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Erster Band.
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517
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H 241. Fünftes Kapitel: Das römische Kaisertum (30 v. Chr. bis 395 n. Chr.) 517

Halb von Nonosous (Monaco) am Meere zeugte von diesen Triumphen. DieRheinlinie wurde durch 8 Legionen und eine Stromflotte gehütet. Binnenweniger Jahre erhoben sich mehr als 50 Festungen am linken Rheinufer, andie sich später Städte anlehnten (Z 251). — Ähnlich erging es in Spanien. SpanienErst nach langen Kämpfen gelang es dem llnterfeldHerrn Agrippa, die Asturer i? v. Chr.und Cantabrer zu unterwerfen und die letzten freien Basken in ihren Pyrenäen-fchlupswinkeln unter Roms Joch zu beugen. — In Afrika überwies er dem ^ Asiengelehrten König Juba II. Mauretanien westlich von Saldae. In Asien da-gegen zog er das inmitten der römischen Provinzen liegende Königreich Galatiennebst Lykaonien ein, als der König Amyntas starb. Dagegen unterstützte er es ». Chr.die übrigen verbündeten Könige und schuf so eine Art Zwischenstaaten zwischendem römischen und parthischen Reiche, die so lange existierten, als es dem Kaisergefiel. Die Ohnmacht dieser Schattenkönige und ihr tyrannisches Wesen gegenihre Unterthanen brachten es mit sich, daß diese halb unterworfenen Völker sichzur römischen Unterthanenschaft drängten, so die Juden nach HerodeS Tod, dieBewohner von Commagene u. a. Ungetreue Statthalter strafte Augustushart, so den Dichter Cornelius Gallus, der sich als Präfekt von Ägypten nichtbewährt hatte. — Das mittelländische Meer war ganz und gar zum römischenBinnensee geworden, denn selbst die Küsten von Marmarika und Mauretaniengehorchten den Befehlen des Augustus. Sogar in Äthiopien wurden die Ein-fälle der Königin Kandake zurückgewiesen, Armenien durch Thronstreitigkeiten,die die Römer schürten, in Unterwerfung gehalten und der PartherkönigPhraates genötigt, die Euphratgrenze zu respektieren und die Trophäen vonKarrhä (8 228) zurückzuerstatten. Im ganzen ging des Kaisers Politik darausaus, die Rhein- und Donaulinie zu halten und im unruhigen Vorderasien durchKlientelstaaten die Grenzen zu schirmen, eine Politik, die das julisch-claudischeHaus in der Hauptsache aufrecht erhielt und damit für das Kaiserreich Ruheund Gedeihen schuf.

Die römischen Provinzen zur Zeit des Augustus zerfielen in kaiserliche, die als Dienoch nicht völlig unterworfen und beruhigt galten, unmittelbar unter dem Imperator Provinz«!standen und eine größere Militärmacht besaßen, und in senatorische, die von Prokonsuln,Proprätoren oder Prokuratoren ohne Militärmacht verwaltet und vom Senat besetzt wurden.

Eine formelle Teilung der Provinzen nahm Augustus im Jahre 27 vor. Kaiserliche Pro-vinzen waren am Ende seiner Regierung folgende: 1. Lusitanien (das heutige Portugal fi.Kaissr-nebst der spanischen Provinz Estremadnra, Hauptstadt Emerita Augusta, j, Merida amGuadiana). 2. Das jenseitige Spanien, Hispania Tarraconensis, Hauptstadt Tarraco,j. Tarragona). 3. Aquitanien (Hauptstadt Burdigala, j. Bordeaux). 4. GalliaLugu-dune nsis (Hauptstadt Lugudunum, j. Lyon). 5. Belgica (Hauptstadt Augusta Treverorum,j. Trier). 6. llntergermanien (Hauptstadt Colonia Agrippina, j. Köln). 7. Oberger-manien (Hauptstadt Argentoratum, j. Straßburg). 8. Raetien mit Vindelicien (Haupt-stadt Augusta Vindelicorum, j. Augsburg). 9. Noricum (Hauptstadt Virunum, j, Klagen-fnrt). 10. Oberpannonien(Hauptstadt Savaria, j. Steinamanger). 11. UnterpannonienHauptstadt Sirmium). 12. Obermösien mit Dassaretien (späterer Hauptort Viminacium).

13. Niedermösien nebst dem heutigen Bessarabien (späterer Hauptort Troesmis). Dazuin halber Abhängigkeit das Königreich Thrakien, das erst 46 n. Chr. einverleibt wurde, unddas bosporanische Königreich (die heutige Krim nebst den gegenüberliegenden Meeres-ufern). 14. Jllyricum mit Dälmatien (Hauptstadt Salonae, j. Spalato). 15. Galatien(Hauptstadt Ankyra, j, Angora). 16. Lykaonien (Hauptstadt Jkonium, j. Konieh). 17. Pam -phylien. 18. Paphlagonien (Hauptort Sinope). 19. Beide Cilicien. 20. Syrienmit Palästina (Hauptort Antiochia). 21. Ug HP ten (Hauptstadt Alexaudria) nebst dem an-grenzenden Marmarica, und 22. Numidien, das frühere Reich des Juba l. (Z 231), an das sichder Küstensaum bis zu den Säulen des Herkules anschloß. Einige dieser Provinzen wurdennur dem Namen nach beherrscht ihre eigentliche Romanisierung ist erst weit später erfolgt.

Der Kaiser hatte sich nur die Länder vorbehalten, die die Außengrenze darstellten und dermilitärischen Sicherung bedurften; deshalb sind die Hauptorte auch allemal große mili-tärische Standlager gewesen. — Der Verwaltung des Senates fielen folgende 12 Binnen- >>. S-nats-provinzen zu: 1. Baetika (Südspanien, Hauptort Hispalis, jetzt Sevilla), 2. Das nar-bonensische Gallien (Hauptort Narbo, j. Narbonne), 3. Sardinien mit Korsika