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Erster Band.
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Drittes Buch: Römische Geschichte.

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ersten großen Weltkarte (Nachbildung in der sogenannten Peuttngerschen Tafel)Veranlassung gab. Ferner wurden alle früheren Staatsgüter nunmehr kaiser-liche Domänen, deren Ertrag aus Bergwerken, Forsten, Fischereirechten u. s. w.ebenfalls die kaiserliche Regierung erhielt. Auch in den Binnenprovinzen be-hielt sich der Kaiser das Oberaufsichtsrecht vor, sodaß kein römischer Statt-halter nur entfernt so Hausen konnte wie in den Zeiten der freien Republik.

Beamte — Die Beamten wurden meist Berussbeamte, und deshalb ihre Bezahlungnotwendig. Ihre Zahl war nicht groß, schon weil es an dem nötigen Beamten-material fehlte, aber ihr Amt ertragreich, sodaß die intelligentesten Leute sichzu diesen Posten drängten. Der Begriff eines Ministeriums war noch nichtvorhanden: jedoch kann man die Freunde des Kaisers (vor allem Agrippa undMäcenas) dafür ansehn, nebst dem Staatsrat, dessen einzelne Mitglieder allemaldie Interessen einer Provinz zu vertreten hatten. Die niedere Beamtenschaftward meist von der, lokalen Verwaltung gestellt. Mit Härte wurde darübergewacht, daß keine Übergriffe und Erpressungen vorkamen, und so wurde derneue Beamtenstaat ein Segen für das ganze Reich. Ein Gleiches gilt von derRechtspflege, die dadurch ein starkes Korrektiv erhielt, daß jeder römische Bürgeran den Kaiser appellieren und von jedem Punkte des Reiches aus in Rom seinRecht holen oder die Gnade des obersten Herrschers anflehen durfte.

Erfolge Durch die einheitliche Verwaltung wurde bald die allgemeine Kultur ge-hoben; eine Menge Tiere und Pflanzen sind damals vorn Innern Asiens bisnach Gallien und Britannien gedrungen. Vor allem hob sich der Verkehr.Die römischen Heerstraßen, die noch heute unsre Bewunderung erregen, sindfast alle in jener Zeit entstanden. Sie hatten ihren Mittelpunkt in Rom undreichten bis an die Grenzen des Reichs. Auch ward eine gut und schnell funktio-nierende Post eingerichtet, die, zunächst Staatsinteressen dienend, bald auch denPrivaten zugänglich ward. Dazu kam der Segen des Friedens. Augustusschloß den Tempel des Janus, und bald blühte Handel und Gewerbfleiß. Groß-artige Wasserleitungen, stattliche Gebäude, Tempel und Hallen erregten die Be-wunderung der Mit- und Nachwelt; Wohlhabenheit und äußerer Glücksstandmachten sich überall bemerkbar. Freilich hatte dies auch eine Schattenseite.Denn nachdem das politische Interesse geschwunden war, nahm die Jagd umGlücksgüter und die Lust nach Zerstreuung und Vergnügen zu. Jedoch lagenhierfür die Wurzeln nicht so sehr im Kaisertum, als in der vorhergegangenenEntwicklung, und man kann getrost behaupten, daß sich Rom und die Römerselten glücklicher und froher gefühlt haben, als zu der Zeit des vorsichtigen undgütigen Augustus. Die Vornehmen freilich fanden keinen Ersatz für die ver-lorene Herrschaft, und wer sich nicht fügen konnte und nicht im kaiserlichenDienst emporstreben wollte, konnte auch in der sinkenden Philosophie (vonReligion kann man kaum noch reden) keinen Halt finden und kam so in daswüste Treiben hinein, das die Geschichtschreiber jener Tage mit Vorliebe schildernund das man verallgemeinernd als für das ganze Rom gültig angesehen hat.

Augustus Von den ersten zwanzig Jahren seiner Regierung hat Augustus elf in denProvinzen zugebracht, um endlich Ordnung herzustellen. Zunächst kam Gallienund Spanien daran. Hierbei bewahrte er seine ganze geduldige Geschicklichkeit,um abzudämpfen und einzuschläfern. Er organisierte in Gallien drei neueProvinzen, die alte Narbonensische, Aquitanien, das er bedeutend vergrößerte,um gegen die iberischen Stämme in den Kelten ein Gleichgewicht zu schaffen,und das eigentliche Gallien, dem er in Lugudunum (d. h. Rabenstadt, heute Lyon)Alv-ngrenzs eine ganz römische Hauptstadt gab. — Dann unterwarf er die Alp ensprengel.Das Reich des Cottius (mit der Hauptstadt Segusio, Susa) trat freiwillig denBesitz der Straße über den Mt. Genevre ab. Dagegen mußten die Salasser imJahre 25 durch Waffengewalt unterworfen und zu Sklaven gemacht werden, umdie Straße über den St. Bernhard zu bekommen, und ebenso erging es 14 v.Chr. den Ligurern in den Seealpen. Das ungeheure troxaeum ^ugusti ober-