacht ist und mitunter gegen seineÜberzeugung handelt. Kurz, Cicero zeigt in seinen Briefen reiche geistige Be-gabung, politischen Verstand und Rechtssinn, aber ohne die rechte Festigkeit,wie sie ein Mann haben mußte, der in so schweren Zeiten ehrenvoll bestehenwollte. In neuerer Zeit ist gerade auf Grund dieser Briefe ein hartes Urteilüber Cicero als Mensch und Staatsmann gefällt worden: Wohl kaum mitRecht, da man selten bei andern Politikern in der Lage sein wird, so in dieinnersten Herzensfalten zu schauen, wie diese Briefsammlungen es ermöglichen.

Von dm Reden Ciceros sind zu nennen: Die Rede für Sext. Roscius aus Ameria, C-csrosden er von der Beschuldigung des Vatermordes zu reinigen suchte; die Reden gegen ^Verres, den Peiniger Siciliens (H 21S), eine Reihe von Reden in zwei Abteilungen, ' 70wovon aber die erste schon von solcher Wirkung war, daß Verres das Ende des Prozessesgar nicht abwartete, sondern sich durch freiwillige Verbannung dem gerichtlichen Urteilentzog; die zweite Rede erschien dann, in fünf Bücher geteilt, im Buchhandel und giebtuns eine der anschaulichsten Schilderungen von Sicilien und dem Leben der Provinzialenüberhaupt; die Rede für das manilische Geseß (Z 221); die vier Reden gegen ««Catilina (Z 223); die Rede für Murena, den er von der Anklage wegen Wahl-bestechung zu befreien suchte; die Rede für den Dichter Archkas, dessen römisches g?Bürgerrecht angefochten ward; die nachträglich mit großer Sorgfalt ausgearbeitete Ver-teidigungsrede für Milo wegen der Ermordung des Clodius (Z 225); die Rede fürP. Sestius, der Ciceros Zurückberufung aus dem Exil betrieb (tz 226) und von des 58Clodius Anhängern deshalb in Anklagestand versetzt wurde; die Rede für den König 45Dejotkrus von Galatien, der eines Mordanschlages auf Cäsar angeschuldigt war; endlichdie unter dem Namen Philippicae bekannten 14 Reden gegen M- Antonius, „die 44 — 4 sKrone und der Triumph der ciceronischen Beredsamkeit", die in dem Zeitraum von Cäsars